S-IPPV

Bei der S-IPPV-Beatmung (Synchronized Intermittent Positive Pressure Ventilation) handelt es sich um eine synchronisierte IPPV-Beatmung. Hier werden Atembemühungen des Patienten („Trigger“) erkannt und synchronisiert.

Sachbeschädigung im Rahmen der Ersten Hilfe

Müssen im Zuge der Ersten-Hilfe-Leistungen Sachen beschädigt werden, wird der Ersthelfer in der Regel nicht wegen Sachbeschädigung zur Verantwortung gezogen. Denn unter dem Gesichtspunkt des „rechtfertigenden Notstandes“ handelt nicht rechtswidrig, wer z. B. zur Abwendung einer Gefahr für die Gesundheit des Verletzten (z. B. starke Blutung aus offener, durch die Kleidung verdeckter Wunde) eine Sachbeschädigung begeht (Zerschneiden der Kleidung). Es überwiegt wieder das geschützte Interesse des Verletzten (Gesundheit/Leben) das beeinträchtigte Interesse (Unversehrtheit der Kleidung) wesentlich.

Sagrotan

Sagrotan ist der Markenname eines Desinfektionsmittels für Gegenstände und Flächen. Es wirkt bakterizid, fungizid und teilweise viruzid. Wirksame Bestandteile des Mittels sind 2-Propanol, Ethanol, Benzalkoniumchlorid und Glyoxal. Jahrelang wurde es fast ausschließlich in Kliniken und Krankenhäusern verwendet, hat aber in der Zwischenzeit auch Eingang in die Haushalte gefunden. Diese Produkte wurden vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, bzw. werden heute noch zusätzlich in den USA unter dem Markennamen Lysol vertrieben, in Großbritannien unter dem Markennamen Dettol (Hersteller Reckitt Benckiser).

Sakroiliakalgelenk

Das Sakroiliakalgelenk, Iliosakralgelenk oder Kreuzdarmbeingelenk (lat. Articulatio iliosacralis) ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium)

SAM-Splint

SAM-Splint (engl. SAM-Schiene) der Firma SAM Medical Products ist eine Alu-Polsterschiene, also eine formbare Schiene zur Immobilisation der Extremitäten. Sie wird überwiegend in der Notfallmedizin eingesetzt

Samaritan® PAD

Samaritan® PDU ist ein Defibrillator der Firma HEARTSINE TECHNOLOGIES, INC. aus Newtown, Pennsylvania. Der Samaritan PAD ist ein Ersthelfer-Defibrillator, welcher den Anwender durch klare und verständliche Sprachansagen durch eine Lebensrettung leitet. Als Ersthelfer-Defibrillator ist er besonders geeignet für Firmen, Vereine, Behörden, Schiffe, Flugzeuge, etc.,  aber auch für den niedergelassenen Arzt.

Samaritan® PDU

Samaritan® PDU ist ein Defibrillator der Firma HEARTSINE TECHNOLOGIES, INC. aus Newtown, Pennsylvania, US. Er wird als "Laiendefirbrillator für den privaten Anwender" beworben.

SAR Alarmruf

Mit dem SAR-Alarmruf unter der Service-Nummer 124 124 (ohne Vorwahl) verständigt man direckt die Seenotleitung MRCC (Maritime Rescue and Co-Ordination Centre) in Bremen. Er funktioniert innerhalb der von Mobilfunknetzen funktechnisch versorgten Regionen der Nord- und Ostsee. Mann kann den SAR-Alarmruf nutzen, wenn das Handy eingeschaltet, eingebucht und die Anrufsperrung für abgehende Gespräche nicht eingeschaltet ist.

Sarin

Sarin ist ein chemischer Kampfstoff. Die systematische Bezeichnung ist Methylfluorphosphonsäureisopropylester. Seinen Trivialnamen hat er von seinen Erfindern Schrader, Ambros, Rüdiger und Linde. m Körper blockiert Sarin die Acetylcholinesterase in den Synapsen des parasympathischen vegetativen Nervensystems, den acetylcholinvermittelten Synapsen des sympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) und an der neuromuskulären Endplatte (Motorische Endplatte). Es kommt dadurch zu einem Anstieg des Neurotransmitters Acetylcholin im synaptischen Spalt und damit zu einer Dauerreizung der betroffenen Nerven. Bei einer Vergiftung spritzt man Atropin , (Gift der Tollkirsche), ein Parasympatolytikum, das die Wirkung des Überangebotes von Acetylcholin an den Rezeptoren aufheben soll.

Scabies

Krätze, medizinisch Scabies oder Acarodermatitis, ist eine weitverbreitete parasitäre Hautkrankheit des Menschen. Sie wird durch die Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei) verursacht. Die halbkugelförmigen, 0,3 mm großen Weibchen bohren sich in die Oberhaut (Epidermis) und legen dort in den Kanälen (caniculi, Milbengänge) Kot und ihre Eier ab. Ihre Absonderungen bringen Bläschen, Vesikeln, Papulovesikeln, Papeln, Pusteln, Blasen, Quaddeln, Infiltrationen und als Sekundärläsionen Krusten, Kratzwunden und Furunkel hervor. Die Inkubationszeit beträgt etwa 3 bis 6 Wochen. Für befallene Patienten gilt in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz § 34 bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen. Andere Milbenerkrankungen des Menschen werden als Acariasis bezeichnet.

Schädel

Als Schädel (lateinisch cranium von griechisch κρανίον krānion) werden die Knochen des Kopfes bezeichnet.

Schaufeltrage

Die Schaufeltrage ist ein Hilfsmittel zur Rettung von verunglückten Personen, bei denen eine mögliche Fraktur der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist. Sie ist eine flache Trage aus Leichtmetall oder Kunststoff, die der Länge nach geteilt werden kann.

Schenkelhalsfraktur

Die Schenkelhalsfraktur (SHF; verbreitetes, aber semantisch falsches Synonym Oberschenkelhalsbruch/-fraktur) ist ein hüftgelenksnaher Knochenbruch (Fraktur) des Halses (Collum) vom Oberschenkelknochen (Femur). Diese Fraktur entsteht meist durch Sturz auf die Seite. Sie tritt besonders im hohen Lebensalter auf (→ Sturz im Alter) und ist dann, bedingt durch Osteoporose, häufiger bei Frauen als bei Männern.

Schiefe Ebene Lagerung

Die Schiefe Ebene Lagerung ist eine Lagerungstechnik die der Dekubitusprophylaxe dient. Beim Dekubitus, aus dem lateinischen, von decubare = liegen. handelt es sich um ein Druckgeschwür daß durch langes Liegen auf einer Körperstelle enstehen kann. Gefährdete oder betroffene Körperstellen können durch eine Schiefe Ebene Lagerung entlastet werden. Unter die Matratze wird Material eingebracht, welches ca. 20 cm hoch ist und dadurch eine Kippung der Matratze um 15 bis 20 Grad erreicht wird. Der Patient braucht dabei nicht umgelagert zu werden. Sein Gewicht verlagert sich innerhalb seines Körpers mehr auf den tieferliegenden Körperteil. Dadurch erfolgt eine bessere Durchblutung der entlasteten Körperhälfte.
Materialien, die sich nicht zusammendrücken lassen, können zum unterschieben verwendet werden. Gerollte Bettdecken, Schaumstoffkissen, gerollte Bademäntel sind dafür geeignet. Wichtig ist , daß die Matratze an der gesamten Längsseite unterstützt wird.

Schilddrüse

Die Schilddrüse, lateinisch Glandula thyr(e)oidea, ist eine Hormondrüse. Sie befindet sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Beim Menschen hat sie die Form eines Schmetterlings und liegt unterhalb des Schildknorpels vor der Luftröhre.

Schilddrüsenüberfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion , griechisch Hyperthyreose  ist eine Erkrankung der Schilddrüse, bei der die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert, so dass im Organismus ein Überangebot entsteht. Infolgedessen kann es zu einer Vielzahl von Krankheitserscheinungen wie beschleunigtem Herzschlag, Gewichtsverlust, Nervosität und Zittern kommen. Die häufigsten Ursachen der Hyperthyreose sind der Morbus Basedow, die Schilddrüsenautonomie und eine erhöhte Zufuhr von Schilddrüsenhormonen in Form von Medikamenten. Im Extremfall einer krisenhaften lebensbedrohlichen Überfunktion spricht man von einer „thyreotoxischen Krise“ (Synonym Thyreotoxikose, „Schilddrüsenhormonvergiftung“). Das Gegenteil der Hyperthyreose, ein Mangel an Schilddrüsenhormonen, wird als Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) bezeichnet.

Schlaganfall

Schlaganfall (auch Apoplex, Zerebraler Insult, apoplektischer Insult oder Gehirnschlag) wird eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems führt und durch kritische Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird. Ein Schlaganfall stellt eine Sauerstoffminderversorgung eines teils des Gehirns durch Gefäßverschluß oder durch Platzen einer gehirnarterie dar.

Schleifkorbtrage

Eine Schleifkorbtrage dient der sicheren und patientengerechten Rettung von Personen durch Feuerwehr und Rettungsdienst aus unwegsamen Gelände, engen oder unzugänglichen Gebäuden.

Schnappatmung

Als Schnappatmung bezeichnet eine schwere lebensbedrohliche Atemstörung, die oft dem Atemstillstand vorausgeht. Die Schnappatmung ist gekennzeichnet durch einzelne schnappende Atemzüge, zwischen denen lange Pausen liegen. In der Laienreanimation wird manchmal die Schnappatmung noch nicht als bedrohlicher Zustand erkannt.

Schnittwunde

Eine Schnittverletzung entsteht, wenn ein scharfer Gegenstand wie ein Messer die Haut durchtrennt. Die Wundränder klaffen nur leicht auseinander und sind meist glatt. Schnittwunden bluten in der Regel stark. Schnittwunden entzünden sie sich selten. Das Blut spült den Schmutz aus der Wunde.

Schober-Zeichen

Das Schober-Zeichen oder Schober-Maß (benannt nach Paul Schober) ist ein Funktionstest für die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Am stehenden Patienten wird eine Hautmarke über dem Dornfortsatz von S1 (Beginn des Kreuzbeines) und 10 cm weiter nach oben (kranial) aufgetragen. Bei maximaler Flexion (nach vorne beugen) weichen die Hautmarken normalerweise um 5 cm auseinander, bei Retroflexion (nach hinten beugen) verringert sich der Abstand um 1–2 cm. Eine Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule mit verminderter Beugbarkeit findet sich z. B. bei Morbus Bechterew.

Schock

Der Begriff Schock bezeichnet in der Medizin ein lebensbedrohliches Zustandsbild, bei dem die Blutzirkulation in den Kapillaren vermindert ist. Als Folge treten eine Sauerstoffunterversorgung der Gewebe und in letzter Konsequenz Stoffwechselstörungen auf.

Schock-Index

Die Schwere eines des Schocks und die ungefähre Menge eines Blutverlustes, lässt sich mit Hilfe des Schock-Index einfach erfassen. Die Formel lautet:

SchockßIndex = Puls : systolischen Blutdruck

Ein Sckock-Iindex von 0,5 ist normal, Blutverlust unter 10%, Ein Schock/Index von 1.0  weißt auf einen  drohender Schock, einen Blutverlust von 20 - 30% hin. Ein Schockindex über 1.5 weißt auf einen manifesten, lebensbedrohlichen Schock hin

Schocklage

Erste Hilfe Maßnahme bei drohendem Schock. Dabei werden die Beine um 30% hochgelagert oder der Kopf tiefgelagert. Die Schocklage bewirkt eine Umverteilung  des Blutes von peripheren zu zentralen vernösen Blutgefässen. Das Blut steht so dem Kreislauf besser zur Verfügung. Eine Schocklage sollte bei einem Schock Index > 1 angewendet werden.

Schubladenphänomen

Das Schubladenphänomen ist ein Test der zur Ermittlung eines Kreuzbandrisses am Knie vorgenommen wird. Dabei wird die Beweglichkeit des gebeugtem Knie geprüft.Bei einem Riss des vorderen Kreuzbands kommt es zum so genannten vorderen Schubladenphänomen: Bei gebeugtem Knie kann der Unterschenkel von hinten nach vorne geschoben werden. Bei einem Riss des hinteren Kreuzbands kommt es zum so genannten hinteren Schubladenphänomen: Bei gebeugtem Knie kann der Unterschenkel von vorne nach hinten geschoben werden.

Schulterluxation

Unter einer Schulterluxation oder Schultergelenkluxation versteht man eine Ausrenkung (Luxation) des Schultergelenks. Die Schulterluxation ist eine der häufigsten Luxationen der großen Gelenke. Sie kann durch einen Unfall (traumatische Luxation) oder anlagebedingt (habituelle Luxation) verursacht sein. Symptome sind eine Einschränkung der Beweglichkeit im Schultergelenk, Schmerzen und eine veränderte Schulterform. Die Therapie erfolgt nach dem Ausschluss von Knochenbrüchen mittels Röntgenbildern durch eine Reposition. Eine operative Therapie ist bei Komplikationen und wiederholten Luxationen notwendig.

Schüßler-Salze

Schüßler-Salze sind alternativmedizinische Präparate von Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung (Potenzierung). Die Therapie mit ihnen basiert auf der Annahme, Krankheiten entstünden allgemein durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen und könnten durch homöopathische Gaben von Mineralien geheilt werden. Diese Annahmen sind wissenschaftlich nicht anerkannt, eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze ist nicht nachgewiesen.

Schutzart (Elektrotechnik)

Die Schutzart gibt die Eignung von elektrischen Betriebsmitteln (zum Beispiel Geräte, Leuchten und Installationsmaterial) für verschiedene Umgebungsbedingungen an, zusätzlich den Schutz von Menschen gegen potentielle Gefährdung bei deren Benutzung.

Schutzklasse (Elektrotechnik)

Schutzklassen dienen in der Elektrotechnik der Einteilung und Kennzeichnung von elektrischen Betriebsmitteln (zum Beispiel Geräte und Installationsbauteilen) in Bezug auf die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung eines elektrischen Schlages.

Sedierung

Der Begriff Sedierung (seltener auch Sedation, v. lat. sedare, „beruhigen“ eigentlich „sinken lassen“ ) wird vor allem in der Medizin, insbesondere in der Intensivmedizin oder bei der Nutzung von Psychopharmaka verwendet. Er bezeichnet die Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel (Sedativum); zur selben Arzneigruppe gehören die Tranquilizer. Wird gleichzeitig ein Schmerzmittel (Analgetikum) verabreicht, spricht man von einer Analgosedierung. Der Übergang von einer Sedierung zu einer Allgemeinanästhesie (Narkose) ist fließend, bei letzterer ist der Patient nicht mehr erweckbar.

SEG Bt

Die Schnelleinsatzgruppe Betreuung (SEG-Bt) betreut bedürftige und obdachlose Personen. Sie unterstützt bei der Versorgung dieses Personenkreises mit den Gütern des dringendsten, täglichen, persönlichen Bedarfs. Sie versorgt bedürftige Personen mit Verpflegung. Die Schnell Einsatz-Gruppe Betreuung gliedert sich in einen Betreuungstrupp und einen Verpflegungstrupp.

SEG-SAN

Die Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst (SEG-San) übernimmt verletzte Personen, die von der technischen Rettung (Feuerwehr, THW) aus einem Schadensgebiet gerettet wurden. Sie führt die Erstversorgung an den gebildeten Verletztenablagen durch. Sie richtet zentrale Behandlungsplätze ein, sorgt dort für die notfallmedizinische Versorgung und die Herstellung der Transportfähigkeit der Patienten sowie wird ggf. direkt im Schadensgebiet bei der Sichtung/Triage und oder Rettung/Versorgung der Patienten eingesetzt.

Sehnen

Eine Sehne oder Flechse (lateinisch: tendo) ist jener bindegewebige Teil des Muskels, durch den dieser mit einem Knochen verbunden ist.

Seldinger-Technik

Die Seldingertechnik oder Seldinger-Methode ist eine Methode zur Punktion von Blutgefäßen zum Zweck der Katheterisierung. Sie wurde 1953 von dem schwedischen Radiologen Sven-Ivar Seldinger (* 19. April 1921, † 21. Februar 1998) entwickelt, um Angiographie-Katheter in Blutgefäße einzubringen. Sie wird unter anderem bei der Arteriografie und der Koronarangiographie verwendet, aber auch beim Legen von arteriellen und zentralvenösen Zugängen

Sellick-Handgriff

Als Sellick-Handgriff auch Krikoiddruck bezeichnet man den mit der Hand gegen den Ringknorpel des Kehlkopfs ausgeübten Druck, der die Speiseröhre im Bereich der oberen Ösophagusenge während einer endotrachealen Intubation verschließen soll.
Ziel des Sellick-Handgrif ist die Vermeidung einer Regurgitation von Mageninhalt in die Luftröhre und Aspiration in die Lunge während des Intubationsmanövers.

Septisch

durch Krankheitserreger verunreinigt, als Gegenteil von keimfrei, die Form einer durch Sepsis (Blutvergiftung) hervorgerufenen Allgemeininfektion bzw. einen dadurch hervorgerufenen Folgezustand.

Sesambein

Ein Sesambein (lat. Os sesamoideum) ist ein kleiner Knochen, der in eine Sehne eingewachsen ist und für einen zusätzlichen Abstand zum Knochen sorgt. Dadurch entsteht ein größerer Hebel für die Sehne, so dass eine geringere Kraft notwendig wird, um den mit der Sehne verbundenen Knochen zu bewegen. Zudem verhindern Sesambeine, dass Sehnen bei ihrem Verlauf über ein Gelenk durch Druckbelastung geschädigt werden. Das bekannteste und auch größte Sesambein ist die Kniescheibe, die in die Sehne des Quadrizeps eingelagert ist. Durch diese Konstruktion kann der Unterschenkel leicht gestreckt werden, ohne dass der Oberschenkel noch mehr Muskelmasse aufweisen muss. Ein weiteres Sesambein ist das Erbsenbein, ein Handwurzelknochen, der in der Sehne des Musculus flexor carpi ulnaris ist.

Sichtungskategorie

Die Einteilung von Patienten in Sichtungskategorien ist das Ergebnis der Sichtung (auch Triage genannt) bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten. Diese Kategorisierung ermöglicht die Planung und den gezielten Einsatz der notfallmedizinischen Ressourcen, die zur Bewältigung des Einsatzes notwendig sind. Damit werden zum Beispiel Rettungsmittel angefordert, nachfolgende Einsatzkräfte schnell eingewiesen und die Versorgung (z. B. innerhalb eines Behandlungsplatzes) strukturiert.

SG-Zelt

SG-Zelte verschiedener Größenordnung werden besonders im Katastrophenschutz verwendet. Hier werden sie als Küchenzelte, Sanitätszelte, Unterkunftszelte oder ähnliches verwendet, sofern kein geeignetes bauliches Objekt zur Verfügung steht. Die Abkürzung „SG“ steht für „Stangen-Gerüst“, vereinzelt auch für „Sanitäts-Gerüst“. SG-Zelte werden in diversen Größenordnungen angeboten. Die Bezeichnung gibt die ungefähre Grundfläche in Quadratmetern an. Das kleinste SG-Zelt ist das SG20 mit rund 20 m² Grundfläche (23,70 m²). Das nächstgrößere ist das SG30 mit rund 30 m² Grundfläche (33,80 m²), eine weitere gebräuchliche Variante ist das SG50. Ist beim Name eine weitere Null angehängt (z.B. SG300) so ist dies ein Hinweis auf eine größere Firsthöhe durch längere Fußstangen.

Shunt

Als Shunt wird in der Medizin eine Kurzschlussverbindung mit Flüssigkeitsübertritt zwischen normalerweise getrennten Gefäßen oder Hohlräumen bezeichnet. Dieser kann natürlich vorkommen (z. B. im Rahmen von Fehlbildungen) oder auch im Rahmen einer medizinischen Maßnahme künstlich angelegt werden.

Sinus caroticus

Als Sinus caroticus (auch Karotissinus oder Bulbus) wird die Anfangserweiterung am Ursprung der Arteria carotis interna (innere Kopfschlagader) bezeichnet. In der Gefäßwand des Sinus caroticus befinden sich Pressorezeptoren (auch Barorezeptoren genannt), also Rezeptoren, die den Blutdruck im Blutgefäßsystem registrieren.

Sinusknoten

Der Sinusknoten (Nodus sinuatrialis), auch Sinuatrial-Knoten (SA-Knoten) oder Keith-Flack-Knoten, ist der primäre elektrische Taktgeber der Herzaktion. Er liegt im rechten Vorhof (Atrium dextrum) des Herzens im Bereich der Mündung der oberen Hohlvene, dem sogenannten Sinus venarum cavarum. „Sinus“ bzw. „Sinuatrial“ leiten sich also von der Lage dieses Taktgebers ab. Er ist Teil des Erregungsbildungssystems des Herzens. Durch den Sinusknoten entsteht der Sinusrhythmus

Skelettmuskulatur

Als Skelettmuskulatur bezeichnet man diejenigen Muskeln, die vor allem für die willkürlichen, aktiven Körperbewegungen zuständig sind, zum Beispiel die Bewegung von Armen und Beinen. Die Skelettmuskeln gehören wie die Herzmuskulatur zur Quergestreiften Muskulatur. Abweichend findet man Muskeln dieses Typs ebenfalls in der Zunge, in den Muskeln des Kehlkopfes und in der Muskulatur des Zwerchfells, obwohl ihre Aufgabe nicht die Bewegung des Skeletts ist.

Skorbut

Skorbut ist eine Erkrankung, die durch einen Mangel an Ascorbinsäure (Vitamin C) ausgelöst wird. Bei Säuglingen wird die Erkrankung auch als Möller-Barlow-Krankheit oder Möller-Barlow-Syndrom bezeichnet.

SODIS Solar Water Disinfection

SODIS (Abkürzung für Solar Water Disinfection) ist ein Verfahren zur Wasserentkeimung und beruht auf der keimtötenden Wirkung der UV-A-Strahlung im Sonnenlicht. Die WHO empfiehlt SODIS als eine effektive Methode zur Wasserbehandlung auf Haushaltsebene. SODIS wird in zahlreichen Entwicklungsländern in einer steigenden Zahl von Haushalten angewendet.

Somnolenz

Somnolenz bezeichnet in der Medizin eine Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit als leichtere Form der Bewusstseinstrübung (mit Erweckbarkeit und mit meist nicht vollständiger Erinnerungslücke (Amnesie)). Es stellt sich als Schläfrige Teilnahmslosigkeit dar. Der Patient reagiert aber sofort auf Reize und ist dann kurzzeitig "voll da".

Sonnenstich

Ein Sonnenstich (Insolation, Heliosis) entsteht durch lange andauernde direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf und den Nackenbereich. Der für diese Schädigung verantwortliche Teil der Sonnenstrahlung ist der langwellige, d. h. die Wärmestrahlung des Sonnenlichtes. Das führt zu einer Schwellung der Hirnhaut. So gesehen ist ein Sonnenstich ein isolierter Hitzschlag des Kopfes, also ein rein thermisches Problem. Die immer wieder auftauchende Erklärung, die Hirnhautreizung entstehe durch den UV-Anteil des Sonnenlichtes, ist ein Mythos. Die UV-Strahlung kann die Haut nicht durchdringen, geschweige denn den knöchernen Schädel.[1] Der Sonnenstich äußert sich durch Schwindel, Übelkeit, die zum Erbrechen führen kann, und Nackenschmerzen bis hin zu Nackensteifigkeit (Meningismus). Auch Ohrgeräusche kommen vor. Bei Kleinkindern kann intensive Sonnenbestrahlung eine Hirnhautentzündung herbeiführen, die sogar mit dem Tod enden kann. Die Fontanellen sowie die spärliche Kopfbehaarung der ersten beiden Lebensjahre tragen zu diesem Krankheitsrisiko bei.

Sonografie

Sonografie, auch Echografie oder umgangssprachlich Ultraschall genannt, ist die Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe in der Medizin.

Sopor

Als Sopor (lat. tiefer Schlaf) bezeichnet man eine Form der quantitativen Bewusstseinsstörung, bei der der Patient sich in einem schlafähnlichen Zustand befindet, in dem nur durch starke Stimuli (z. B. Schmerzreize) Reaktionen (z. B. Abwehrbewegungen) ausgelöst werden können. Ein volles Erwecken des Patienten ist dabei meist nicht mehr möglich. Die Reflexe sind erhalten, der Muskeltonus ist herabgesetzt. Schlafähnlicher Zustand, der mit massiven Reizen (Kneifen, Rütteln oder lautes Ansprechen) durchbrochen weden kann. Der Patient reagiert mit Abwehrreaktionen, wird aber nicht richtig "voll wach".

Soor

Soor ist eine Candidose der Haut oder Schleimhäute. Eine Candidose ist eine Infektion der Haut, der Schleimhäute oder der inneren Organe mit einem Hefepilz der Gattung Candida. Erreger der auch als Candidiasis, Candidamykose oder Hefemykose bezeichneten Erkrankung ist meist Candida albicans.

Speiche

Die  Speiche (Lateinisch Radius) ist neben der Elle (Ulna) einer der beiden Knochen des Unterarmes. Die Speiche ist daumenseitig gelegen, kräftiger als die Elle und ein typischer Röhrenknochen.

Sperr Notruf

Die Zentrale Anlaufstelle zur Sperrung elektronischer Berechtigungen ist eine von der Bundesnetzagentur eingerichtete Telefonnummer zur Sperrung elektronischer Medien wie Kredit- und EC-Karten, digitaler Signaturen, Krankenkassenkarten, Mitarbeiter-Ausweisen, Kundenkarten oder sensibler Online-Berechtigungen.

Spineboard

Das Spineboard, je nach Hersteller auch Millerboard, Backboard oder Rettungsbrett genannt, ist ein Hilfsmittel zur Rettung verunfallter Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist. Das Spineboard besteht entweder aus Holz oder auch aus Hartplastik, das je nach Hersteller bis 1.000 kg Gewicht tragen kann. Es ist meistens schwimmfähig und komplett röntgendurchlässig.

Spirometrie

Die Spirometrie oder auch Spirographie ist ein medizinisches Verfahren zur Messung und Aufzeichnung des Lungen- bzw. Atemvolumens.

Spontanfraktur

Knochenfraktur, die nicht durch einen Unfall, sondern bei einer normalen Belastung des Knochens eintritt (zum Beispiel bei schwerer Osteoporose, Knochenkrebs, Cushing-Syndrom,Tuberkolose, Syphilis) Die Neigung zu Spontanfrakturen kann auch angeboren sein. Einige Medikamente scheinen Spontanfrakturen zu begünstigen.

Spritze

Als Spritze bezeichnet man ein medizinisches Instrument, das zur Verabreichung (Injektion) von flüssigen Medikamenten – sogenannten Injektabilia – verwendet wird.

Sprunggelenk

Das Sprunggelenk ist das Verbindungsgelenk zwischen dem Unterschenkel und dem Fuß. Man unterscheidet das obere Sprunggelenk (OSG) und das untere Sprunggelenk (USG).

Spulwurm

Der Spulwurm (Ascaris lumbricoides) ist ein den Menschen und Tiere (Affen, Bären) befallender Parasit, der ohne Zwischenwirte auftritt. Er gehört zu den Fadenwürmern.

Spurenelement

Als Spurenelemente (Mikroelemente) bezeichnet man Mineralstoffe, die im Gegensatz zu den Mengenelementen in verschiedenen Medien in Massenanteilen von weniger als 50 mg/kg im menschlichen Körper vorkommen. Mineralstoffe, die in Konzentrationen von weniger als 1 µg/kg vorkommen, werden gelegentlich als Ultra-Spurenelemente bezeichnet.

Stabile Seitenlage

Die stabile Seitenlage ist die Standardlagerung einer selbstständig atmenden bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Person im Rahmen der lebensrettenden Sofortmaßnahmen.

STaRT-Schema

STaRT-Schema Englisch für Simple Triage and Rapid Treatment ist ein Verfahren der Triage. Das Schema dient als Entscheidungshilfe bei einem Massenanfall von Verletzten bei dem begrenzte Hilfsresourcen zur Verfügung stehen.

Stenose

Eine Stenose (griechisch στένωση, sténosi, „Verengung“ von στενός, stenós, „eng“) ist eine Verengung von Blutgefäßen oder anderen Hohlorganen.

Sterillium

Sterillium oder Softa-Man acute sind Markennamen von Desinfektionsmitteln zum Einreiben der Haut. Beide Produkte sind bakterizid, fungizid, tuberkulozid, begrenzt viruzid (inkl. Hepatitis B, Hepatitis C, HIV [gem. RKI-Empfehlung Bundesgesundheitsblatt 2008]). Wirksame Bestandteile des Mittels Sterilium sind 2-Propanol, 1-Propanol und Mecetroniumetilsulfat und bei Softa-Man acute zusätzlich zu Propanol und Ethanol noch weitere wichtige Wirkstoffe. Werden hauptsächlich im professionellen Bereich eingesetzt.

Sterilisation

Mit Sterilisation (auch: Sterilisierung) bezeichnet man Verfahren, durch die Materialien und Gegenstände von lebenden Mikroorganismen befreit werden. Den damit erreichten Zustand der Materialien und Gegenstände bezeichnet man als „steril“.

Steri-Strip®

Es handelt sich um Klebestreifen, welche das Annähern von Wundrändern erlaubt, entweder alleine oder in Kombination mit einfachen Stichen oder einer fortlaufenden Naht. Es existieren verschiedene Breiten zur Anwendung an verschiedenen Körperteilen:

Sternum

Das Sternum lateinisch für Brustbein ist ein platter, schwertförmiger Knochen in der vorderen Mitte des Brustkorbs, an dem die Rippen bzw. deren knorpelige Verlängerungen ansetzen. Für hinter dem Brustbein gelegene Strukturen verwendet man die Lagebezeichnung retrosternal, für seitlich des Brustbeins gelegene parasternal.

Stromunfall

Als Stromunfall, Elektrounfall oder auch Elektrischer Schlag wird eine Verletzung durch die Einwirkung von elektrischem Strom auf den Menschen oder auf Tiere bezeichnet

Subarachnoidalblutung

Die Subarachnoidalblutung (von griech. ἀραχνοειδής, „die spinnenartige [Hirnhaut]“, abgeleitet; siehe Spinnenhaut) ist ein krankhaftes Geschehen im Bereich des zentralen Nervensystems. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass freies Blut in den mit Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) gefüllten Subarachnoidalraum gelangt. Ursache für diese spezielle Form des Schlaganfalles ist in den meisten Fällen das Platzen eines arteriellen Gefäßes aufgrund einer Missbildung. Der Zustand der freien Blutung führt zu Reizungen von Blutgefäßen des Gehirns und der Hirnhäute. Eine Anstauung von Hirnflüssigkeit mit Druckerhöhung im Schädel (Hydrocephalus) ist typisch für einen komplizierten Verlauf. Die Subarachnoidalblutung geht mit plötzlichem schwerstem Kopfschmerz und Nackensteifigkeit einher. Sie kann zu kurzzeitigen Bewusstseinsstörungen, aber auch zu schwersten dauerhaften Gehirnfunktionsstörungen führen.

Subkutan

Der Begriff subkutan (von lat. sub = unter, cutis = Haut, Abk. s.c.) bedeutet "unter der Haut (befindlich)" oder "unter die Haut verabreicht".

Summenformel

Eine Summenformel, auch Molekülformel (oft auch unpräzise Chemismus), dient in der Chemie dazu, die Anzahl der gleichartigen Atome in einem Molekül anzugeben. Sie gibt also das Teilchenzahlenverhältnis und damit auch das Stoffmengenverhältnis der Teilchen an, die im Molekül  enthalten sind.

Survival-Kit

Jeder, der längere Zeit allein auf sich gestellt und ohne fremde Hilfe sein wird, sollte sich unbedingt mit einem selbst zusammengestellten Überlebenspäckchen (Survival-Kit) und  einem Überlebensgürtel oder -Beutel ausstatten. Ein Survival-Kit ist übrigens keine Erfindung der heutigen Zeit: schon im 2. Weltkrieg waren britische Bomberbesatzungen damit ausgerüstet. Das Survival-Kit  muss praktisch zu einem Körperteil werden, das nur auf der Flucht und auch dann nur zu allerletzt weggeworfen wird. Es bedeutet u.U. den Unterschied zwischen Leben und Tod! Ein sorgfältig zusammengestelltes Survival-Kit ist alles, was du zum Überleben benötigst.

Suxamethoniumchlorid

Suxamethoniumchlorid ist ein Medikament welches Verwendung in der Narkoseeinleitung findet, häufig in Kombination mit einem kurzwirkenden Narkotikum. Suxamethoniumchlorid ist eine dem Acetylcholin verwandte synthetische Substanz. Es führt zu einer kurz dauernden Muskelerschlaffung und wird daher zur Erleichterung der endotrachealen Intubation eingesetzt. Auch bei Operationen wird es als Muskelrelaxanz eingesetzt durch wiederholte Gabe. Es wird unter dem Handelsnamen Lysthenon® vertrieben.

Synkope

In der Medizin ist eine Synkope (umgangssprachlich auch als Kreislaufkollaps bezeichnet) eine plötzlich einsetzende, kurz andauernde Bewusstlosigkeit, die mit einem Verlust der Haltungskontrolle einhergeht und ohne besondere Behandlungsmaßnahmen spontan wieder aufhört.

Synovia

Synovia (auch Synovialflüssigkeit oder „Gelenkschmiere“) ist eine viskose, fadenziehende, klare Körperflüssigkeit in echten Gelenken. Sie wird von der Membrana synovialis, der Innenschicht der Gelenkkapsel gebildet und bildet einen Gleitfilm auf den Gelenkflächen. Der Begriff ist von griech. syn „zusammen mit“ und ovia „Eiweiß“ abgeleitet