Gewebekleber

Das Zusammenkleben von Wunden wurde schon im alten Ägypten geübt. 1955 erhielt der nahtlose Wundverschluß neuen Aufschwung durch die Entwicklung poröser Hautpflaster (Steri-strip, 3 M und Leukoclip, Beiersdorf). Diese Pflaster zeichnen sich durch den mikroporösen Aufbau ihrer Pflastergrundlage aus, der auch bei guter Haftung auf der Haut eine einwandfreie Hautatmung erlaubt. Diese Wundnahtstreifen werden gern bei Kindern zum Verschluß kleiner Hautwunden und verschiedenen Operationen und Verletzungen verwandt.

Wunden nahtlos durch einen Gewebekleber vereinen kann man auch Siehe Histoacryl®. Es handelt sich dabei um eine wasserklare Flüssigkeit, die bei Zimmertemperatur zu einer festen Substanz mit hoher Haftfähigkeit polymerisiert. Bei der in wenigen Minuten ablaufenden Verfestigung wird Wärme frei. Die Wärmeentwicklung kann das Gewebe schädigen, eine verstärkte Entzündungsreaktion ist dann in den angrenzenden Gewebebezirken zu beobachten. Sekret vermag zudem die Verfestigung zu verhindern. Aus diesem Grunde ist das Gewebe vor dem Kleben abzutrocknen.

Wird der Klebstoff zu dick aufgetragen, bilden die Polymere eine Kunststoffschicht, die ein Durchwachsen des Wundspaltes und damit eine endgültige Ausheilung verhindert. Nur bei ganz dünnem Auftragen bildet sich ein Netz von Polymeren, das ein Durchwachsen des Granulationsgewebes zuläßt. Je dünner also der Klebstoff aufgetragen wird, desto günstiger sind die Bedingungen für die folgende Wundheilung. Um ein Ankleben der Instrumente zu verhindern, behandelt man diese mit Silikon vor. Der Klebstoff wird mit einem Pinsel aufgetragen oder direkt aufgesprayt. An der Haut ist die Klebung am einfachsten.

Studie über Gewebekleber: Gewebekleber sind möglicherweise besser geeignet als Nähte, Klammern oder Wundverschlußstreifen zur Versorgung von einfachen Schnittwunden

Zusammenfassung:

Schnittwunden müssen häufig geschlossen werden, damit sie richtig heilen, sich nicht entzünden und es keine unattraktiven Narben gibt. Wunden können mit Hilfe von Nähten, Klammern, Wundverschlußstreifen oder Gewebeklebern geschlossen werden. Diese Studienübersicht zeigt, dass Gewebekleber ein ausgezeichneter Ersatz für Nähte, Klammern oder Wundverschlußstreifen zur Schließung einfacher Schnittwunden sind. Gewebekleber verursachen weniger Schmerzen, sind schneller anzuwenden und brauchen nicht wieder entfernt zu werden. Im Vergleich zu Wunden, die mit Nähten, Klammern oder Wundverschlußstreifen versorgt wurden, brechen mit Gewebeklebern versorgte Wunden etwas häufiger wieder auf. Obwohl verschiedene Gewebkleber zur Verfügung stehen, scheint kein Produkt dem anderen überlegen zu sein.