Catgut

medizinisches Nahtmaterial Bezeichnet irreführend unterschiedliche Materialien aus Schafs- und anderen Naturdärmen. Italienische Sattelmacher verwendeten früher den Darm wilder Bergschafe als Garn, um Leder zu vernähen. Als sich heraußtellte, daß sich das Material auch gut für Saiten von Musikinstrumenten eignet, verkauften sie es als Katzendarm, um es vor Nachahmern zu schützen.

Bereits Galen berichtete über die Verwendung von Saiten zum Vernähen von Wunden. Zur Zeit von Lister waren in Medizin und Tiermedizin 'Catgut' und Seide allgemein üblich. Das medizinische Fachwort 'Catgut' wurde nie eingedeutscht und es wurde nie behauptet, daß hierfür Darm von Katzen verwendet worden wäre, obwohl es Laien nach wörtlicher übersetzung gerne glauben. Catgut wurde aus Darm von Hochlandschafen, jüngst sogar aus Rinderkollagen hergestellt.

Die Fäden zersetzen sich unter Wirkung körpereigener Enzyme innerhalb einiger Tage und werden so resorbiert, lösen sich also selbst auf und brauchen nicht gezogen zu werden. Catgut darf als natürliches tierisches Material aus Vorsicht vor BSE als Nahtmaterial sogar in der Tiermedizin regulär nicht mehr verwendet werden. Stattdeßen werden synthetische resorbierbare Materialien, die außchließich durch Einwirkung des Gewebswaßers (und ohne variable enzymatische Aktivitäten) hydrolysiert werden, verwendet.


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