Blinddarm

Der Blinddarm (lat. Caecum, Coecum oder Cecum, davon abgeleitet auch Zäkum; griech. typhlon) ist der blind endende Anfangsteil des Dickdarms, der sackförmig in die Bauchhöhle ragt. Umgangssprachlich wird damit häufig fälschlicherweise der Wurmfortsatz des Blinddarms gemeint. Auch die Bezeichnung „Blinddarmentzündung“ für die Appendizitis ist unzutreffend.

Der Blinddarm (lat. Caecum, Coecum oder Cecum, davon abgeleitet auch Zäkum; griech. typhlon) ist der blind endende Anfangsteil des Dickdarms, der sackförmig in die Bauchhöhle ragt. Umgangssprachlich wird damit häufig fälschlicherweise der Wurmfortsatz des Blinddarms gemeint. Auch die Bezeichnung „Blinddarmentzündung“ für die Appendizitis ist unzutreffend.

Dass der Blinddarm, wie allgemein angenommen, keine Funktion erfüllt, wurde durch Studien widerlegt. Der Blinddarm ist mit reichlich Lymphgewebe ausgestattet. Daher kommt dem Blinddarm auch eine große Rolle bei der Vermittlung von Immunitätsvorgängen gegenüber durch den Verdauungstrakt aufgenommenen Antigenen zu. Der Mediziner William Parker von der Duke University in Durham fand heraus, dass die Appendix ein wichtiges Rückzugsgebiet für Bakterien der Darmflora darstellt. Bei einer schweren Durchfallerkrankung kann es zu einer fast vollständigen Zerstörung der Darmflora kommen, jedoch überleben Bakterien im Wurmfortsatz, die nach überstandener Krankheit den Darm wieder besiedeln können. Diese Funktion ist in westlichen Staaten allerdings zu vernachlässigen, da aufgrund der hygienischen Voraussetzungen solche Erkrankungen selten auftreten und durch einen hohen medizinischen Standard ein „Bakterienreservoir“ nicht notwendig ist.

Das untere Ende des Blinddarms kann mit einer Linie markiert werden, die vom Bauchnabel zum vorderen rechten Ende des Beckenkammes gezogen wird und deren Mitte als McBurney-Punkt bezeichnet wird. Hier – an der Stelle, wo auch drei aus glatter Muskulatur bestehende Längsstreifen (Tänien) des Blinddarms zusammentreffen – liegt der Abgangspunkt des Wurmfortsatzes (lat.: die Appendix vermiformis).

In den Blinddarm stülpt sich das untere Ende des Ileums (Krummdarm) als Ileozäkalklappe oder Bauhin-Klappe vor. Diese Klappe verhindert bei Dehnung des Blinddarms ventilartig, dass Bakterien in den keimfreien Dünndarm gelangen, dessen unterer Anteil das Ileum darstellt.

Der Blinddarm kann wie der Rest des Dickdarmes mit bildgebenden Verfahren (Sonografie, Röntgenkontrastdarstellung, Computertomographie und Kernspinresonanzspektroskopie) untersucht, mittels Koloskopie direkt beurteilt oder mittels Palpation getastet werden.

Auf den Blinddarm als solchen beschränkte Krankheiten gibt es, mit Ausnahme der Wurmfortsatzentzündung (Appendizitis), beim Menschen nicht. Letztere kann sich auf den eigentlichen Blinddarm ausdehnen und so zu einer Blinddarmentzündung (Typhlitis) führen. Darüber hinaus können Erkrankungen des Dick- oder Dünndarms auch den Blinddarm betreffen, wie eine Entzündung bei Enteritis regionalis Crohn oder Colitis ulcerosa – hier in der Regel im Sinn einer Pancolitis- oder Ileozäkal-Tuberkulose.