Lymphozytose

Die Lymphozytose ist ein Befund der Blutbilduntersuchung, der durch eine erhöhte Lymphozytenzahl charakterisiert ist. Sie ist somit ein Sonderfall der Leukozytose. Es werden absolute und relative Lymphozytosen unterschieden. Im ersten Fall ist die Gesamtzahl (normal sind etwa 1.000 - 4.800/µl Blut) erhöht, im zweiten Fall nur der prozentuale Anteil der Lymphozyten an den Leukozyten im Rahmen des sogenannten Differentialblutbildes (rund 16 - 45 %) zu hoch, was auch an einer relativen Verminderung der myeloischen Zellreihe liegen kann.

Als Ursache einer isolierten Lymphozytose kommen vor allem virale Infektionen und Erkrankungen der blutbildenden Organe (Akute lymphatische Leukämie, Chronische lymphatische Leukämie) in Frage. Eine Lymphozytose kommt darüber hinaus als Spätreaktion bei Entzündungen und bei chronischen Infektionskrankheiten und chronischen Allergien vor. Bei Kindern bzw. Jungtieren ist eine Lymphozytose physiologisch.

Im weiteren Sinne kann auch eine Erhöhung der Lymphozytenzahlen in anderen Körperflüssigkeiten (z. B. im Liquor cerebrospinalis) so bezeichnet werden.

Quelle : Wikipedia

 

Die Erhöhung der Lymphozytenzahlen läßt auf folgende Krankheitsbilder schließen:

Bestimmte akute Infektionen: Keuchhusten, Akute Infektiöse Lymphozytose, Mononukleose (Morbus Pfeiffer, Kissing Disease), Röteln, Hepatitis, Zytomegalievirusinfektion
Bestimmte chronische Infektionen: Brucellose, Tuberkulose, Syphilis
Bösartige Bluterkrankungen: ausschwemmende Non-Hodgkin-Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) - z.B. Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL), Immunozytom (IC), Prolymphozytenleukämie (PLL), Haarzellleukämie (HZL)
Das Ergebnis einer Automatenzählung kann auch bei akuten lymphatischen oder sehr unreifen akuten myeloischen Leukämien eine Lymphozytose ausweisen.
Relative Lymphozytose: Mumps, Hyperthyreose und bei den meisten Zuständen die mit Neutropenie einhergehen (z.B. Typhus).
Nebennierenrindenunterfunktion, Unterfunktion des Vorderlappens der Hirnanhangsdrüse
Opiatabhängigkeit (oft mit im Mikroskop auffälligen Formen)
Bei folgenden Medikamenten wurde eine Erhöhung der Lymphozyten beobachtet: Aminosalicylsäure (z.B. Aspro) u.a.
Relative Erhöhungen der Lymphozyten (angegeben in % der weißen Blutkörperchen) entstehen natürlich auch bei der Verminderung der anderen weißen Blutkörperchen.

Quelle : www.med4you.at