Allen-Test

Mit dem Allen-Test (nach dem amerikanischen Arzt Edgar Van Nuys Allen) können die Arteria radialis sowie die Arteria ulnaris auf Durchblutungsstörungen getestet werden. Dabei werden beide Arterien abgedrückt, das Blut in der Hand durch mehrfaches Öffnen und Schließen der Hand peripher aus der Hand gepumpt und anschließend der Verschluss der zu testenden Arterie gelöst. In der Regel sollte sich die Hand bei normalen Bedingungen innerhalb weniger Sekunden wieder mit Blut füllen. Sollte dies nicht der Fall sein, liegen Durchblutungsstörungen in der getesteten Arterie vor, zumeist eine Arteriosklerose.

Babinski-Reflex

Als Babinski-Reflex oder Babinski-Zeichen bezeichnet man einen pathologischen Reflex, der bei einer Schädigung der Pyramidenbahn auftritt (Pyramidenbahnzeichen). Der Reflex ist nach dem polnisch-französischen Neurologen Joseph Babinski benannt, der den neurologischen Hintergrund dieser Störung aufdeckte. Bei Säuglingen, also im ersten Lebensjahr, ist er noch physiologisch. Der normale Plantarreflex (Fußsohlenreflex) ist ein Fremdreflex und antwortet bei Bestreichen der Sohle mit einer Greifbewegung (Plantarflexion) der Zehen. Bei einer Schädigung der Pyramidenbahn führt das Bestreichen vor allem des äußeren Fußrandes dagegen zu einer gegenläufigen Bewegung der großen Zehe nach oben (Dorsalextension), während die übrigen Zehen die Plantarflexion ausführen.

Braden-Skala

Die Braden-Skala ist eine Werteskala zur Beurteilung einer Dekubitusgefährdung. Beim Dekubitus, aus dem lateinischen, von decubare = liegen. handelt es sich um ein Druckgeschwür daß durch langes Liegen auf einer Körperstelle enstehen kann. Die Beurteilungskriterien sind Sensorisches Empfindungsvermögen, Aktivität, Mobilität, Feuchtigkeit, Ernährung, Reibung und Scherkräfte. Die Braden-Skala wurde 1987 von Barbara Braden und Nancy Berstrom entwickelt.

Glasgow Coma Scale

Die Glasgow Coma Scale (Abk. GCS) ist eine einfache Skala zur Abschätzung einer Bewusstseinsstörung. Obwohl sie häufig in der Intensivmedizin — insbesondere nach einer Schädel-Hirn-Verletzung (Trauma) — verwendet wird, lassen sich mit der GCS auch allgemeine Bewusstseinsstörungen quantifizieren.
Dieses verbreitete Bewertungsschema zur Beschreibung der Bewusstseinslage wurde 1974 von Graham Teasdale und Bryan J. Jennett, zwei Neurochirurgen an der Universität Glasgow (Schottland), entwickelt.

Norton-Skala

Die Norton-Skala ist eine Werteskala zur Beurteilung einer Dekubitusgefährdung. Beim Dekubitus, aus dem lateinischen, von decubare = liegen. handelt es sich um ein Druckgeschwür daß durch langes Liegen auf einer Körperstelle enstehen kann. Als Kriterien in der Beurteilung der Dekubiusgefährdung nach Norton gelten  körperlicher Zustand, geistiger Zustand, Aktivität, Beweglichkeit, Inkontinenz. Die Norton-Skala wurde von Doreen Norton aus England in den 50er Jahren entwickelt.

Patellarsehnenreflex

Der Patellarsehnenreflex (auch Kniesehnenreflex, Kniephänomen, Patellareflex oder Quadricepsdehnungsreflex) ist ein monosynaptischer (über nur eine Synapse verschalteter) Reflex aus der Gruppe der Eigenreflexe. Der Reflex wird durch einen leichten Schlag auf die Patellarsehne unterhalb der Kniescheibe ausgelöst. Dabei handelt es sich um die Ansatzsehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels (Musculus quadriceps femoris). Als Reflexantwort kommt es durch Kontraktion des Quadriceps zu einer Streckung des Kniegelenks .

Payr-Zeichen

Das Payr-Zeichen dient dem klinischen Nachweis einer tiefen Beinvenenthrombose bzw. einer Venenentzündung (Phlebitis). Es ist nach dem Arzt Erwin Payr (1871-1946) benannt. Der Untersucher drückt dabei mit den Fingern die Fußsohle des betroffenen Beines ein. Eine bestehende Druckschmerzhaftigkeit, insbesondere der innenseitigen Fußsohle weist auf das mögliche Vorliegen einer Venenthrombose/Phlebitis hin. Das positive Payr-Zeichen ist aber ein unsicheres Zeichen für eine Beinvenenthrombose. Die Sensitivität und Spezifität sind relativ niedrig. Daher ist das Payr-Zeichen als Hinweis für einen weiteren Abklärungsbedarf zu verstehen und macht weitere diagnostische Schritte wie z. B. eine Venen-Duplex-Sonografie (Mittel der ersten Wahl) oder eine Phlebografie (eher selten wegen Strahlenbelastung) notwendig.

Pupillenkontrolle

Die Pupillenkontrolle ist eine ergänzende Untersuchung des Pupillenstatus. Sie soll eine differenzierte Aussage über den neurologischen Status erbringen. Die Pupillenkontrolle wird mit einer speziellen Pupillenleuchte oder einer kleinen Taschenlampe durchgeführt. Sie wird in der Regel im Zusammenhang einer Untersuchung des Kopfes durchgeführt. Wichtig ist, daß zusätzliche Informationen aufgrund einer Anamnese erstellt werden müssen.

Rekapillarisierung

Wiederfüllung der kleinen Blutgefäße, Kapillare mit Blut. Kapillare sind die kleinsten Blutgefäße. Sie liegen unter anderem dicht unter der Haut. Drückt man die Haut kräftig ein, dann wird die Druckstelle weiß, durch den Druck wird die Blutzufuhr zu dieser Stelle unterbrochen. Lässt man wieder los, dann kann man sehen wie das Blut zurückströmt, weil die Stelle wieder rötlich wird. Diesen Vorgang nennt der Mediziner Rekapillarisierung. Geschieht das zu langsam, dann ist das ein Zeichen dafür, daß mit der Durchblutung gestört ist. Auch mit der Nabelbettprobe kann man die Rekapillarisierungszeit messen. Eine Rekapillarisierungszeit von mehr als 2 Sekunden läßt auf eine bedrohliche Erkrankung oder einen bedrohlichen Zustand schließen. Eine verlängerte Repapillarisierungszeit gilt als ein Schockzeichen, und als Zeichen einer Exikkose.

Schober-Zeichen

Das Schober-Zeichen oder Schober-Maß (benannt nach Paul Schober) ist ein Funktionstest für die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Am stehenden Patienten wird eine Hautmarke über dem Dornfortsatz von S1 (Beginn des Kreuzbeines) und 10 cm weiter nach oben (kranial) aufgetragen. Bei maximaler Flexion (nach vorne beugen) weichen die Hautmarken normalerweise um 5 cm auseinander, bei Retroflexion (nach hinten beugen) verringert sich der Abstand um 1–2 cm. Eine Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule mit verminderter Beugbarkeit findet sich z. B. bei Morbus Bechterew.

Schubladenphänomen

Das Schubladenphänomen ist ein Test der zur Ermittlung eines Kreuzbandrisses am Knie vorgenommen wird. Dabei wird die Beweglichkeit des gebeugtem Knie geprüft.Bei einem Riss des vorderen Kreuzbands kommt es zum so genannten vorderen Schubladenphänomen: Bei gebeugtem Knie kann der Unterschenkel von hinten nach vorne geschoben werden. Bei einem Riss des hinteren Kreuzbands kommt es zum so genannten hinteren Schubladenphänomen: Bei gebeugtem Knie kann der Unterschenkel von vorne nach hinten geschoben werden.

STaRT-Schema

STaRT-Schema Englisch für Simple Triage and Rapid Treatment ist ein Verfahren der Triage. Das Schema dient als Entscheidungshilfe bei einem Massenanfall von Verletzten bei dem begrenzte Hilfsresourcen zur Verfügung stehen. Geprüft wird die Gehfähigkeit, Respiration (Atmung), Perfusion (Durchblutung) und der Mentale Status nach dem STaRT-System ohne besondere Hilfsmittel.

tanzende Patella

Ein diagnostisches Zeichen zur Ermittlung eines Kniegelenksergusses ist die sogenannte „tanzende Patella“. Dabei spürt der Untersucher einen elastischen Rebound bei frontalem Druck auf die Kniescheibe (Patella), die auf dem Kniegelenkserguss schwimmt. Zur Prüfung eines Ergusses wird Gelenkflüssigkeit mit Daumen und Mittelfinger aus dem Recessus suprapatellaris unter die Kniescheibe gepreßt, und mit dem Zeigefinger das Patellaspiel überprüft. Eine sog. "Tanzende Patella" ist Ausdruck einer intraartikulären Ergußbildung. Das Zeichen ist allerdings erst bei größeren Gelenksergüssen von ca. 50 ml positiv.