Decortin H

Decortin H ist ein Medikament welches auf Prednisolon basiert und bei schweren allergischen Reaktionen, schwerem Asthma-Anfall und akuten Entzündungsreaktionen eingesetzt wird.

Der Wirkstoff Prednisolon wird überall dort eingesetzt, wo es gilt, akute Entzündungsreaktionen zu unterdrücken. Unter anderem eingesetzt bei rheumatoiden Erkrankungen, entzündlichen Augenerkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Multipler Sklerose und Autoimmunerkrankungen. 

Anwendung

 

DosierungAnwendung

Die Dosierung des Medikaments ist abhängig von der Schwere der Erkrankung, der Art der Erkrankung und dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie.

Zu Beginn der Therapie werden relativ hohe Dosierungen (Initialdosen) eingesetzt, die im Laufe der Therapie normalerweise verringert werden. Der Richtwert der Initialdosis liegt innerhalb des Bereichs von 0,25 bis 1 Milligramm Wirkstoff bezogen auf 1 Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Zur Therapie von schweren akuten Erkrankungen kann die Initialdosis wesentlich höher sein, als dies bei der Therapie von chronischen Erkrankungen der Fall ist.

Die so genannte Erhaltungsdosis ist die Dosis, die einen noch wirksamen Medikamentenspiegel im Blut aufrechterhält. Sie kann bei einer lang andauernden Behandlung zwischen 5 und 10 Milligramm Prednisolon täglich liegen.

Grundsätzlich gilt für die Therapie von Kindern mit Prednisolon, dass die Therapie nicht langfristig erfolgen sollte.
Die täglich eingenommene Wirkstoffmenge (Tagesdosis) ist bei Kindern abhängig vom Körpergewicht. Bei der hoch dosierten Therapie werden 2 bis 3 Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht täglich eingenommen. Bei der mittleren Dosierung wird 1 Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht täglich eingenommen. Die Erhaltungsdosis beträgt bei Kindern 0,25 Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht.

Das Medikament sollte zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt.
Die Tagesdosis wird in der Regel morgens zwischen sechs und acht Uhr verabreicht, weil dies dem natürlichen Hormonrhythmus des Menschen entspricht. Das Ende der Einnahme des Medikaments muss stets durch eine allmähliche Verringerung der täglichen Dosis erfolgen, denn durch ein abruptes Absetzen des Medikaments werden Nebenwirkungen begünstigt.
Die Tabletten können durch ihre Bruchrillen den jeweils erforderlichen Einzeldosen angepasst werden.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Decortin H 5mg/ -20mg/
-50mg im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern.

Wann darf Decortin H 5mg/ -20mg/ -50mg nicht verwendet werden?

Eine Überempfindlichkeit gegen Prednisolon schließt eine Behandlung mit diesem Wirkstoff in allen Darreichungsformen aus.

Wenn eine innerliche Gabe von Prednisolon vom Arzt für unbedingt nötig gehalten wird, kann sie kurzfristig ohne weitere Einschränkungen angewendet werden. Ein längerfristiger innerlicher Einsatz ist allerdings verboten bei

  • akuten Virusinfektionen wie Lippenherpes, Gürtelrose, Kinderlähmung und Windpocken
  • chronisch-aktiver Leberentzündung mit positiver HBsAg-Reaktion
  • Schutzimpfungen im Zeitraum von acht Wochen davor und zwei Wochen danach
  • Lymphknotenschwellung nach Tuberkulose-Impfung.

Eine ärztliche Überwachung der Anwendung von Prednisolon ist nötig bei:

  • Magen-Darm-Geschwüren und Behandlung derselben mit Säureblockern
  • schwerem Knochenschwund (Osteoporose)
  • Psychosen in der Vorgeschichte
  • innerlichen (systemischen) Infektionen mit Bakterien, Pilzen und Kleinstlebenwesen (Parasiten)
  • schwerer Colitis ulcerosa mit Durchbruchgefahr, bei Divertikel-Krankheit und nach Operationen zur Darmüberbrückung (Anastomose-Operationen)
  • grünem Star (Eng- und Weitwinkelglaukom)
  • schwer behandelbarem Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit.

Die äußerliche Anwendung von Prednisolon auf der Haut und an den Augen ist zusätzlich nicht erlaubt bei:

  • Erkrankungen der Haut oder Augenhornhaut, die durch Bakterien, Pilze oder Viren hervorgerufen werden
  • Tuberkulose der Haut
  • Hautentzündung rund um den Mund (perioraler Dermatitis)
  • Gesichtsrötungen bei Rosazea
  • Verletzungen und (infektionsbedingten) Geschwüren der Haut oder Augenhornhaut
  • Infektionen der Augenhornhaut mit Herpes-simplex-Viren

Hinweise:

Bei akuten und chronischen Infektionen mit Bakterien muss zusätzlich zu Prednisolon eine gezielte Therapie mit Antibiotika erfolgen. Prednisolon kann die Anzeichen einer Infektion verdecken und so die Feststellung einer bestehenden oder sich entwickelnden Infektion erschweren.

Bei Tuberkulose in der Krankenvorgeschichte ist eine Prednisolon-Anwendung wegen des Risikos eines Wiederaufflammens der Infektion nur bei ausreichendem Schutz durch Tuberkulose-Mittel erlaubt.

Während der Anwendung von Prednisolon ist bei Zuckerkranken eventuell der Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika erhöht.

Während der Behandlung mit Prednisolon ist bei Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erforderlich. Patienten mit schwerer Herzmuskelschwäche sind sorgfältig ärztlich zu überwachen, da die Gefahr einer Verschlechterung der Erkrankung besteht.

Bei älteren Patienten sollte die Anwendung des Wirkstoffes nur unter besonderer Nutzen/Risiko-Abwägung erfolgen, da das Risiko von Knochenschwund bei dieser Patientengruppe erhöht ist.

Bei schwerer Colitis ulcerosa mit Durchbruchgefahr, bei Divertikel-Krankheit und nach Operationen zur Darmüberbrückung (Anastomose-Operationen) darf Prednisolon wegen der Gefahr eines Darmdurchbruches nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle angewendet werden.

Im Rahmen der Ausgleichsbehandlung (Substitutionstherapie) müssen die Patienten ein Notfall-Ausweis erhalten. Die erforderliche Dosierung kann nämlich bei besonderen körperlichen Belastungen wie Verletzungen, Infektionen und Operationen um das zwei- bis dreifache, bei extremen Belastungen (beispielsweise eine Geburt) bis zum Zehnfachen erhöht sein.

Äußerliche Prednisolon-Präparate dürfen auf der Gesichtshaut ausschließlich kurzfristig angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft sollte eine innerliche Behandlung mit Prednisolon nur erfolgen, wenn sie der Arzt für unumgänglich hält. Zwar liegen für den Menschen bisher keine Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung vor. Dennoch sind bei einer Langzeitbehandlung Wachstumsstörungen des Ungeborenen durch Prednisolon nicht auszuschließen.

Eine innerliche Therapie mit Prednisolon zum Ende der Schwangerschaft kann beim Ungeborenen eine Nebennierenrindenschwäche hervorrufen. Diese macht nach der Geburt unter Umständen eine ausschleichende Hormonausgleichsbehandlung des Neugeborenen erforderlich.

Glukokortikoide wie Prednisolon gehen bei Einnahme in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden, trotzdem sollten stillende Mütter nicht mit hohen Dosierungen des Wirkstoffes behandelt werden.

Auch eine örtliche Behandlung mit Prednisolon sollte während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nur nach sehr strenger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder erhalten eine Tagesdosis bei hochdosierter Therapie von zwei bis drei Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht. Die mittlere Tages-Dosierung beträgt ein Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Erhaltungsdosis wird in der Regel bei täglich 0,25 Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht angesetzt. Bei Kindern, vor allem im Wachstumsalter, sollte eine Behandlung grundsätzlich mit Unterbrechungen erfolgen. Die Dosis und Anwendungsdauer wird jeweils individuell je nach Art und Schwere der Erkrankung sowie körperlicher Verfassung des Kindes vom behandelnden Arzt festgelegt.

Bei allen örtlichen Anwendungen ist eine individuelle ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen kann der Wirkstoff Prednisolon in Decortin H 5mg/-20mg/-50mg haben? Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Prednisolon in Decortin H 5mg/-20mg/-50mg. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente.

Bei länger dauernder innerlicher Anwendung (über 14 Tage) von Prednisolon sind ab einer Dosierung von 7,5 Milligramm immer unerwünschte Wirkungen in unterschiedlicher Ausprägung zu erwarten. Einzige Ausnahme ist die Ausgleichsbehandlung (Substitution) von fehlendem körpereigenem Hydrocortison bei Störung der Nebennierenrinden-Funktion.

Häufige Nebenwirkungen
Kurzzeit-Behandlung (hochdosiert, als Injektion):
Infektionen.

Seltene Nebenwirkungen
Innerliche Langzeit-Behandlung:
Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Hautausschlag, Brennen und Juckreiz.

Örtliche Anwendung am Zahnfleisch:
allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen.

Örtliche Anwendung auf der Haut:
allergische Hautreaktionen.

Anwendung am After und im Enddarm:
Brennen und Juckreiz an Haut-Schleimhaut-Übergängen, oberflächliche Magenschleimhaut-Blutungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle
Kurzzeit-Behandlung (hochdosiert, als Injektion):
allergische Reaktionen bis zum Schock.

örtliche Anwendung am Zahnfleisch:
allergischer Schock.

Anwendung an After oder Enddarm:
Herzrhythmusstörungen.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit
Innerliche Kurzzeit-Behandlung:
Knochenmasse-Verlust.

Innerliche Langzeit-Behandlung:
Nebennierenrindenfunktionsstörung mit Cushing-Syndrom (Vollmond-Gesicht, Fettsucht des Körperstamms), Wachstumsverzögerungen (bei Kindern), Sexualhormonstörungen (ausbleibende Regelblutung, Überbehaarung, Impotenz), Körpersalzzurückhaltung mit Bindegewebswassereinlagerung, vermehrte Kaliumausscheidung, Gewichtszunahme, Glukosestoffwechselstörung, Auftreten von Zuckerkrankheit, erhöhtes Blutcholesterin, erhöhte Blutfettwerte, rote Hautstreifen, Gewebeschwund, Gefäßzeichnung durch die Haut, Steroid-Akne, verzögerte Wundheilung, um den Mund herum lokalisierte Hautentzündung, Änderungen der Hautfärbung, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Arzneimittelausschlag mit Hautrötung und Juckreiz, Muskelschwund, Muskelschwäche, Osteoporose, Knochenabsterben (Kopf des Oberarm- und Oberschenkel-Knochens), Depressionen, Gereiztheit, Hochstimmung, Antriebssteigerung, Appetitsteigerung, Psychosen, durch eine entzündliche Schwellung vorgetäuschte Tumorbildung im Gehirn (insbesondere bei Kindern), Auftreten vorhandener Epilepsie, Erhöhung der Anfallsbereitschaft, Magen-Darm-Geschwüre, Magen-Darm-Blutungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bluthochdruck, Arteriosklerose-Risikoerhöhung, Risikoerhöhung von Gefäßverstopfungen (Thrombosen), Blutgefäßentzündung (auch als Entzugssyndrom nach Langzeittherapie), mäßige Erhöhung der weißen Blutkörperchen, Blutbildveränderungen der roten und weißen Blutkörperchen, Immunabwehrschwächung, Überdecken von allgemeinen Infektionen, Ausbreitung vorhandener Infektionen, Allergien, Linsentrübung (grauer Star), Glaukom (Grüner Star), Netzhauterkrankung.

Bei schneller Injektion hoher Dosen in die Vene:
Jucken oder Brennen im Damm-Bereich.

Längere örtliche Anwendung am Auge:
Augeninnendruckanstieg mit möglicher Glaukom-Bildung (empfindliche Patienten), Linsentrübung (grauer Star, Katarakt), Augeninfektionen, Infektionsverschlimmerung, Infektionsverschleierung, Hornhautdruchbruch (bei Erkrankungen, die eine Verdünnung der Hornhaut oder Augenhaut verursachen).

Örtliche Anwendung am Zahnfleisch:
örtliche Überempfindlichkeitsreaktionen.

Örtliche Langzeit-Anwendung auf der Haut:
Hautabbau, Blutgefäßabzeichnung, Streifenbildung, Steroid-Akne, Hautentzündung rund um den Mund, Überbehaarung.

Einspritzung in Gelenke und Muskeln:
schwerwiegender Gewebsabbau am Injektionsort (Knochenabsterben, Einschmelzung von Muskel- und Bindegewebe).

Besonderheiten:

Alle Glukokortikoide, also auch Prednisolon, können die Aufnahme von Jod in den Körper und die Speicherung desselben in der Schilddrüse verringern. Während längerfristiger Anwendung des Wirkstoffes sind daher die Schilddrüsenwerte ärtlich zu überwachen.

Bei zu schneller Dosisverminderung nach langdauernder Prednisolon-Behandlung kann es zu Beschwerden wie Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen kommen.