R-Regel

Die R-Regel auch 5R-Regel oder Fünf mal Richtig Regel ist ein Hilfsmittel zur Kontrolle der richtigen Einnahme bzw. Verabreichung von Arzneimitteln nach der ärztlichen Einnahmevorschrift. Sie findet meistens Anwendung, wenn in Kliniken und Pflegeheimen für mehrere Personen Medikamente vorgerichtet werden; sie sollte aber bei jeder Medikamentengabe berücksichtigt werden. Fehler bei der 5R-Regel können schwere gesundheitliche Schäden verursachen und auch im privaten, v.a. aber im professionellen medizinischen und pflegerischen Bereich den strafrechtlichen Tatbestand der Körperverletzung oder gar Tötung erfüllen. Verwechslungen sind unbedingt zu vermeiden, die 5R-Regel sollte beim Richten, Verteilen und beim Verabreichen angewendet werden.

Radius

Der Radius (lat. für Speiche) ist neben der Ulna (Elle) einer der beiden Knochen des Unterarmes. Die Speiche ist daumenseitig gelegen, kräftiger als die Elle und ein typischer Röhrenknochen.

Rautek-Griff

Beim Rautek-Griff greift der Helfer dem Verunglückten unter den Achseln durch und umfasst den quer vor die Brust gelegten Unterarm des Verletzten. Der Patient kann dann angehoben und rückwärtsgehend, auf den Oberschenkeln des Helfers gesichert, aus einem Gefahrenbereich gezogen werden.

RCD

Ein RCD (Residual Current protective Device), ist eine Schutzeinrichtung in Stromnetzen. In Europa werden Fehlerstromschutzschalter normalerweise zusätzlich zu den (in Deutschland vorgeschriebenen) Überstromschutzeinrichtungen im Sicherungskasten installiert. In Deutschland sind RCD seit 1984 für Feuchträume in Neubauten vorgeschrieben. Seit 1. Februar 2009 müssen außerdem alle Steckdosen-Stromkreise, welche durch elektrotechnische Laien genutzt werden, mit einem RCD ausgestattet sein (in Innenräumen Stromkreise bis 20 Ampere, im Außenbereich bis 32 Ampere).

Rebound

Der Begriff Rebound oder Rückschlag (von engl. rebound – Abprall) bezeichnet in der Medizin das rasche, verstärkte Wiederauftreten einer medikamentös behandelten Erkrankung.

RECCO Reflektor

Ein RECCO-Reflektor ist eine passive Sicherheitsausrüstung bei Lawinenunfällen. Die Reflektoren können auf Helmen , auf Skikleidung und an Skistiefeln angebracht werden. Ein Reflektor kostet etwa 20 Euro. RECCO-Reflektoren sind eine Ergänzung zu den bisherigen Suchmethoden - besonders in lawinengefährdeten Ski- und Freeride-Gebieten. Diese passiven Reflektoren sind unbegrenzt haltbar, benötigen keine Stromquelle und bestehen aus einer in Kunststoff eingegossenen Platine (Diode + Kupferantenne). Auf einem beliebigen Schuh fixiert, reflektieren sie so auftreffende Suchsignale der Recco-Detektoren, die bei Liftstationen und organisierten Rettungsdiensten stationiert sind. Recco-Reflektoren müssen nicht ein-/ausgeschaltet werden, können nicht vergessen werden, bedürfen keinerlei Pflege oder Wartung und wiegen nur 10 g.

RECCO System

RECCO ist der Markenname des von der Firma RECCO AB (Schweden) vertriebenen Lawinenverschütteten-Suchsystems. Das RECCO-System arbeitet mit passiven Reflektoren und aktiven Suchgeräten nach dem Harmonischen-Radar-Prinzip. Die Reflektoren benötigen keine eigene Energieversorgung und können daher kostengünstig in Wintersportbekleidung und -ausrüstung eingebaut werden. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Frequenzverdopplung durch eine Halbleiterdiode. Die maximale Reichweite des RECCO Systems beträgt laut Hersteller 200 Meter an der Oberfläche und 20 Meter bei der Suche im Schnee. Das System kann von Hubschraubern aus eingesetzt werden.

Rechtfertigender Notstand

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

Reflex

Ein Reflex besteht in einer neuronal vermittelten, unwillkürlichen, raschen und gleichartigen Reaktion des Menschen auf einen bestimmten Reiz.

Reflexhammer

Der Reflexhammer auch Perkussionshammer genannt ist ein in der medizinischen Diagnostik bei der Technik der Perkussion gebräuchliches Instrument. Seine Form erinnert an einen Hammer. Es existieren allerdings viele unterschiedliche Modelle, die meist nach dem Erfinder benannt werden. Einige Beispiele sind: Joseph Babinski, Berliner, Buck, Joseph Jules Dejerine, William Christopher Krauss, Abraham Rabiner, Rossier, John Madison Taylor, Traube, Ernst L. O. Trömner.

Regurgitation

Die Regurgitation (lat. re, zurück; gurges, Schlund) ist ein Vorgang, bei dem der Inhalt von Hohlorganen (etwa der Speisebrei in Magen und Speiseröhre, oder das Blut im Herzen) nicht den üblicherweise vorgesehenen Weg nimmt, sondern zurück in die andere Richtung fließt. Dieser Vorgang ist beim Menschen und bei vielen Tierarten krankhaft, bei einigen Spezies (vornehmlich Insekten) jedoch normal und lebensnotwendig.

Rekapillarisierung

Wiederfüllung der kleinen Blutgefäße, Kapillare mit Blut. Kapillare sind die kleinsten Blutgefäße. Sie liegen unter anderem dicht unter der Haut. Drückt man die Haut kräftig ein, dann wird die Druckstelle weiß, durch den Druck wird die Blutzufuhr zu dieser Stelle unterbrochen. Lässt man wieder los, dann kann man sehen wie das Blut zurückströmt, weil die Stelle wieder rötlich wird. Diesen Vorgang nennt der Mediziner Rekapillarisierung. Geschieht das zu langsam, dann ist das ein Zeichen dafür, daß mit der Durchblutung gestört ist. Auch mit der Nabelbettprobe kann man die Rekapillarisierungszeit messen. Eine Rekapillarisierungszeit von mehr als 2 Sekunden läßt auf eine bedrohliche Erkrankung oder einen bedrohlichen Zustand schließen. Eine verlängerte Repapillarisierungszeit gilt als ein Schockzeichen, und als Zeichen einer Exikkose.

Residualvolumen (RV)

Das Residualvolumen (RV) verbleibt nach einer maximalen Expiration (Ausatmung) in der Lunge (rund 1000-1200 ml beim Erwachsenen).

Resorption

Unter dem Begriff Resorption (lat. resorbere = „aufsaugen“; PPP: resorptum → resorptio = „das Aufsaugen“) versteht man die Stoffaufnahme in biologischen Systemen. Bei Menschen versteht man hierunter insbesondere die Aufnahme von Stoffen aus dem Nahrungsbrei im Darm während der Verdauung (zum Beispiel Spaltprodukte von Nahrungsbestandteilen, wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette, Vitamine, Mineralstoffe und andere, Wasser, Arzneien, Giftstoffe und vieles andere mehr). Beim Menschen ist die Resorption über Epithelien, vor allem im Dünndarm von großer Bedeutung. Ansere Organe für die Resorption sind die Mundschleimhaut, der Magen, der Dickdarm und das Bronchialsystem. Bei manchen Stoffen (z. B. Salben, Kontaktgiften) kann die Resorption auch über die Haut stattfinden.

Respiratorische Azidose

Unter einer respiratorischen Azidose versteht man einen durch die Atmung (respiratorisch) verursachten Abfall des Blut-pH-Wertes unter 7,35 (Azidose). Eine respiratorischen Azidose tritt zum Beispiel bei Lungenfunktionsstörungen, bei medikamentös verursachten vermindertem Atemantrieb (Atemdepression) oder bei Langzeitbeatmeten auf.

Rettungsdecke

Eine Rettungsdecke ist eine Folie, die in der Ersten Hilfe dazu verwendet wird, verunglückte Personen vor Unterkühlung, Nässe oder Wind zu schützen. Sie ist in Deutschland ein vorgeschriebener Bestandteil des Verbandkastens in Kraftfahrzeugen. Sie ist jedoch keine Wundauflage und ersetzt keinen Verband. Sie kommt ursprünglich aus der Raumfahrt (space blanket).

Rettungshunde

Rettungshunde sind Hunde, die die Rettungshundprüfung bestanden haben. Nach erfolgreicher Ausbildung und Prüfung der Teilaufgabe „Trümmersuche“ kann zusätzlich die Prüfung für die Teilaufgabe „Suche in der Fläche“ abgelegt werden.

Rettungskette

Mit dem Begriff der Rettungskette wird die Bedeutung der Laienhelfer in der Ersten Hilfe verdeutlicht. Die einzelnen Glieder einer solchen Kette werden von verschiedenen Organisationen und in verschiedenen deutschsprachigen Ländern zwar unterschiedlich benannt, sind aber im Prinzip in ihrer Bedeutung gleich. Auch richtet sich die Reihenfolge der Hilfeleistungen nach der jeweils vorgefundenen Notfallsituation. Seit 2005 gilt bei einigen Rettungsorganisationen nur noch eine viergliedrige Kette, wobei der Eigenschutz und das Absichern als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Hier gilt die Prämisse, dass Sicherheit vorgeht.

Rettungskorsett

Das Rettungskorsett oder Immobilisationsset immobilisiert die gesamte Wirbelsäule und ermöglicht dem Rettungsdienst die Rettung des Patienten aus schlecht zugänglichen Situationen. Als Begriffsmonopol für das Rettungskorsett hat sich die Produktbezeichnung K.E.D. oder K.E.D.-System (engl. Kendrick Extrication Device, wörtlich etwa Kendrick-Befreiungshilfsmittel) durchgesetzt. Das Original KED® wird von der Firma Ferno vertrieben. Inzwischen ist auf dem Markt aber eine große Zahl von Nachbauten erhältlich, die teilweise deutlich kostengünstiger sind, bei annähernd vergleichbarer Qualität.

Reye-Syndrom

Das Reye-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der eine akute Schädigung des Gehirns (Enzephalopathie) und eine fettige Degeneration der Leber im Vordergrund stehen. Es ist eine seltene Erkrankung, die zumeist Kinder im Alter von vier bis neun Jahren betrifft, jedoch in allen Altersstufen vorkommen kann. In bis zu 50 % der schwereren Fälle verläuft sie tödlich. Sie wurde durch den australischen Kinderarzt Ralph Douglas Reye (1912–1978) erstmals als eigene Entität beschrieben.

Rhesusfaktor

Der Rhesusfaktor ist ein Protein auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen im menschlichen Blut. Es ist ein von 1940 von K. Landsteiner und A. S. Wiener im Blut von Rhesusaffen entdecktes Blutkörperchenmerkmal. 85% der Menschen zeigen dieses Merkmal, sie sind rhesus-positiv (Rh), 15% sind rhesus-negativ (rh).

Rigor

Rigor (lateinisch für „Starrheit“) ist ein medizinischer Ausdruck für Muskelstarre. Er bezeichnet eine Erhöhung des Muskeltonus, die durch die zentral gesteuerte gleichzeitige Aktivierung von Muskeln samt ihren Gegenspielern (Agonisten-Antagonisten-Koaktivierung) zustande kommt. Vom Betroffenen wird er als Steifigkeitsgefühl teilweise mit ziehenden Missempfindungen empfunden.

Ringer Lösung

Die Ringer Lösung ist eine isotone Elektrolytlösung zur intravenösen Infusion, die unter anderem bei Hypovolämie als Flüssigkeitsersatz und zum Auflösen von Medikamenten eingesetzt wird. Benannt wird Sie nach dem britischen Physiologen Sydney Ringer (1835–1910). Ringer Lösung enthält pro Liter 8,60 g Natriumchlorid, 0,30 g Kaliumchlorid und 0,33 g Calciumchlorid.

Ringer Lactat Lösung

Die Ringer Lactat Lösung ist eine isotone Elektrolytlösung zur intravenösen Infusion, die unter anderem bei Hypovolämie als Flüssigkeitsersatz und zum Auflösen von Medikamenten eingesetzt wird. Benannt wird Sie nach dem britischen Physiologen Sydney Ringer (1835–1910). Ringerlösung enthält pro Liter 5,9–6,1 g Natriumchlorid,0,3–0,4 g Kaliumchlorid,# 0,22–0,29 g Calciumchlorid-Dihydrat und
2,8–3,45 g Natriumlactat. Beim Metabolismus von Lactat IIonen in der Leber werden Hydrogencarbonat-Ionen (HCO3) freigesetzt, die eine wichtige puffernde Wirkung auf den pH-Wert des Blutes haben. Diese Eigenschaft des Lactats ist nützlich bei leichten Azidosen zur Stabilisierung des pH-Werts des Blutes. Jedoch entsteht durch den Umwandlungsprozess auch ein bedeutsamer zusätzlicher Sauerstoffbedarf des Körpers.

Rippenfell

Pleura parietalis auf Deutsch Rippenfell ist das äußere Blatt der Pleura (auf Deutsch Brustfell) und kleidet die Thoraxwand sowie die kraniale (herzseitige) Seite des Zwerchfells von innen aus. Das Rippenfell ist mit den Rippen und dem Zwerchfell verwachsen. Die Pleura  visceralis (auf Deutsch Lungenfell) ist mit dem Rippenfell durch einen dünnen Spalt von wenigen Millimetern von der Pleura parietalis getrennt. Dieser Spalt Cavitas pleuralis (auf Deutsch Pleuraspalt) ist mit einer seriösen Flüssigkeit gefüllt (zirka 5 Milliliter). Im Pleuraspalt herscht ein Unterdruck.

Robert Koch-Institut

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten in Berlin und eine zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland, die direkt dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist

Röhrenknochen

Als Röhrenknochen oder langer Knochen (Os longum, Plural Ossa longa) bezeichnet man Knochen mit einer einheitlichen Markhöhle, in der sich Knochenmark befindet. Zu den Röhrenknochen zählen z. B. Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius), Oberschenkelknochen (Femur) und Schien- (Tibia) und Wadenbein (Fibula).

rTPA

rTPA ein Enzym, das die Umwandlung von Plasminogen in Plasmin aktiviert und somit zur Auflösung von Blutgerinnseln führt. Da rtPA nur auf das an Fibrin gebundene Plasminogen wirkt, löst es zwar Gerinnsel auf, hemmt aber nicht die Blutgerinnung. rTPA ist ein Fibrinolytikum. Es wird bei der Lysetherapie von Schlaganfallpatienten eingesetzt.

Rucksackverband

Ein Rucksackverband, auch Tornisterverband genannt wird zur Stabilisierung und Ruhigstellung der Schulterhaltung bei einer Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur) eingesetzt. Dieser Verband zieht die Schultern nach hinten, erzwingt eine gerade Rückenhaltung, und soll dafür sorgen, dass das Schlüsselbein nicht zu kurz zusammenwächst und der Patient weniger Schmerzen hat. Der Verband muss täglich kontrolliert und eventuell nachgezogen oder gespannt werden, sonst ist er wirkungslos.

Ruhigstellung Schulter - Arm

Nach einer Schulterluxation, byw. nach der Reposition einer solchigen muß die Schulter ruhiggestellt werden. Dies kann mit verschiedenen Mitteln erfolgen. Im Feld werden häufig 3 Dreieckstücher verwendet. Mit Schlauchmull kann ein Gilchrist-Verband angelegt werden. Auch ein Desault-Verband dient zur Ruhigstellung von Schulter - Arm.