Wadenbein

Das Wadenbein (lat. Fibula „Heftnadel“, „Spange“) ist neben dem Schienbein (Tibia), an dem es seitlich anliegt, einer der beiden Knochen des Unterschenkels. Die Fibula, auf Deutsch Wadenbein ist der dünnere der beiden Knochen und ein typischer Röhrenknochen.

Wadenwickel

Wadenwickel bezeichnet eine traditionelle naturheilkundliche Methode zur physikalischen Fiebersenkung.  Wadenwickel kommen aber auch bei bei müden, schweren und gestauten Beinen zur Anwendung. Das Prinzip eines Wadenwickels besteht in dem Entzug von Wärmeenergie in Form von Verdunstungskälte. Dazu werden zwei Baumwolltücher (z. B. Küchenhandtücher) oder saugfähige Leinentücher (Innentücher) gut in lauwarmen Wasser getränkt und nicht zu stark ausgewrungen. Die feuchten Tücher werden anschließend um die Unterschenkel gewickelt. Die so gewickelten Beine werden zur Vermeidung einer Durchfeuchtung des Bettes auf eine saugende Unterlage gelagert. Anschließend werden die Wickel 20 bis 30 Minuten belassen und die Beine keinesfalls zugedeckt. Die Feuchtigkeit aus den Wickeln wird – durch die Körperwärme angetrieben – verdunsten und entzieht so dem Körper die Wärme. Dadurch kann Fieber ab 39 °C innerhalb von 60 bis 90 Minuten um 1 bis maximal 1,5 °C gesenkt werden. Eine raschere Absenkung belastet den Kreislauf zu sehr. Wenn die Körpertemperatur um ein Grad abgesenkt ist, wird die Anwendung beendet.

Wasserstoffperoxid

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist eine blassblaue, in verdünnter Form farblose, weitgehend stabile Flüssigverbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist etwas viskoser als Wasser. Eine dreiprozentige Lösung Wasserstoffperoxid wird zur Desinfektion, auch im Haushaltsbereich, eingesetzt. Einsatzbeispiele sind Mund- und Rachenraum (zum Gurgeln auf 0,3 Prozent verdünnen), die Zahnmedizin, die Desinfektion von Kontaktlinsen in Reinigern, die Entkeimung von Packstoffen oder die Desinfektion der Hände in Krankheitsfällen. Demgemäß kommt es in Gesichtscremes zum Einsatz: zur Reinigung der Poren und der Bekämpfung von Pickeln und Hautverunreinigungen.

Wendl-Tubus

Ein Wendl-Tubus ist ein Nasopharyngealtubus. Er wird über die Nase eingeführt wird, seine Spitze kommt im Rachen zum Liegen. Der Wendl-Tubus dient dem Freihalten der Atemwege, indem er die Verlegung des Rachenraums durch den zurückfallenden Zungengrund beim bewusstseinsgetrübten Patienten verhindert. Eine Aspiration verhindert er nicht.

WHO-Trinklösung

Die WHO-Trinklösung ist eine wässrige Lösung von Traubenzucker (Glukose), Kochsalz (Natriumchlorid) und anderen Elektrolyten, die als einfache, kostengünstige und effektive Behandlungsmaßnahme bei schweren Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Ruhr eingesetzt wird. Sie ist auch unter dem Begriff „orale Rehydratationslösung“ (englisch WHO-Oral Rehydratation Solution oder WHO-ORS) bekannt. Konzept und Zusammensetzung wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) implementiert.

Wickel (Heiße)

Heiße Wickel bewirken auf eher passive Weise eine zunächst lokale, periphere Gefäßerweiterung und verstärkte Durchblutung. Dadurch verbessert sich die Stoffwechselaktivität, und es kommt zur Entkrampfung und Entspannung. Die intensive Wärme selbst dringt nicht bis zu den inneren Organen durch, sie bleibt relativ oberflächlich. Über eine lokale Anregung bestimmter Hautsegmente können jedoch über spinale Reflexbahnen auch innere Organe beeinflusst werden. Man unterscheidet Brustauflagen, Bauchauflagen und Gelenkwickel.

Windchill

Der Windchill (v. engl. wind chill „Windkühle“; chill = Frösteln) beschreibt den Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit. Der Windchill ist ein Maß für die windbedingte Abkühlung eines Objektes, speziell eines Menschen und dessen Gesicht.

Windkesseleffekt

Als Windkesseleffekt oder biologische Windkesselfunktion bezeichnet man den Druckausgleich durch die Elastizität der herznahen Arterien (vor allem der Aorta). Hierdurch wird die starke Druckdifferenz zwischen Systole (Phase des Blutauswurfs durch Kontraktion des Herzmuskels) und Diastole (Entspannung des Herzmuskels) verringert.

Wundheilung

Eine Wunde ist ein Defekt des schützendes Deckgewebes infolge einer Verletzung, die mit der Eröffnung von Gefäßen und daher mit dem Austritt von Blut und Lymphe verbunden ist. Der Organismus muß schnellstens für den Verschluß der verletzten Gefäße und der Wunde sorgen.

Wundnahtstreifen

Wundnahrstreifen sind Klebestreifen, welche das Annähern von Wundrändern erlauben, entweder alleine oder in Kombination mit einfachen Stichen oder einer fortlaufenden Naht. Es existieren verschiedene Breiten zur Anwendung an verschiedenen Körperteilen.

Wundreinigung

Voraussetzung jeder Wundheilung ist die optische Sauberkeit der Wundoberfläche und des Wundrandes. Wundbeläge stören die Mikrozirkulation nachhaltig und können sie zum völligen Erliegen bringen. Durch die gestörte Mikrozirkulation wird nicht nur das Granulationsgewebe beeinträchtigt, sondern es bildet sich auch vermehrt Exsudat, was zu weiterer Belagsbildung führt. Eine andauernde funktionelle Störung der Mikrozirkulation führt an der Wundoberfläche und am Wundrand zum Untergang von intaktem Gewebe. Eine Wundreinigung muß innerhalb 6 Stunden nach einer Verletzung erfolgen, oder wenn die Wunde nicht innerhalb von 6 Stunden von einem Arzt begutachtet werden soll. Ist es das Ziel den Patienten innerhalb 6 Stunden einem Arzt zuzuführen unterbleibt die Wundreinigung in den meisten Fällen. Der Arzt übernimmt dann diese Arbeit.

Wundschnellverband

Ein Wundschnellverband (WSV), umgangssprachlich auch Pflaster, ist ein kleines Stück Wundauflage, das mit einem Textilklebeband verbunden ist. Die Auflage ist oft mit antibakteriell wirkenden Substanzen – wie Bismutsalzen – präpariert. Es wird dazu verwendet, kleine Wunden abzudecken. Wundschnellverbände werden meist in Breiten von 4, 6 und 8 cm und Längen zwischen 25 und 500 cm zum Abschneiden geliefert, was einen flexibleren Einsatz erlaubt als bei den in den letzten Jahren immer mehr verbreiteten Strips - vorgefertigten, einzeln verpackten Streifen in verschiedenen Formen für unterschiedlich große Wunden.

Wundversorgung

Bei der Wundversorgung werden zwei Phasen unterschieden. Die temporäre oder provisorische Wundversorgung und die definitive Wundversorgung. Die temporäre Wundversorgung findet direckt am Unfallort statt und umfaßt vorläufige Blutstillung,Schmerzbekämpfung, keimarmen oder keimfreien Abdeckung, Sofortige Ruhigstellung. Die definitive Wundversorgung umfaßt zusätzlich die definitive Blutstillung mittels Gefäßnaht oder Ligatur von Gefäßstümpfen, die Wundtoilette.Reinigung, Debridement, die Wundausschneidung, Wundverschluss und definitive Ruhigstellung. Auch die Tetanusprophylaxe gehört zu diesen Maßnahmen. In seltenen Fällen wird eine prophylaktische Antibiose durchgeführt.