STaRT-Schema

STaRT-Schema Englisch für Simple Triage and Rapid Treatment ist ein Verfahren der Triage. Das Schema dient als Entscheidungshilfe bei einem Massenanfall von Verletzten bei dem begrenzte Hilfsresourcen zur Verfügung stehen.

Geprüft wird die Gehfähigkeit, Respiration (Atmung), Perfusion (Durchblutung) und der Mentale Status nach dem STaRT-System ohne besondere Hilfsmittel:

1. Zuerst werden alle gehfähigen Patienten aufgefordert, sich an einen Sammelpunkt zu begeben. Die Patienten, die sich selbst aus der Gefahrenzone retten können („walking wounded“, engl. für „gehfähige Verletzte“), werden in die Sichtungskategorie T3 („MINOR“) eingeteilt. Einige davon, die der Helfer für geeignet hält, werden im weiteren Verlauf zur Mithilfe angeleitet.
2. Ein Patient mit Atemstillstand, selbst nach dem Freimachen der Atemwege, gilt als verstorben („DECEASED“).
3. Prüfen der Respiration (Atmung): Eine Atemfrequenz über 30/min. wird als dringend bewertet, der Patient wird in die Sichtungskategorie T1 („IMMEDIATE“) eingeteilt.
4. Prüfen der Perfusion (Durchblutung): Bei einer starken Blutung wird ein Helfer zur Blutstillung angeleitet (Druckverband). Mit der Nagelbettprobe wird die Rekapillarisierungszeit gemessen. Beträgt sie mehr als 2 Sekunden, ist das ein Hinweis auf eine Mangeldurchblutung (Blutdruck < 90 mmHG), der Patient wird in die Sichtungskategorie T1 („IMMEDIATE“) eingeteilt.
5. Prüfen des mentalen Status: Bei Bewusstlosigkeit oder inadäquater Reaktion bei Ansprache wird der Patient in die Sichtungskategorie T1 („IMMEDIATE“) eingeteilt.
6. Alle anderen Patienten werden in die Sichtungskategorie T2 („DELAYED“) eingeteilt.

Die Rettung aus dem Gefahrengebiet geschieht dann in der Reihenfolge

   1. T3/MINOR Leicht verletzt (können selber weggehen)
   2. T1/IMMEDIATE Sofort  (akute vitale Bedrohung)
   3. T2/DELAYED Verzögert (schwer Verletzt)
   4. T4/DECEASED (sterbend)

Diese strukturierte Vorgehensweise soll maximal 60 Sekunden pro Patient benötigen und dennoch eine umfassende und relativ genaue Evaluation ermöglichen. Das STaRT-Schema ist geeignet zur Anwendung durch geübte Rettungskräfte und medizinisches Personal aller Qualifikationsstufen. Da es für Erwachsene konzipiert ist, lässt es Besonderheiten bei Kindern außer Acht.

Regeln für die zuerst eintreffenden medizinischen Helfer bei einem MANV (Massenanfall von Verletzten)

  • Ruhig bleiben.
  • Versuchen Sie zuerst sich einen Überblick zu verschaffen.
  • Erste Rückmeldung mit Lagebericht an die Leitstelle.
  • Um einen besseren Überblick zu bekommen fordern Sie alle gehfähigen Verletzten und Unverletzte auf, sich sich an einen Sammelpunkt zu begeben. (Gilt nicht für Personen die fähig und willig sind zu helfen)
  • Es ist wichtig sich daran zu erinnern , daß Sie Sichten und nicht behandeln sollen. Beurteilen (Sichten) Sie einen Patienten so schnell wie möglich.
  • Es werden nur 3 Parameter pro Verletztem schnell überprüft. Respiration (Atmung), Perfusion (Durchblutung) und der Mentale Status
  • Triage bedeutet eine Schnellbeurteilung eines Patienten.
  • Befestigen Sie am Patienten eine Verletztenanhängekarte mit der entsprechenden Farbe.
  • Behandeln Sie nur Atenwegeverlegungen und stark blutende Wunden.
    Nachrückende Kräfte werden sich um die Verletzten kümmern.
START Triage
Sichten, Behandeln, (Nutze Unverletzte)
Wurde Farbe ermittelt
 STOP - Kennzeichnen - Nächster Patient
L
E
I
C
H
T
 
V
E
R
L
E
T
Z
T
-- gehfähigen Patienten aufgefordert, sich an einen Sammelpunkt zu begeben.

 S
 T
 E
 R
 B
 E
 N
 D

 -- Keine Atmung nach Kopfüberstrecken

 V
 I
 T
 A
 L
 E
 
 B
 E
 D
 R
 O
 H
 U
 N
 G

 -- Atmet aber Bewusstlos
 -- Atemfrequenz - über 30
 -- Perfusion Nagelbettprobe > 2
oder KEIN RADIALIS PULS
Blutung Stoppen
 -- Mentaler Status Kann einfachen Anweisungen nicht folgen

S
C
H
W
E
R
 
V
E
R
L
E
T
Z
T

 -- Anderfalls

Wichtig:

Atemfrequenz < 30
Nagelbrettprobe < 2
M
entaler Status - Ansprechbar


JumpSTaRT: STaRT für Kinder


Ein Kind mit Atemstillstand hat im Gegensatz zum Erwachsenen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Problem mit verlegten Atemwegen (und keine verletzungsbedingten Störungen). Eine Atemfrequenz von über 30/min. ist bei Kindern noch normal. Die Durchblutung ist bei Kindern sehr schwer anhand der Fingernagelprobe abzuschätzen, weil Kinder sehr leicht auskühlen und die Kapillardurchblutung dann nicht mehr aussagekräftig ist. Außerdem ist bei Kindern grundsätzlich von einer verzögerten oder inadäquaten Reaktion auf Ansprache auszugehen, gerade von Kleinkindern oder in Gefahrensituationen können kaum zuverlässige Antworten erwartet werden.

Deshalb wurde das STaRT-Schema für ein- bis achtjährige Kinder im Miami Children’s Hospital in Zusammenarbeit mit dem Miami-Dade Fire Rescue Department (Florida/USA) folgendermaßen abgewandelt:

1. Kinder werden erst als verstorben klassifiziert, wenn sie weder atmen noch einen Puls haben („DECEASED“).
2. Bei Kindern mit Atemstillstand, aber einem tastbaren Puls, wird für 15 Sekunden beatmet (ca. 5 Beatmungen). Erst wenn dann der Atemstillstand immer noch besteht, wird das Kind als verstorben klassifiziert („DECEASED“).
3. Wenn die Atemfrequenz kleiner als 15/min. oder höher als 40/min. ist, wird das Kind in die Sichtungskategorie T1 („IMMEDIATE“) eingeordnet.
4. Als Richtgröße für die Durchblutung wird die Tastbarkeit eines peripheren Pulses (Handgelenk, Fuß) gewertet. Ist dieser bei bestehender Atmung nicht tastbar, dann wird das Kind in die Sichtungskategorie T1 („IMMEDIATE“) eingeordnet.
5. Der mentale Status wird nicht nur durch Ansprache, sondern im Zweifelsfall auch durch die Reaktion auf einen Schmerzreiz überprüft. Reagiert das Kind darauf nicht angemessen, dann wird es in die Sichtungskategorie T1 („IMMEDIATE“) eingeordnet.

Kategorie Patientenzustand Konsequenz Farbe
T1, I akute, vitale Bedrohung Sofortbehandlung rot
T2, II schwer verletzt/erkrankt aufgeschobene Behandlungsdringlichkeit, Überwachung gelb
T3, III leicht verletzt/erkrankt spätere (ggf. ambulante) Behandlung grün
T4, IV ohne Überlebenschance, sterbend betreuende (abwartende) Behandlung, Sterbebegleitung blau

Quelle : www.cert-la.com

Quelle : buncombecounty.org

Quelle : www.citmt.org