Ein Wendl-Tubus ist ein Nasopharyngealtubus. Er wird über die Nase eingeführt wird, seine Spitze kommt im Rachen zum Liegen. Der Wendl-Tubus dient dem Freihalten der Atemwege, indem er die Verlegung des Rachenraums durch den zurückfallenden Zungengrund beim bewusstseinsgetrübten Patienten verhindert. Eine Aspiration verhindert er nicht.

In der Regel kommt er in der postoperativen Phase bei Patienten zur Anwendung, die keinen Guedel-Tubus tolerieren. Im Gegensatz zum Guedel löst der Wendl bei richtiger Lage einen geringeren Würgereiz aus und wird somit relativ gut toleriert.

Die Größe von Wendl-Tuben wird in der Einheit Charrière angegeben; erhältlich sind Wendl-Tuben in den Größen CH 22 bis CH 36.

Der Guedel-Tubus hat eine ähnliche Funktion, wird jedoch über den Mund eingeführt.

Durchführung

Auswahl der richtigen Größe durch Abmessen des Abstandes Naseneingang – Ohrläppchen. Den Wendl-Tubus durch den unteren Nasengang einführen und in Richtung Rachenwand vorschieben. Unterkiefer leicht anheben, bis die ringförmige Scheibe des Tubus am Naseneingang zum Liegen kommt. Die richtige Lage der Tuben (Luftbrücken) kann an einer hör- und fühlbaren Atemluftströmung am Tubusende erkannt werden. Ist der Tubus zu groß gewählt, kann bei einer notwendigen Beatmung eine gastrale Insufflation (Magen-Aufblähung) die Folge sein und eine ausreichende Spontanatmung ist nicht gesichert.

Quelle : Wikipedia

Quelle : Bundesministerium des Inneren, Kathastrophenmedizin 2006 Seite 60