Lawinenairbag

Der Lawinenairbag (ABS-Avalanche Airbag System) ist ein wiederverwendbares Rettungsgerät, das die Überlebenswahrscheinlichkeit von Personen, die von einer Lawine erfasst wurden, erhöhen soll. Der Lawinenairbag ist für Tourengeher und Variantenfahrer gedacht, die sich abseits der gesicherten Pisten bewegen.

Der Lawinenairbag ist in einem Rucksack integriert. Er besteht aus zwei Polyamid-Ballons, die sich zusammengefaltet an der rechten und linken Seite im Rucksack befinden. Falls der Schneesportler von einer Lawine erfasst wird, kann er durch Zug an einem Griff an der Vorderseite des Rucksacks das Aufblasen der beiden Airbags auslösen. Mit Hilfe einer Stickstoffpatrone, mit einem Innendruck von ca. 300 bar, werden die Airbags innerhalb von 1–2 Sekunden zu einem Gesamtvolumen von ca. 170 Litern aufgeblasen. Das Zusatzvolumen soll eine Verschüttung des Betroffenen durch die Lawine verhindern.

Der physikalische Hintergrund für das Aufschwimmen ist der sogenannte Segregationseffekt. Demnach bleiben tendenziell die größeren Gegenstände an der Oberfläche, wenn sich mehrere Körper in Bewegung befinden.

Das System kann nach dem Zusammenlegen der Airbags mit einer neuen Auslöseeinheit wiederverwendet werden. Die Auslöseeinheiten selbst werden über ein Pfandsystem wiederverwendet.

Versuche des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) im Februar und März 2001 sollten die Wirksamkeit von Lawinen-Rettungsgeräten klären. Bei einen umfangreichen Test am 16. März 2001 wurden 3 von 7 der menschenähnlichen Dummys mit Lawinenairbag ganzverschüttet. Selbst bei einer Totalverschüttung war die Verschüttungstiefe aber geringer als bei der Verschüttung der Dummys ohne einen Lawinenairbag. Alle Airbags waren an der Schneeoberfläche sichtbar. 5 von 6 Dummys ohne Lawinenairbag wurden ganzverschüttet.

Quelle : Wikipedia