Blasen

Eine Blase (lateinisch „Bulla“, Plural "Bullae") ist in der Dermatologie (Hautheilkunde) ein über das Hautniveau erhabener flüssigkeitsgefüllter Raum, der wenigstens erbsengroß (> 5 mm) ist. Unterschieden werden subkorneale (unter der Hornschicht gelegene), intraepidermale (in der Oberhaut gelegene) und subdermale (unter der Lederhaut gelegene) Blasen.Bullöse Hautveränderungen sind häufig Folge von chemischen oder physikalischen Noxen wie Verbrennungen (Brandblase), Erfrierungen zweiten Grades oder mechanischer Reizungen, zum Beispiel bei scheuernden Schuhen. Eine Blase bildet sich nicht sofort. Es können bis zu 6 Stunden vergehen. Auch Infektionen (zum Beispiel das bullöse Erysipel) können sich in einer Blasenbildung zeigen.

Blasen sind kuppelförmige Ausbuchtungen der Haut, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Sie entstehen zum Beispiel durch Reibung zwischen einem Socken oder einem Schuh und der Haut. Dabei entsteht zwischen der äußeren und der darunter liegenden Hautschicht Flüssigkeit. Werden dabei auch Blutgefäße beschädigt, entstehen Blutblasen.

Behandlung von Blasen

Es gibt weitgehend Unstimmigkeit wie mit Blasen z.B. bei längeren Wanderungen umzugehen ist. So schreibt das Österreichischen Roten Kreuz. unter Bezug auf Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber

Meinung des ÖRK

Blasen sind eher ärgerlich als eine große Gefahr. Dennoch sollten sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es besteht die Möglichkeit einer Infektion. Blasen sollten daher nicht geöffnet werden, auch nicht mit einer über einer Flamme desinfizierten Nadel. Wenn die Blase geplatzt und die Haut verschoben ist, kann die Wunde mit desinfizierender Salbe behandelt werden. Auf die Wunde oder die intakte Blase sollte kein weiterer Druck mehr ausgeübt werden. Die Stelle sollte durch ein Pflaster geschützt werden – hiefür gibt es spezielle Produkte im Fachhandel.Ein Arztbesuch ist dann angebracht, wenn aus der Wunde als Zeichen einer Infektion gelbliches und eitriges Wundsekret austritt. Damit es aber nicht so weit kommt, sollten gefährdete Stellen an Händen und Füßen besonders geschützt werden. Legen Sie Ringe ab und tragen sie Handschuhe. Achten Sie auf passendes Schuhwerk, das nicht zu eng und atmungsaktiv sein sollte. Halten Sie schwitzende Füße trocken. Gefährdete Stellen können auch vorsorglich mit Pflastern geschützt werden", so Schreiber. Als Hausmittel in Gebrauch ist auch Hirschtalg, mit dem die strapazierten Körperteile vorher eingeschmiert werden können. Wenn Sie bemerken, dass sich eine Blase bildet, brechen Sie die Tätigkeit oder die Wanderung ab. Wird die Stelle über längere Zeit hinweg gereizt, bildet sich eine Wunde, deren Heilung wesentlich länger dauert, als bei einer Blase.

Eine andere Aussage steht in dem Wikibook "Erste Hilfe im Gelände" zum Thema Fußblasen

Vorgehensweise

  • Kleine Blasen, die bald wieder verschwinden sollten, mit einem Blasenpflaster wie zum Beispiel Compeed® versorgen
  • Mittlere, prall gefüllte Blasen, die bei weiterer Belastung bald aufplatzen, sollten aufgestochen werden. Hierzu die betreffende Stelle mit einem Alkoholtupfer desinfizieren und am besten eine sterile Kanüle verwenden. Bewährt hat sich, das Verfahren abends und am nächsten Tag noch einmal morgens zu wiederholen. Bevor es wieder los geht, wird das ganze mittels Tape abgeklebt. Die Alternative einen Bindfaden durch die Blase zu ziehen und außen verknoten wird in der neuren Literatur (z.b. Armin Wirth, Erste Hilfe unterwegs) nicht empfohlen. Der Fremdkörper stellt ein zu hohes Risiko dar und reibt zusätzlich in der Blase.
  • Große Blasen platzen bei weiterer Belastung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf. Da die größeren Hautpartien jedoch auch weitere Reibung hervorrufen können, ist abzuwägen, ob wie bei mittleren Blasen verfahren wird, oder ob die Blase aufgeschnitten wird und wie bei einer aufgeplatzen Blase versorgt wird.
  • Wenn die Blase bereits aufgeplatzt ist, werden Hautfetzen nahe entlang der Blasenränder weggeschnitten (nicht abreißen!) und die Blase wie eine Wunde versorgt. Gegebenenfalls ein Wunddesinfektionsmittel benutzen. Lose hängende Hautfetzen können zur erneuten Blasenbildung bei tieferen Hautschichten führen.
  • Was auf die Blase drauf geklebt wurde, sei es Tape oder ein spezielles Blasenpflaster, bleibt so lange drauf, bis es von selber abgeht oder die Blase sich entzündet. Im letzteren Fall sollte das Klebematerial möglichst mit Alkohol durchtränkt werden. Beachtet man dies nicht, so wird man mit dem klebenden Material auch die Blasenhaut mit abreißen und hat es dann mit einer richtigen Wunde zu tun, die das volle Programm der Wundversorgung benötigt.
  • Findet die Versorgung einer offenen Blase nach der Tour statt, so kann es sinnvoll sein, die Blase offen an der Luft trocknen zu lassen. Die getrockneten Hautpartien sind weniger schmerzempfindlich. Im Fersenbereich muß die Haut eher elastisch sein, so dass ein Austrocknen der Blase eher gegenteiligen Effekt hervorruft: Die eingetrocknete Haut schmerzt, wenn sie belastet / gestreckt wird. Hier sollte man regelmäßig mit einer geeigneten Wundcreme eincremen, damit die Fußhaut im Fersenbereich elastisch bleibt.

Eine nochmals abweichende Meinung findet man bei www.fid-gesundheitswissen.de

Vorgehensweise:

  • Blase desinfizieren (zum Beispiel mit Betaisadonna) und ein Spezialpflaster aus der Apotheke (zum Beispiel Compeed, Hansaplast) darauf kleben.
  • Blutblase mit einer sterilen Nadel aufstechen, das Häutchen zum Schutz der Wunde nicht abschneiden.
  • Über Nacht die Wunde mit Heilsalbe bedecken und mit Polsterpflaster abdecken.
  • An gefährdeten Stellen vorsorglich Spezialpflaster zum Schutz vor Blasen aufkleben, -tragen oder -sprühen.
  • Die Schuhe und Strümpfe checken. Sitzen Ihre Strümpfe faltenfrei?
  • Wählen Sie eine Laufstrecke, bei der Sie nicht so viel bergab laufen müssen.

Einen Kompromiss schlägt www.sportgesundheit.eu vor

Geschlossene Blase

Einfach so lassen und abdecken mit einem Zweitehautpflaster (Second Skin oder Compeed), wenn es nicht behindert, um unnötiger Infektionsgefahr vorzubeugen.

Wenn es doch behindert beim Sporttreiben, folgendermaßen handeln:

  • Desinfizieren Sie die Blase mit einem nicht reizenden, nicht oder nur leicht färbenden Desinfektionsmittel und lassen Sie die Haut 15 Sekunden lang trocknen (nicht pusten).
  • Stechen Sie mit einer desinfizierten / sterilen Nadel (oder Blasenstecher) in die Basis der Blase an verschiedenen Stellen; halten Sie hierbei die Nadel parallel zur Haut.
  • Drücken Sie mit einer sterilen Kompresse die Flüssigkeit aus der Blase.
  • Desinfizieren Sie aufs Neue mit einem Desinfektionsmittel.
  • Decken Sie ab mit einem Zweitehautpflaster(Second Skin oder Compeed)

Offene Blase

  • Desinfizieren Sie die Wunde und die Umgebung der Blase.
  • Schneiden Sie die lose hängenden Hautteile mit einer sterilen Schere ab.
  • Desinfizieren Sie die Wunde nochmals.
  • Decken Sie ab mit einem Zweitehautpflaster(Second Skin oder Compeed)

Während man im Wikipedia lesen kann

In der Regel soll die Blase nicht aufgestochen werden, da die geweitete Haut die Wunde gut schützt. Sollte die Blase sich jedoch unter der Fußsohle befinden, kann man sie mit einer sterilen Nadel aufstechen, damit sie schneller heilt. Die Blase ist danach mit einem großen Pflaster, beispielsweise einem Blasenpflaster abzudecken, um Infektionen zu vermeiden.

Was ist zu tun?

Wie in vielen Fällen sind die Ratschläge, die Rot Kreuz Gemeinschaften im Deutschsprachigen Raum herausgeben unrealistisch. Befindet man sich im gebirgigen Gelände und kilometerweit von der nächsten Schutzhütte entfernt, dann bringen einem solche Ratschläge nicht weiter. Soll man wegen einer Blase einen Rettungshubschrauber anfordern oder an Ort und Stelle Übernachten (Mit all den Gefahren die ein solches Biwak im Gebirge mit sich bringt)?  Sicher ist es sinnvoll eine Blase nicht zu öffnen wenn man nicht vorhat weiterzumarschieren. Aber was ist wenn man weitermarschieren muß? Wie wir weiter unter sehen rät besonders das Rote Kreuz zu Ringverbänden. Aber wie soll man das bei einer Fersenblase bewerkstelligen? Ohne Bergschuhe weiterwandern? Sicherlich birgt das Öffnen von Blasen Gefahren, deswegen sollte eine Blase möglichst steril versorgt werden. Desinfektionsmittel sind notwendig, eine Nadel sollte steril sein. Kanülen wie sie zum Injektionen verwendet werden sind steril, klein und Handlung und gehören in den Erste Hilfe Rucksack bei Bergwanderungen. Bei längeren Wanderungen ist ein Spezialpflaster wie Compeed® sicherlich eine gute Investition. Und, im Krankenhaus oder beim Arzt werden Blasen auch geöffnet. Halt unter sterilen Bedingungen. Sichelich lassen sich solche Bedingungen auf dr Alm nicht leicht realisieren. Trotzdem Sollte man die Blase öffnen wen notwendig, und man Möglichkeiten hat möglichst steril zu arbeiten.

Quelle : Wikipedia

Quelle : ÖRK

Quelle : Erste Hilfe im Gelände

Quelle : www.fid-gesundheitswissen.de

Quelle : www.sportgesundheit.eu

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