Galle

Die Galle (gr. χολή cholé; lat. bilis) ist eine zähe Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert wird, um in der Gallenblase gespeichert und zu den Mahlzeiten in den Zwölffingerdarm (Duodenum) ausgeschüttet zu werden. Ihre Färbung wechselt je nach Anteil der hauptsächlichen Farbstoffe Bilirubin und Biliverdin von gelblich bis grünlich. Stark eingedickt nimmt sie einen bräunlichen Ton an.

Gallenblase

Die Gallenblase (Vesica fellea beziehungsweise biliaris, lat.: vesica für „Blase“, fellis beziehungsweise bilis für „Galle“) ist ein Hohlorgan , das der Speicherung und Eindickung der von der Leber produzierten Galle dient, die zur Verdauung von Fetten im Darm benötigt wird. Fälschlicherweise wird auch die Gallenblase selbst oft als „Galle“ bezeichnet.

GAMS-Regel

Die Gams Regel steht für "Gefahr erkennen, absperren, Menschen retten, Spezialkräfte alarmieren" Die GAMS-Regel wurde vom ehemaligen Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Graz, Otto Widetschek, 1978 als GAS-Regel aufgestellt und im Laufe der Jahre zur GAMS-Regel erweitert. Sie ist eine Eselsbrücke für den Einsatzleiter, damit dieser keine wichtigen Erstmaßnahmen im Gefahrguteinsatz vergisst.

Garant

Der Garant ist eine Person, die aufgrund einer rechtlichen Pflicht (Garantenpflicht) zum Eingreifen, also einem aktiven Handeln verpflichtet ist.

Gasbrand

Gasbrand ist eine schwere Wundinfektion, die heutzutage zwar selten ist, aber unbehandelt zum Tod führt.Ursächlich ist eine lokale Weichteilinfektion mit gasbildenden Clostridien - vorwiegend Clostridium perfringens. kteriellen Infektion sind Clostridien - vorwiegend Clostridium perfringens. Diese Erreger bilden unter Luftabschluss in tiefem, vorgeschädigtem Gewebe gewebszersetzende Enzyme (Proteasen, Kollagenasen, Phospholipasen), die zum ausgedehnten Gewebsuntergang führen. Zudem produzieren sie Toxine. Gelangen diese über das Blut in den Körper, treten schnell lebensbedrohliche Komplikationen auf.

Gaster

Der Gaster von griechisch (γαστήρ), auf Deutsch Magen, lateinisch ventriculus ist ein Verdauungsorgan des Menschen. Der Magen ist ein Hohlorgan aus Muskelgewebe, das innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Im Magen wird der Nahrungsbrei mit dem Magensaft vermengt, der im Wesentlichen aus dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin und Salzsäure besteht. Im Ruhezustand sondern die Drüsen etwa 10 ml Magensaft pro Stunde ab. Bei Nahrungsaufnahme kann die Bildung von Magensaft auf bis zu 1000 ml pro Stunde beschleunigt werden. Die Bildung wird sowohl durch Nerven-Impulse (vor allem vor der Nahrungsaufnahme), als auch durch Hormone gesteuert. Durch Muskelkontraktion (Peristaltik) wird der Nahrungsbrei weiter zum Pförtner transportiert. Dieser bildet als Schließmuskel (Sphinkter) einen Verschluss zwischen Magen und Darm und kann sich für den Durchtritt des angedauten Speisebreis (Chymus) ca. 2–3 mm weit öffnen. Dieses geschieht regelmäßig, um den Nahrungsbrei gleichmäßig in den Zwölffingerdarm weiterzuleiten. Aufgaben des Magen sind: Bildung von Magensäure, Bildung von eiweißspaltenden Enzymen, Bildung von zähem Schleim der auf der Magenschleimhaut haftet, und den Magen vor seiner eigenen Säure schützt, sowohl das Abtöten von Bakterien welche durch die Nahrung aufgenommen werden,

Gastroenteritis

Als Gastroenteritis – umgangssprachlich Magen-Darm-Grippe, Brechdurchfall, Happe oder Bauch-Grippe, wörtlich von griech. Magen-Darm-Entzündung – wird ganz allgemein eine entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes bezeichnet. Eine Magen-Darm-Grippe geht in der Regel mit Erbrechen und Durchfall einher, hat aber mit der „echten Grippe“ (Influenza) nichts zu tun. Eine Gastroenteritis kann verschiedene Ursachen haben. Die Behandlung besteht in symptomatischen Maßnahmen. Zur Prophylaxe können im wesentlichen hygienische Maßnahmen beitragen.

Gauge-System

Das Gauge-System dient der Einteilung von Venenverweilkanülen nach Größe.

Gefäßdilatation

Als Gefäßdilatation bezeichnet man die Erweiterung der Blutgefäße.  kann sowohl aktiv, zum Beispiel bei Erschlaffung der Gefäßmuskulatur, als auch passiv, zum Beispiel durch erhöhtes Blutvolumen herbeigeführt werden.

Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel (lateinisch: Capsula articularis) ist die bindegewebige Umhüllung eines Gelenkes. Sie umschließt die mit Gelenkflüssigkeit (Synovia) ausgefüllte Gelenkhöhle.

Gelenkschmiere

Gelenkschmiere lateinisch Synovia ist eine viskose, fadenziehende, klare Körperflüssigkeit in echten Gelenken. Sie wird von der Membrana synovialis, der Innenschicht der Gelenkkapsel gebildet und bildet einen Gleitfilm auf den Gelenkflächen. Der Begriff ist von griech. syn „zusammen mit“ und ovia „Eiweiß“ abgeleitet

Gestose

Gestose ist ein Oberbegriff für schwangerschaftsbedingte Krankheiten, deren Ursachen weitgehend unklar sind. Man unterscheidet Frühgestosen im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) mit Hyperemesis gravidarum oder Ptyalismus (vermehrtem Speichelfluss) und Spätgestosen im letzten Drittel, die sich als Präeklampsie bzw. Eklampsie oder HELLP-Syndrom darstellen.

Gewebekleber

Das Zusammenkleben von Wunden wurde schon im alten Ägypten geübt. 1955 erhielt der nahtlose Wundverschluß neuen Aufschwung durch die Entwicklung poröser Hautpflaster (Steristrip, 3 M und Leukoclip, Beiersdorf). Diese Pflaster zeichnen sich durch den mikroporösen Aufbau ihrer Pflastergrundlage aus, der auch bei guter Haftung auf der Haut eine einwandfreie Hautatmung erlaubt. Diese Wundnahtstreifen werden gern bei Kindern zum Verschluß kleiner Hautwunden und verschiedenen Operationen und Verletzungen ver wandt.

Giftnotruf

Der Giftnotruf (in Österreich: VergiftungsInformationsZentrale, in der Schweiz: Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum) bietet telefonische ärztliche Beratung für Laien und angehörige der Heilberufe zur Risikoeinschätzung und Behandlung bei Vergiftungsnotfällen. Die Giftinformationszentralen sind rund um die Uhr besetzt. Fachleute der Toxikologie bieten sowohl Privatpersonen als auch medizinischem Personal (Krankenhaus, Rettungsdienst, niedergelassene Ärzten u. a.) schnelle Hilfe bei der Einschätzung und Behandlung von akuten und chronischen Vergiftungen. Neben Hintergrundinformationen werden insbesondere auch konkrete Empfehlungen zu weiterer Diagnostik, Überwachungspflichtigkeit und Therapie im jeweiligen Fall gegeben. Der Rettungsdienst lässt die benötigten Informationen unter Umständen (Zeitmangel, fehlende Kommunikationsmittel) über die Rettungsleitstelle anfragen.

Gilchristverband

Der Gilchristverband wird angelegt bei Verletzungen des Schulter- und Oberarmbereichs. Er dient zur Ruhigstellung oder Fixierung des Schultergelenks, z. B. nach wieder eingerichteter Schulterausrenkung (Schulterluxation), bei Verletzungen des Schultereckgelenks (AC-Gelenk), bei Oberarm-, Schultereck- und lateralen Schlüsselbeinbrüchen. Der Gilchristverband wird auch gelegentlich nach Schulteroperationen (z. B. Schultergelenkspiegelung) zur Ruhigstellung verwendet. Meist werden vorgefertigte Gilchristverbände verwendet, die in verschiedenen Konfektionsgrößen vorrätig sind, wieder verwendbar und abnehmbar sind, und mit Klettverschlüssen gesichert werden.

Gilurytmal®

Gilurytmal® Wirkstoff Ajmalin ist ein Indolalkaloid aus den Wurzeln der Indischen Schlangenwurzel (Rauwolfia serpentina). Es wird als verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Antiarrhythmika zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt. In Deutschland und Österreich wird es von der Firma Carinopharm bzw. der Pharmaselect Handels GmbH mit Sitz in Wien vertrieben.

Glasgow Coma Scale

Die Glasgow Coma Scale (Abk. GCS) ist eine einfache Skala zur Abschätzung einer Bewusstseinsstörung. Obwohl sie häufig in der Intensivmedizin — insbesondere nach einer Schädel-Hirn-Verletzung (Trauma) — verwendet wird, lassen sich mit der GCS auch allgemeine Bewusstseinsstörungen quantifizieren.
Dieses verbreitete Bewertungsschema zur Beschreibung der Bewusstseinslage wurde 1974 von Graham Teasdale und Bryan J. Jennett, zwei Neurochirurgen an der Universität Glasgow (Schottland), entwickelt.

Glaukom

Das Glaukom , auch Grüner Star genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervs. Charakteristisch ist ein kontinuierlicher Verlust von Nervenfasern, was am Sehnervenkopf (Papille) bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf als zunehmende Aushöhlung (Exkavation) sichtbar wird. Als Folge entstehen charakteristische Gesichtsfeldausfälle (Skotome) und im Extremfall eine Erblindung des Auges. Als wichtigster Risikofaktor wird ein zu hoher Augeninnendruck angesehen.

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)

Die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) gibt das Gesamtvolumen des Primärharns an, das von allen Glomeruli beider Nieren zusammen, in einer definierten Zeiteinheit, gefiltert wird. Dies sind bei einem Menschen mit normalen Blutdruckwerten ca. 0,12 Liter pro Minute bzw. ca.170 Liter pro Tag. Die GFR sinkt physiologisch mit zunehmendem Alter oder pathologisch bei Nierenerkrankungen verschiedenster Art.

Glomus caroticum

Das Glomus caroticum (von lateinisch glomus „Knäuel“ und griechisch kara „Kopf“) ist ein kleines, knötchenförmiges Organ an der Aufzweigung der Arteria carotis communis (Halsschlagader). Es handelt sich um ein Paraganglion mit Chemorezeptoren, die den Sauerstoff- und Kohlendioxid-Partialdruck sowie den pH-Wert des Blutes registrieren.

GlucaGen®

GlucaGen® HypoKit ist ein Arzneimittel zur Behandlung schwerer Unterzuckerungen (mit Bewusstlosigkeit). Glucagon  ist ein Hormon, das vorhandene Zuckerreserven im Körper freisetzt und den Blutzucker wieder ansteigen lässt. Die Wirkung tritt innerhalb von 10 Minuten nach erfolgter Injektion ein.  Sobald der Patient das Bewusstsein wiedererlangt hat, muss er Kohlenhydrate (z.B. Brot, Obst) essen, damit der Zuckerhaushalt stabilisiert und einer nachfolgenden Unterzuckerung vorgebeugt wird. Medizinische Hilfe ist für alle Patienten mit schwerer Unterzuckerung erforderlich.

Glucagon

Glucagon ist ein Hormon, dessen Hauptaufgabe die Erhöhung des Blutzuckerspiegels ist. Es wird in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse (α-Inselzellen) gebildet.Bei Blutzuckerabfall, aber auch nach einer proteinreichen Mahlzeit wird Glucagon von der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn abgegeben und dort frei transportiert. Dieses Hormon ist in seiner Wirkung auf den Glucose-, Protein- und Fettsäurestoffwechsel ein Gegenspieler des Insulins. Glucagon wird von der Leber aufgenommen und durch Spaltung inaktiviert. Glucagon wird zur Ruhigstellung des Darmes eingesetzt und wird in dieser Funktion auch als intravenös zu verabreichendes Medikament verwendet. Als Antidot bei Vergiftungen mit Betablocker und Calciumkanalblocker wird der Wirkstoff ebenfalls angewendet. Außerdem besitzen viele Diabetiker eine Notfallspritze mit Glucagon, welches bei einer Hypoglykämie subkutan oder intramuskulär gespritzt wird und  eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels erreichen soll.

Glucose

Glucose (kurz Glc, auch Glukose geschrieben, von Griechisch "γλυκύς", süß) ist ein Monosaccharid ("Einfachzucker") und gehört damit zu den Kohlenhydraten. Es gibt zwei Arten, die D- und L-Glucose. In der Natur kommt ausschließlich D-Glucose vor. D-Glucose wird auch als Traubenzucker oder in älterer Literatur Dextrose bezeichnet.

Guedel-Tubus

Der Guedel-Tubus (1933 vorgestellt von Arthur Ernest Guedel, US-amerikanischer Anästhesist, 1883–1956) wird zum Offenhalten der Atemwege benutzt, er bietet jedoch keinen Schutz vor Aspiration. Es handelt sich dabei um einen Oropharyngealtubus (nach lat.: os, pharynx), der über die Mundöffnung (Os) eingelegt wird und mit seinem Ende im Rachen (Pharynx) zu liegen kommt.