Palpation

Als Palpation (von lateinisch palpare = streicheln) bezeichnet man in der Medizin die Untersuchung des Körpers durch Betasten.
Die Palpation ist eines der ältesten Diagnoseverfahren und zählt wie die Inspektion, die Auskultation und die Perkussion zur körperlichen Untersuchung in der Medizin. Das Abtasten kann mit einem oder mehreren Fingern sowie der Handfläche geschehen. Eine Palpation mit beiden Händen wird als bimanuelle Palpation bezeichnet. Sie wird meist eingesetzt, um ein Organ – wie zum Beispiel die Milz – mit der einen Hand der untersuchenden Hand näher zu bringen. Beurteilt werden dabei Konsistenz, Elastizität, Beweglichkeit, Schmerzempfindlichkeit sowie die Größe der zu untersuchenden Organe oder Körperstrukturen.

Pankreas

Der Pankreas (griech.: pánkreas, pán für „alles“, kréas für „Fleisch“) auf Deutsch Bauchspeicheldrüse – ist ein quer im Oberbauch liegendes Drüsenorgan. Die von der Drüse gebildeten Verdauungsenzyme werden über einen oder zwei Ausführungsgänge in den Zwölffingerdarm abgegeben. Sie ist daher eine exokrine Drüse (exokrin „nach außen abgebend“). Diese Verdauungsenzyme spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung im Darm in ihre Grundbestandteile und zerkleinern sie damit in eine von der Darmschleimhaut aufnehmbare (resorbierbare) Größe. Darüber hinaus werden in der Bauchspeicheldrüse Hormone gebildet, die direkt an das Blut überführt werden. Damit ist sie gleichzeitig auch eine endokrine Drüse (endokrin „nach innen abgebend“). Dieser endokrine Anteil des Pankreas sind die Langerhans-Inseln, die vor allem für die Regulation des Blutzuckerspiegels (über die Hormone Insulin und Glucagon) sowie von Verdauungsprozessen verantwortlich sind.

Pankreatitis

Die Pankreatitis (von griech. pánkreas „Bauchspeicheldrüse“ – pán „alles“, kréas „Fleisch“ – –ίτις, -itis für „Entzündung“), die Bauchspeicheldrüsenentzündung, lässt sich prinzipiell in zwei Verlaufsformen unterteilen, in die akute und chronische. Eine akute Pankreatitis zeigt sich durch heftigen Schmerz im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Fieber. Sie wird vor allem durch eine intensive intravenöse Flüssigkeitsgabe und die Gabe von Schmerzmitteln behandelt. Die chronische Pankreatitis äußert sich in wiederholtem Oberbauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Fehlverdauung, Fettstuhl und Gewichtsabnahme.

Panthenol

Panthenol ist eine Vorstufe des Vitamins Pantothensäure, das im Organismus zur Bildung von Coenzym A benötigt wird. Coenzym A hat zentrale Funktionen in vielen Stoffwechselvorgängen. Panthenol wird hauptsächlich äusserlich zur Behandlung von Erkrankungen der Haut und Schleimhaut verwendet.

Pantolax®

Pantolax® Wirkstoff Suxamethoniumchlorid ist ein Medikament welches Verwendung in der Narkoseeinleitung findet, häufig in Kombination mit einem kurzwirkenden Narkotikum. Suxamethoniumchlorid ist eine dem Acetylcholin verwandte synthetische Substanz. Es führt zu einer kurz dauernden Muskelerschlaffung und wird daher zur Erleichterung der endotrachealen Intubation eingesetzt. Auch bei Operationen wird es als Muskelrelaxanz eingesetzt durch wiederholte Gabe.

Paradoxe Atmung

Als paradoxe Atmung wird in der Medizin ein Phänomen bezeichnet, das nach dem Bruch (Fraktur) mehrerer benachbarter Rippen (Rippenserienfraktur) auftreten kann. Im Bereich der Frakturen kann sich der Brustkorb (Thorax) während der Einatmung (Inspiration) dann möglicherweise nicht ausdehnen, wie es normalerweise üblich ist. Kommt es durch den Sog der Inspiration gar zu einer Einziehung der gebrochenen Rippenabschnitte, so spricht man von einer paradoxen Atmung.

Parästhesie

Eine Parästhesie (griechisch παραίσθηση, paraisthese, wörtlich „daneben, daran vorbei“ Wahrnehmung) ist eine nicht schmerzhafte Empfindung im Versorgungsgebiet eines Hautnerven ohne erkennbare, adäquate, physikalische Reize und wird von den Betroffenen meist als Kribbeln, Ameisenlaufen, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, Schwellungsgefühl und Kälte- oder Warmempfindung beschrieben.

Paravasat

Ein Paravasat entsteht bei Injektionen oder Infusionen, wenn die Injektions- oder Infusionsflüssigkeit in das Gewebe neben dem punktierten Gefäß gelangt, statt in das Gefäß selbst. Den Prozess der Entstehung eines Paravasats nennt man Paravasation. Eine Paravasation bedeutet dass eine medizinische Infusion, die der Patient bekommt, fälschlicherweise nicht in die für diese Infusion vorgesehene Vene gelaufen ist, sondern in das umgebende Armgewebe. Die ausgetretene bzw. fehlplatzierte Flüssigkeit wird als Paravasat bezeichnet. In den meisten Sprachen, z. B. in Englisch oder Italienisch, heißt Paravasation Extravasation.

Parenteral

Parenteral bedeutet wörtlich „am Darm vorbei“, „unter Umgehung des Darmes“ (beide Wortteile kommen aus dem Griechischen: παρα-, para-, „neben-“, έντερο(ν), éntero(n), „der Darm“). Gemeint sind meist Verabreichungsformen von Medikamenten unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes, wo einige Medikamente bereits verdaut, in der Leber verstoffwechselt (First-Pass-Effekt und Enterohepatischer Kreislauf) oder gar nicht erst resorbiert werden. Es kann sich aber auch auf den parenteralen Ausbreitungsweg einer Krankheit wie etwa der Malaria beziehen.

Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns (die Basalganglien), die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind. Die langsame Degeneration von Zellen der Substantia nigra (Schwarze Substanz) verursacht einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Dieser Mangel führt zu den klassischen Symptomen der Krankheit. Im Deutschen wird die Parkinson Krankheit auch als Schüttellähmung bezeichnet. Sie ist vor allem gekennzeichnet durch Bewegungsarmut, 2. Zittern in Ruhe, Muskelsteifheit, Gang- oder Gleichgewichtsstörungen.

Parotis

Die Ohrspeicheldrüse (auch Parotis oder Glandula parotidea) ist die größte Speicheldrüse im Kiefer-Mundbereich. Sie unterscheidet sich von den anderen Mundspeicheldrüsen durch ihre Größe, Lage, sowie die Zusammensetzung des Speichels, den sie produziert.

Parotitis

Eine Parotitis ist eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea). Man unterscheidet eine Parotitis acuta und eine Parotitis epidemica.

Patella

Die Patella (lateinisch) Deutsch Kniescheibe ist ein flacher, scheibenförmiger, von vorne betrachtet dreieckiger Knochen, der vor dem Kniegelenk liegt, an dessen Gelenkflächen er beteiligt ist. Die Kniescheibe fungiert als Sesambein in der Sehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels (Musculus quadriceps femoris). Sie schützt das Kniegelenk und verlängert den Hebelarm des Quadrizeps.

Patellasehnenreflex

Der Patellarsehnenreflex (auch Kniesehnenreflex, Kniephänomen, Patellareflex oder Quadricepsdehnungsreflex) ist ein monosynaptischer (über nur eine Synapse verschalteter) Reflex aus der Gruppe der Eigenreflexe. Der Reflex wird durch einen leichten Schlag auf die Patellarsehne unterhalb der Kniescheibe ausgelöst. Dabei handelt es sich um die Ansatzsehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels (Musculus quadriceps femoris). Als Reflexantwort kommt es durch Kontraktion des Quadriceps zu einer Streckung des Kniegelenks .

Payr-Zeichen

Das Payr-Zeichen dient dem klinischen Nachweis einer tiefen Beinvenenthrombose bzw. einer Venenentzündung (Phlebitis). Es ist nach dem Arzt Erwin Payr (1871-1946) benannt. Der Untersucher drückt dabei mit den Fingern die Fußsohle des betroffenen Beines ein. Eine bestehende Druckschmerzhaftigkeit, insbesondere der innenseitigen Fußsohle weist auf das mögliche Vorliegen einer Venenthrombose/Phlebitis hin. Das positive Payr-Zeichen ist aber ein unsicheres Zeichen für eine Beinvenenthrombose. Die Sensitivität und Spezifität sind relativ niedrig. Daher ist das Payr-Zeichen als Hinweis für einen weiteren Abklärungsbedarf zu verstehen und macht weitere diagnostische Schritte wie z. B. eine Venen-Duplex-Sonografie (Mittel der ersten Wahl) oder eine Phlebografie (eher selten wegen Strahlenbelastung) notwendig

Peak-Flow

Der Peak Flow ist ein Messwert in der Medizin, der angibt, mit welcher Geschwindigkeit eine Person Luft aus ihrer Lunge blasen kann. Gemessen wird dieser mit einem Peak-Flow-Meter oder einem Spirometer. Ein Peak-Flow-Meter ist eine kleines Gerät aus Kunststoff, das Asthmatikern von Ärzten als Hilfsmittel rezeptiert werden kann. Ein Spirometer ist ein Gerät, das in Arztpraxen zum Messen der Lungenfunktion eingesetzt wird.

Peak-Flow-Meter

Ein Peak-Flow-Meter ist ein kleines Meßgerät mit dessen Hilfe Asthma-Patienten die Weite Ihrer Atemwege bestimmen können. Ein Peak-Flow-Meter mißt die maximale Geschwindigkeit mit der ein Patient ausatmen kann, in Englisch peak expiratory flow rate (PEFR oder PEF) genannt.

Péan-Klemme

Eine Péan-Klemme ist ein chirugisches Besteck benannt nach dem französischer Chirurgen Jules Émile Péan (1830 - 1898) Bei der Péan-Klemme handelt es sich um eine an den Enden stumpf abgerundete Klemme mit einem selbsthaltenden , stufenweisen Schloß. Die Innenseite ist kurz, quer oder schräg geriffelt. Es gibt sowohl gerade als auch gebogene  Péan-Klemmen.  Péan-Klemmen werden zum Abklemmen von Blutgefäßen , Sonden , Kathetern , Nabelschnüren und bei Endotrachealtuben zum Blocken des Cuffs eingesetzt.

Pech Regel

Die PECH-Regel (PECH für Pause - Eis - Compression - Hochlagern) fasst die Behandlungsmaßnahmen zusammen, deren Anwendung bei Muskel- und Gelenkverletzungen empfohlen wird, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. In englischsprachigen Ländern spricht man von RICE, dieses steht für rest, ice, compression, elevation.

PEEP-Beatmung

Ein PEEP Abkürzung für "positive end-expiratory pressure" auf Deutsch "positiver endexspiratorischer Druck", bezeichnet einen bei der Beatmung künstlich in der Lunge erzeugten positiven Druck, der nach Abschluss der Ausatmung (Exspiration) anliegt. Dieser Druck erhöht den Atemwegsmitteldruck und die funktionelle Residualkapazität. PEEP kann dazu beitragen, einen Kollaps der Lungenbläschen, der Alveolen, zu verhindern und beugt damit Atelektasen vor. Außerdem kann in vielen Fällen die Sauerstoffsättigung des Blutes verbessert werden.

Pepdul®

Pepdul® ist ein H2-Antihistaminikum und hemmt die Magensäureproduktion.Der Wirkstoff von Pepdul® ist Famotidin.

Perikard

Der Perikard (Pericardum) lateinisch für Herzbeutel ist ein bindegewebiger Sack, der das Herz umgibt und dem Herzen durch eine schmale Gleitschicht freie Bewegungsmöglichkeit gibt. Er enthält als Gleitmittel eine geringe Menge (beim Menschen 20–50 ml) seröser Flüssigkeit (Liquor pericardii).

Perikarditis

Als Perikarditis (Herzbeutelentzündung) bezeichnet man in der Medizin eine Entzündung des bindegewebigen Herzbeutels (Perikard) unterschiedlicher Ursache. Häufig findet man begleitend einen Perikarderguss, später auch Fibrosierungen und Verkalkungen, was eine erhebliche Beeinträchtigung der Herzfunktion zur Folge haben kann. Fast immer sind auch direkt unterhalb des Perikards liegende Schichten des Herzmuskelgewebes (Myokard) in unterschiedlich starker Ausprägung von der Entzündung mitbetroffen (Perimyokarditis). Ist zusätzlich auch noch die Innenschicht des Herzens (Endokard) beteiligt, spricht man von einer Pankarditis.

Peripherer Widerstand

Schlagadern und Venen besitzen eine Wandspannung , die dem Blutauswurf des Herzens einen gewissen variablen Widerstand entgegensetzen. Dieser Widerstand wird zur Kreislaufregulation und zu bedarfsgerechten Verteilung des Blutes in die einzelnen Organe vom Körper variiert. Synonym zum Begriff peripherer Widerstand wird auch der Begriff Nachlast (afterload) benutzt. Der englische Ausdruck heißt total vascular resistance und wird mit TVR abgekürzt. Synonym wird der Begriff systemic vascular resistance benutzt.

peroral

Peroral (von lat. per „durch, über“ und os, oris „Mund“) ist ein in der Medizin und Pharmazie verwendeter Begriff und bezeichnet die Applikation von Arzneimitteln durch den Mund. Abgekürzt wird der Begriff peroral mit p. o..

Periost

Als Knochenhaut (bzw. Beinhaut), medizinisch Periost (Periosteum, gr.: peri- = um, herum; gr.: oste'on = Knochen) wird die den Knochen bedeckende bindegewebige Hülle bezeichnet. Das die inneren Knochenoberflächen (Spongiosabälkchen, Markhöhle) überziehende Häutchen wird als Endost (Endosteum) bezeichnet.

Peritoneum

Das Peritoneum (von griech. peritonaion „das Ausgespannte“) oder Bauchfell kleidet als seröse Haut den Bauchraum aus. Es umgibt die meisten inneren Organe unterhalb des Zwerchfells bis zum Eingang des kleinen Beckens. Es ist durch ein einschichtiges, flaches Epithel gekennzeichnet.

Perkussion

Unter der Perkussion versteht man in der Medizin das zu diagnostischen Zwecken durchgeführte Abklopfen der Körperoberfläche. Sie ist Teil der körperlichen Untersuchung. Das Tätigkeitswort heißt perkutieren, das Eigenschaftswort perkutorisch oder auch perkussorisch.

Perkussionshammer

Der Perkussionshammer ist ein in der medizinischen Diagnostik bei der Technik der Perkussion gebräuchliches Instrument. Seine Form erinnert an einen Hammer. Es existieren allerdings viele unterschiedliche Modelle, die meist nach dem Erfinder benannt werden. Einige Beispiele sind: Joseph Babinski, Berliner, Buck, Joseph Jules Dejerine, William Christopher Krauss, Abraham Rabiner, Rossier, John Madison Taylor, Traube, Ernst L. O. Trömner.

PERSKINDOL® Classic Gel

PERSKINDOL Classic Gel ist ideal für die gezielte lokale Behandlung von Muskel- oder Gelenkbeschwerden. Der auf einer geschmeidigen Grundlage basierende Gel zieht nach kurzem Einreiben rückstandsfrei ein. PERSKINDOL Classic Gel aktiviert die Durchblutung und verbessert dadurch die Mikrozirkulation in den Muskelfasern wirkt gezielt Schmerz lindernd dank l-Menthol und natürlichen Salicylaten ist äusserst angenehm im Gebrauch (fettfrei, rasch einziehend, frisch im Duft)

Perspiratio insensibilis

Unter Perspiratio insensibilis versteht man das nicht merkliche Verdunsten von Wasser aus dem Körper über Haut (vgl. Schweiß), Schleimhäute und Lungenbläschen. Auf diesem Wege verliert ein Erwachsener unter Normalbedingungen ca. 900 ml Wasser (von 600 bis 1000 ml) innerhalb von 24 Stunden. Das ist abhängig von Körperaktvitäten, Atemfrequenz, Fieber u.ä. In der Ausatmungsluft ist mehr Wasser enthalten als beim Einatmen.

Pertussis

Pertussis, volkstümlich Stickhusten,Keuchhusten ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis, seltener durch Bordetella parapertussis ausgelöste hochansteckende Infektionskrankheit. Nach einem unspezifischen Anfangsstadium verläuft sie regelhaft über mehrere Wochen. Nach einem uncharakteristischen Beginn mit erkältungsartigem Husten, das Stadium catarrhale genannt wird, treten im Stadium convulsivum anfallsartig typische stakkatoartige Hustenattacken auf. Bei Säuglingen können sich die Hustenanfälle untypisch als Atemstillstände äußern und somit lebensbedrohlich verlaufen. Schließlich nehmen die Hustenattacken an Zahl und Schwere im Stadium decrementi allmählich ab. Eine ursächliche Therapie ist nur im Anfangsstadium möglich. Zur Prophylaxe existiert eine allgemein empfohlene wirksame Impfung. In Deutschland besteht eine Meldepflicht im Todesfall

Pest

Die Pest (lat. pestis „Seuche“), ist eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Sie ist ursprünglich eine Zoonose von Nagetieren (Murmeltieren, Ratten, Eichhörnchen), bei deren Populationen sie enzootisch sein kann. Daher kommt auch der Begriff „Silvanische Pest“ (lat. silva „Wald“) bei sich daran unmittelbar ansteckenden Menschen. Die Möglichkeit eines Ausbruchs dieser Erkrankung ist je nach Umständen nahezu weltweit gegeben.

Pethidin

Pethidin (in den USA auch als meperidine bezeichnet) ist das älteste vollsynthetische Opioid. Es wurde 1939 bei den I.G. Farben synthetisiert (Handelsname Dolantin®). Während Pethidin in Deutschland immer weiter durch modernere Präparate abgelöst wird, ist es weltweit nach wie vor eines der wichtigsten starken Analgetika.

Pfefferspray

Pfefferspray ist ein Reizstoff, der gegen Menschen und andere Säugetiere wirkt. Mit dem Begriff ist meist ein Sprühgerät mitsamt dem enthaltenem Wirkstoff Oleoresin capsicum (OC) gemeint.
Oleoresin Capsicum wird aus dem Fruchtfleisch tropischer und subtropischer Chilipflanzen gewonnen. Der irreführende Namensbestandteil „Pfeffer“ kam über die englische Bezeichnung „pepper spray“ ins Deutsche, wobei „pepper“ (auch chili pepper, red pepper etc.) für Chilischoten steht. Weiterhin lässt sich die Bezeichnung auf eine Ähnlichkeit in der Schärfe der beiden nicht mit einander verwandten Pflanzen zurückführen. Oleoresin Capsicum ist ein natürlicher, farbloser Wirkstoff, der nicht ätzend ist.

Pfefferspray (EH - Spray)

Die beste und wirkungsvollste Methode zur Behandlung eines Pfefferspray Opfers ist der Einsatz eines Erste-Hilfe-Sprays. Diese Sprays wurden speziell zur Neutralisation von Abwehr- und Pfeffersprays entwickelt. Sie sind geeignet die Reizstoffe aus den Augen und von der Haut „abzuwaschen“.

Pflaster

Ein Pflaster, auch Wundschnellverband (WSV), ist ein kleines Stück Wundauflage, das mit einem Textilklebeband verbunden ist. Die Auflage ist oft mit antibakteriell wirkenden Substanzen – wie Bismutsalzen – präpariert. Es wird dazu verwendet, kleine Wunden abzudecken. Pflaster werden meist in Breiten von 4, 6 und 8 cm und Längen zwischen 25 und 500 cm zum Abschneiden geliefert, was einen flexibleren Einsatz erlaubt als bei den in den letzten Jahren immer mehr verbreiteten Strips - vorgefertigten, einzeln verpackten Streifen in verschiedenen Formen für unterschiedlich große Wunden.

Pfortader

Eine Pfortader (Vena portae) ist eine Vene, die sich erneut in Kapillargebiete aufzweigt. Der Mensch hat zwei Pfortadern, die Leberpfortader, meist nur als Pfortader (Vena portae) bezeichnet und die Hypophysenpfortadern, Venae portales hypophysiales im Gehirn. Den Pfortadern ist dabei gemein, dass sie aus einem Kapillargebiet in das Blut abgegebene Stoffe in hoher Konzentration an die Kapillare eines Zielorgans weiterleiten. Den Pfortadern ist dabei gemein, dass sie aus einem Kapillargebiet in das Blut abgegebene Stoffe in hoher Konzentration an die Kapillare eines Zielorgans weiterleiten.

pH-Wert

Der pH-Wert des Blutes gibt den Säuregrad an. Verschiedene Stoffwechselreaktionen beeinflussen das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen. Auf einer Skala von 0 bis 14 gibt der pH-Wert an, wie sauer oder basisch das Blut ist. Dabei bedeutet 0 extrem sauer, 7 neutral und 14 extrem basisch. Normalerweise hat Blut einen pH-Wert von knapp über 7. Dieser Wert darf nur sehr geringfügig schwanken, sonst kommt es zu Störungen des gesamten Stoffwechsels und der Atmung. Im Blut gibt es eine Reihe an Puffersubstanzen, die pH-Veränderungen durch die Stoffwechselreaktionen gut auffangen und den pH-Wert konstant halten.

Phenprocoumon

Phenprocoumon (Handelsnamen: Marcumar® oder Falithrom®, Marcoumar® in Österreich und der Schweiz) ist ein Arzneistoff, der zur Hemmung der plasmatischen Blutgerinnung eingesetzt wird. Die Medikamente werden der Wirkstoffklasse der Cumarine zugeordnet.

Pitressin®

Vasopressin auch antidiuretisches Hormon, ADH genannt ist ein im Hypothalamus produziertes Peptidhormon mit diuresehemmender und gefäßverengenden (vasokonstriktorischer) Wirkung. Vasopressin wird als Pitressin® von der Firma Pfizer hergestellt. Vasopressin wird als stark blutdrucksteigernde Substanz erfolgreich bei Patienten im Schockzustand eingesetzt. Die Hoffnungen, die in Vasopressin als Alternative zu Adrenalin gesetzt wurden, haben sich jedoch bis jetzt nicht erfüllt. Mehrere große randomisierte Studien konnten keinen Überlebensvorteil bei der Gabe von Vasopressin (40 IU einmalig) nachweisen. Da die Datenlage insgesamt jedoch als ungenügend bewertet wird, gibt es in den aktuellen Reanimationsrichtlinien weder eine Empfehlung für noch gegen die Gabe von Vasopressin.

PLB (Personal Locator Beacon)

PLB (Personal Locator Beacon) sind kleine, tragbare Sender, die in einer Notsituation aktiviert werden können und Alarmsignale aussenden. Die Alarmsignale werden von polumlaufenden und/oder geostationären Satelliten aufgefangen und über eine Bodenstation an eine Einsatzleitstelle weitergeleitet.

Plavix®

Plavix® Wirkstoff Clopidogrel ist ein chiraler Arzneistoff, der als Thrombozytenaggregationshemmer ähnlich der Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin®) eingesetzt wird. Das heißt, er behindert Teile des Gerinnungssystems im Blut und bewirkt damit einen gewissen Schutz vor Arterienverschlüssen, wie beispielsweise bei Myokardinfarkt und Schlaganfall. Clopidogrel wirkt durch die Hemmung der ADP-abhängigen Thrombozytenaktivierung (Gi-Protein) durch irreversible Blockierung des P2Y12-Rezeptor. Der Wirkungseintritt des Medikamentes ist erst nach sieben bis zehn Tagen zu erwarten, bei Gabe einer üblichen Ladedosis von 300 mg oder – nach der ISAR-REACT-Studie besser – 600 mg Clopidogrel dagegen schon nach zwei (bis sechs) Stunden.

Unter einer Plegie (griechisch πληγή, plijí, altgriechische Aussprache plēgḗ, ursprünglich „Schlag“, „Lähmung“, heute „Wunde“) versteht man eine vollständige Lähmung von Skelettmuskeln.

Pleura parietalis

Pleura parietalis auf Deutsch Rippenfell ist das äußere Blatt der Pleura (auf Deutsch Brustfell) und kleidet die Thoraxwand sowie die kraniale (herzseitige) Seite des Zwerchfells von innen aus. Das Rippenfell ist mit den Rippen und dem Zwerchfell verwachsen. Die Pleura  visceralis (auf Deutsch Lungenfell) ist mit dem Rippenfell durch einen dünnen Spalt von wenigen Millimetern von der Pleura parietalis getrennt. Dieser Spalt Cavitas pleuralis (auf Deutsch Pleuraspalt) ist mit einer seriösen Flüssigkeit gefüllt (zirka 5 Milliliter). Im Pleuraspalt herscht ein Unterdruck.

Pleura visceralis

Die Pleura visceralis (auf Deutsch Lungenfell) ist das innere Blatt der Pleura, (auf Deutsch Brustfell) einem dünnen Spalt zwischen der Pleura parietalis (Auf Deutsch Rippenfell) und der Lunge.  Die Pleura visceralis umkleidet die beiden Lungen des Menschen.

Plexus venosus rectalis

Der Plexus venosus rectalis ist ein Venengeflecht, welches um das Rektum, den Enddarm, herum liegt. Aus diesem Venengeflecht fließen 3 Venen ab. Aus dem oberen Anteil entsteht die V. rectalis superior, die in die V. mesenterica inferior mündet, aus der Mitte entspringen die kleinen Venae rectales mediae, die in die V. iliaca interna münden und aus dem unteren Anteil entstehen die Venae rectales inferiores, welche über die V. pudenda in die V. iliaca interna münden.

Pneumonie

Bei der Pneumonie oder Lungenentzündung handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Sie wird meist durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen verursacht, selten auch toxisch durch Inhalation giftiger Stoffe oder immunologisch. Die Entzündung nach einer Röntgenbestrahlung wird meist als Strahlenpneumonitis bezeichnet.

Präeklampsie

Die Präeklampsie (alte Namen: EPH-Gestose, Spätgestose oder Schwangerschaftsintoxikation) bezeichnet eine hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft (Schwangerschaftshypertonie). Charakterisiert wird die Präeklampsie traditionell durch die prognostisch richtungsweisenden Leitsymptome Hypertonie (erhöhter Blutdruck) und einer Proteinurie (Eiweiß im Urin). Ödeme (Wassereinlagerungen) allein beeinflussen die Prognose von Mutter und Kind nicht. Aus diesen ehemals drei Leitsymptomen ergibt sich auch der heute nicht mehr gebräuchliche Name EPH-Gestose: Edema (engl.) für die Ödeme, Proteinurie und Hypertension für den Bluthochdruck.

Präkordinale Faustschlag

Der präkordiale Faustschlag ist ein Manöver, das bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung versucht werden kann, um den bestehenden Kreislaufstillstand zu durchbrechen. Die mechanische Energie des Schlages soll dabei in elektrische Energie umgewandelt werden, die ausreichend ist, um eine Konversion eines Kammerflimmerns, eines Kammerflatterns oder einer ventrikulären Tachykardie in einen gesunden Rhythmus zu bewirken.

Prävalenz

Die Prävalenz oder Krankheitshäufigkeit ist eine Kennzahl der Gesundheits- und Krankheitslehre (Epidemiologie) und sagt aus, wieviele Menschen einer bestimmten Gruppe (Population) definierter Größe – üblicherweise 10.000 oder eine Million – an einer bestimmten Krankheit erkrankt sind.

Praziquantel

Praziquantel wird zur Behandlung von Infektionen mit Bandwürmern und Saugwürmern wie Leber- und Lungenegel verwendet.

Primärharn

Primärharn ist jenes weitgehend eiweißfreie Ultrafiltrat, das bei der Durchblutung der Nieren von den Nierenkörperchen gebildet wird und im Wesentlichen als noch unkonzentrierter Harn bezeichnet werden kann.

PRIND (prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit)

PRIND (prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit). ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (Apoplex) und muss als Warnzeichen gedeutet werden; 10% aller Patienten erleiden innerhalb von einem Jahr einen kompletten Apoplex. Bei einem PRIND treten die gleichen Symptome auf wie bei einem kompletten Apoplex. Im Gegensatz zum TIA (Transitorische ischämische Attacke) halten die Symtome über mehr als 24h an, bilden sich jedoch wie beim TIA wieder völlig zurück.

Propofol

Propofol (Handelsname Disoprivan®, Recofol®) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Hypnotika (Schlafmittel), der aufgrund seiner kurzen Plasmahalbwertszeit und relativ geringen Kumulation als gut steuerbar gilt. In den handelsüblichen Präparaten ist Propofol in einer Lipidemulsion (Sojaöl) gelöst und besitzt daher ein milchig-weißes Aussehen. Propofol wirkt als Hypnotikum (Schlafmittel), hat jedoch keine analgetische (schmerzlindernde) Wirkung. Es wird zur Sedierung, etwa bei Magen- (Gastroskopie) oder Darmspiegelungen (Koloskopie), oder zusammen mit einem Analgetikum zur Einleitung und auch zur Unterhaltung einer Allgemeinanästhesie verwendet.

Prontosan®

Prontosan® ist eine gebrauchsfertige betain- und polihexanidhaltige Lösung. Zur Reinigung, Befeuchtung und Feuchthalten von Wunden undWundverbänden.Gewebeschonende Ablösung von Fibrinbelägen und Resten von Wundauflagen,z.B. Alginaten und Hydrokolloiden. Prontosan® wird von der Firma B. Braun Melsungen AG hergestellt.

Proteine

Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind aus Aminosäuren aufgebaute Makromoleküle. Proteine gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Sie verleihen der Zelle nicht nur Struktur, sondern sind die molekularen „Maschinen“, die Stoffe transportieren, Ionen pumpen, chemische Reaktionen katalysieren und Signalstoffe erkennen. Die Gesamtheit aller Proteine in einem Lebewesen, einem Gewebe, einer Zelle oder einem Zellkompartiment, unter exakt definierten Bedingungen und zu einem bestimmten Zeitpunkt, wird als Proteom bezeichnet.

proximal

proximal (proximus „der Nächste“): zum Körperzentrum hin gelegen oder verlaufend,

Pseudokrupp

Als Pseudokrupp oder Laryngitis subglottica wird eine unspezifische Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes unterhalb der Stimmritze (Glottis) bezeichnet, die durch einen charakteristischen bellenden Husten („Schafhusten“), Heiserkeit und bei schweren Verläufen auch Atemnot geprägt ist. Hauptsächlich betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, nur in seltenen Fällen Jugendliche und junge Erwachsene.

Pulmonalklappe

Das „Auslassventil“ zwischen der rechten Kammer und der Lungenstrombahn heißt Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis). Sie ist als Taschenklappe mit normalerweise drei halbmondförmigen Klappentaschen (Valvulae semilunares) angelegt, die den Rückfluss von Blut in die rechte Herzkammer während der Diastole verhindern. Während der Systole öffnet sich die Klappe, sobald der Druck in der rechten Kammer den in der Pulmonalarterie übersteigt.

Puls

In der Medizin beschreibt der Puls (v. lat.: pellere = schlagen, klopfen; PPP pulsum) überwiegend qualitativ die mechanischen Auswirkungen von Herzaktionen auf die direkte Umgebung oder deren Fortleitung in entferntere Regionen des Körpers durch das Gefäßsystem. Als Puls bezeichnet man sowohl die Pulsfrequenz (Zahl der Impulse pro Minute; zum Unterschied dieser Pulszahl zur Herzfrequenz vgl. Pulsdefizit) als auch die Qualität dieser Impulse (z. B. „weicher“, „schwacher“ oder „schwirrender“ Puls).

Pulsdefizit

Als (peripheres) Pulsdefizit bezeichnet man die Differenz zwischen der Herzfrequenz (per Auskultation oder EKG gemessen) und der peripher messbaren Pulsfrequenz. Grund dafür sind in der Regel Extrasystolen oder eine zu schwache Herzmuskelkontraktion, wie es z. B. bei Vorhofflimmern der Fall ist. Ein Pulsdefizit entsteht aber auch durch schwere Hypotonie, arterielle Durchblutungsstörungen, sowie arterielle Thrombosen. Des Weiteren kann auch ein Karotissinus-Druckverband ein Pulsdefizit hervorrufen

Pulskontrolle

Kein Parameter unseres Körpers ist so aufschlussreich wie der Schlag unseres Herzens. Bereits kleine Erregungen lassen ihn in die Höhe schnellen. Tiefe Entspannung lässt ihn tief in den Keller fallen. Der Puls kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden: Entweder man verwendet ein Pulsmessgerät, oder man führt die Messung manuell aus. Bei der Messung wird die Anzahl der Impulse pro Minute gemessen. Man kann sie auch in anderen Zeiteinheiten messen und in Impulse pro Minute umrechnen. Der puls eines Menschen ist gut tastbar und in der Minute zwischen 60 und 80 Mal fühlbar.

Pulsoxymetrie

Die Pulsoxymetrie oder Pulsoximetrie ist ein Verfahren zur nicht invasiven Ermittlung der arteriellen Sauerstoffsättigung über die Messung der Lichtabsorption bzw. der Lichtremission bei Durchleuchtung der Haut (perkutan).

Pupillendifferenz

Als Pupillendifferenz auch Anisokorie (Adjektiv: anisokor; von griech. a(n): Alpha privativum, isos: gleich, kore: Pupille) wird ein Unterschied in den Pupillenweiten der Augen verstanden. Im Gegensatz dazu steht Isokorie für die Gleichheit der Pupillenweiten.

Pupillenkontrolle

Die Pupillenkontrolle ist eine ergänzende Untersuchung des Pupillenstatus. Sie soll eine differenzierte Aussage über den neurologischen Status erbringen. Die Pupillenkontrolle wird mit einer speziellen Pupillenleuchte oder einer kleinen Taschenlampe durchgeführt. Sie wird in der Regel im Zusammenhang einer Untersuchung des Kopfes durchgeführt. Wichtig ist, daß zusätzliche Informationen aufgrund einer Anamnese erstellt werden müssen.

Pupillenleuchte

Die Pupillenleuchte ist ein diagnostisches Gerät, das zur Überprüfung des Pupillenreflexes der Augen verwendet. Mittels eines schwachen Lichtstrahls werden die Augen des Patienten beleuchtet. Normalerweise verengen sich die Pupillen des Menschens bei Lichtanfall rasch und auf beiden Seiten gleich schnell und gleich stark. Ist dies nicht der Fall, kann es ein Zeichen für eine Funktionsstörung sein, die im Bereich des zentralen Nervensystems liegen kann, oder auch auf die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Drogen schließen lässt.

Pyrviniumembonat

Pyrviniumembonat wird gegen Madenwurminfektionen verwendet. Wegen der guten Wirksamkeit der Benzimidazole, einer anderen Gruppe von Mitteln gegen Wurmbefall, kommt der Wirkstoff heute aber nur noch selten zum Einsatz. Pyrviniumembonat tötet die Würmer des Darms ab. Das Medikament kann den Stuhl hellrot färben, was aber keine Blutung bedeutet.Pyrviniumembonat befindet sich unter dem Namen Molevac und Pyrcon im Handel.