Grand-mal-Anfall

Anfallsablauf

Tonische Phase

Es gibt drei Phasen eines generalisierten tonisch-klonischen Anfalls, die meist auch in dieser Reihenfolge ablaufen. Auf eine erste, tonische Phase mit Anspannung der Muskulatur folgt eine zweite, klonische Phase mit dem eigentlichen Krampfen, bevor der Anfall durch eine Nachphase beendet wird. Während der meist etwa zehn bis zwanzig Sekunden dauernden tonischen oder Anspannungsphase versteift sich der Körper. Dies betrifft oft zunächst die Gesichtsmuskulatur und danach Arme und Beine, was zu einem Hinstürzen führen kann. Daneben kommt es auch zu einer Anspannung der Muskulatur der inneren Organe. Bei geschlossenem Mund kann beim Auspressen der Atemluft aus der Lunge ein eigenartiges Stöhnen oder ein sogenannter Initialschrei auftreten. Danach kann die Atmung für eine gewisse Zeit aussetzen, weshalb die Betroffenen blau anlaufen können.

Klonische Phase

Auf die tonische Phase folgt die klonische oder eigentliche Krampfphase von meist 30 bis 60 Sekunden, höchstens zwei Minuten Dauer. Ein zunächst rascher und dann immer langsamer werdender Wechsel von Anspannung und Erschlaffung der Körpermuskulatur verursacht ein meist heftiges Krampfen oder Zucken. Die Augen bleiben in aller Regel geöffnet und werden gelegentlich eigenartig verdreht. Verstärkter Speichelfluss aus dem Mund kann bei gleichzeitigem heftigen Ausatmen zur Schaumbildung vor dem Mund führen, der bei einem zusätzlichen Zungenbiss auch blutig sein kann.

Terminalphase

Die Terminal- oder Abschlussphase beendet den Anfall und dauert Minuten bis Stunden. Zu Beginn besteht auch durch starke Reize keine Erweckbarkeit, mit zunehmender Dauer ähnelt diese letzte Anfallsphase aber immer mehr einem normalen Schlaf. Wenn die Betroffenen langsam wieder zu sich kommen, können sie sich erst nach einigen Minuten wieder weitgehend normal unterhalten, obwohl sie noch etwas schläfrig, durcheinander oder auch reizbar wirken können. Oft wollen sie am liebsten alleine gelassen werden und reagieren ärgerlich oder gereizt, wenn dies nicht ausreichend beachtet wird. Später haben sie an den ganzen Anfall keine Erinnerung und können noch über Stunden bis Tage über Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelkater oder andere Beschwerden klagen.

Quelle : www.swissepi.ch