Débridement

Als Débridement oder Wundtoilette bezeichnet man das medizinische Vorgehen zur Entfernung von abgestorbenem (nekrotischem) Gewebe aus Geschwüren, Verbrennungs- und anderen Wunden oder bei Organzerfall (z. B. nekrotisierende Pankreatitis). Ziel ist es, die Wundbeobachtung zu gewährleisten, den Heilungsprozess zu initiieren und eine sekundäre Infektion des verbliebenen gesunden Gewebes zu verhindern und auf diese Weise ein Fortschreiten der Infektion, die zur Sepsis und Tod führen kann, zu stoppen. Zwar kann der Körper Nekrosen selbstständig abbauen, doch grade bei großflächig verteilten Gewebstrümmern (z. B.: Verbrennung) besteht die Gefahr einer Intoxikation (Bluteiweißvergiftung) mit irreversiblen Leberschäden.

Voraussetzung für die angestrebte Wundheilung ist die ausreichende Durchblutung des Gewebes. In einigen Fällen wird man sich also gegen ein WundDébridement mit einem scharfen Instrument entscheiden (zum Beispiel beim diabetischen Fuß), wenn die Gefahr besteht, die Wunde nur zu vergrößern, ohne dass eine Heilung aussichtsreich erscheint.

Die chirurgische Methode des Débridements ist die schnellste. Dabei verwendet mann chirurgische Instrumente wie Skalpell und Ringkürette, um abgestorbenes Gewebe zu entfernen. Die Methode ist vorzuziehen, wenn eine schnell fortschreitende Infektion von Weichteilen vorliegt, bei der Bakterien in die Blutbahn des Patienten geraten und damit die Gefahr der Sepsis besteht. Größere Débridements werden in der Regel im OP in einer geeigneten Betäubung vorgenommen. Üblicherweise wird während der chirurgischen Prozedur die gereinigte Wunde mit NaCl-Lösung ausgespült. Manchmal kann aus praktischen Überlegungen ein Débridement nicht radikal ausgeführt werden, um nicht benachbarte Organe, Gefäße, Nerven o. ä. zu beschädigen. Oft ist auch die wiederholte chirurgische Behandlung nötig, z. B., wenn die Nekrosebildung nach dem Débridement noch fortschreitet. Auch bei Arthrose des Knies (Abnützung des Gelenkes mit Knorpelschwund) wird Débridement mittels arthroskopischer Operation durchgeführt. Es wurde jedoch gezeigt, dass die Schmerzbesserung 2 Jahre nach dem Eingriff nicht besser ist als nach einer Placebooperation (nur Hautschnitt). Literatur: Moseley B et al. (2002): A Controlled Trial Of Arthroscopic Surgery for Osteoarthritis of the Knee. N Engl J Med, Vol. 347, 81:88.

Hierbei kommt die Eigenschaft des Körpers zum Einsatz, abgestorbenes Gewebe selbst aufzulösen. Die Wunde wird dafür feucht gehalten. Verschiedene Verbände und Verbandstechniken können eingesetzt werden. Das Prinzip besteht darin, dass das Wundsekret selbst mit seinen Immunzellen, Wachstumsfaktoren und Enzymen die Wundheilung fördert. Diese Form des Débridements ist am selektivsten, dauert aber auch am längsten. Bei infizierten Wunden kann die Methode nicht benutzt werden, da die meisten Bakterien in der feuchten Kammer des Verbandes ausgezeichnet gedeihen würden.

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Chirugisches Débridement

Die chirurgische Entfernung einer Nekrose erfolgt mit Skalpell und Schere. Häufig werden auch die Wundränder ausgeschnitten und unzureichend durchblutetes Gewebe entfernt. Je nach Zustand der Wunde wird das chirurgische Debridement in mehreren Phasen durchgeführt. Nach der Wundausschneidung bildet sich meistens vermehrt Exsudat, das ungehindert abfließen muß.

Physikalisches Debridement

Als physikalisches Debridement werden Spülungen, Bäder bzw. feuchte Umschläge angesehen. Im Wundgebiet kommt es normalerweise zu Elektrolytverschiebungen, die wiederum zu eine Wundheilungsstörung führen. Diese Elektrolytverschiebungen sollen mit Ringer-Lösung, die einen kompletten Elektrolytersatz bietet, ausgeglichen werden. Ringer-Lösung ist der 0,9%igen Kochsalzlösung vorzuziehen. Diese Maßnahmen können aber auch zu einer Keimverschleppung führen und sind daher nicht in jedem Fall zu befürworten.

Zucker ist kein ideales Wundreinigungsmittel. Andere Substanzen, die auf die Wunde gebracht werden, dürfen in keinem Fall die Wundheilung hemmen. In diesen Bereich fallen unspezifische Anwendungen mit Zucker. Zucker bewirkt zwar eine schnelle Abtrocknung der Wunde, er ist aber auch eine unsterile Substanz, die zusätzlich noch mit Beimengungen versetzt ist. Das kann sich störend auf die Wundheilung auswirken. Bei zu langer Anwendung kommt es zu einer Austrocknung der Wunde, was sich sehr nachteilig auf die Wundheilung auswirkt. Außerdem wird die Anwendung in vielen Fällen als sehr schmerzhaft empfunden.

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