Hygienische Händedesinfektion

Die hygienische Händedesinfektion ist die wichtigste Maßnahme zur Verhütung von Krankenhausinfektionen. Sie dient sowohl dem Schutz des Patienten als auch dem eigenen Schutz. Deshalb muß die Reihenfolge beachtet werden. Sie wurde von Ignaz Semmelweiß 1818-1845 eingeführt. Damals mittels Chlorkalk.

Das Wort Hygiene stammt aus dem Griechischen: ὑγιεινή [τέχνη] (hygieiné téchne) und bedeutet „gesund[e Kunst]“. Es ist von Hygiéia, der griechischen Göttin der Gesundheit, abgeleitet. Hygiene im engeren Sinn bezeichnet die Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten, insbesondere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. In der Alltagssprache wird Hygiene auch fälschlich an Stelle von Sauberkeit verwendet, obwohl Sauberkeit nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Aufgabenkreis der Hygiene darstellt. Desinfektion macht einen wesentlichen Teil der kliinischen und präklinischen Arbeitsweise aus. Laut dem Deutschen Arzneibuch (DAB) bedeutet Desinfektion: „Totes oder lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann“.

Grundsätzliches

Zuerst desinfizieren und anschließend waschen. Der Grund liegt darin, daß mit einer Desinfektion Keime möglichst abgetötet werden sollen. Danach werden die Keime abgewaschen.

Wann muß hygienische Händedesinfektion eine durchgeführt werden:

  • vor und nach jedem Verbandwechsel
  • vor und nach Kontakt mit Eintrittsstellen von Kathetern, Drainagen u.ä.
  • nach Kontakt mit Blut, Sekreten oder Exkreten
  • vor invasiven Eingriffen (z.B. Legen eines Venenkatheters, Blasenkatheters, Durchführung einer Angiographie, Bronchoskopie, Endoskopie des Magen-Darmtraktes, Lumbalpunktion) Diese Forderung gilt auch dann, wenn bei den Eingriffen (sterile oder unsterile) Einweg-Handschuhe getragen werden müssen!
  • vor Kontakt mit Patienten, die im besonderen Maße vor Infektionen geschützt werden müssen (z. B. Leukämiepatienten, polytraumatisierte Patienten, Bestrahlungs- oder Intensivpatienten und sonstige schwer erkrankte Patienten)
  • nach Kontakt mit Patienten, von denen Infektionen ausgehen können
  • nach Kontakt mit kontaminierten Flächen oder Gegenständen (z. B. Beatmungszubehör, Steckbecken, Arbeitsflächen)
  • nach dem Ablegen von Einmal-Handschuhen, da diese keinen 100%igen Schutz bieten (Mikroläsionen)

Durchführung:

Alkoholische Händedesinfektion (ca. 3 ml = 2 - 3 Hübe aus Wandspendern) in die trockene Hohlhand geben, auf beide Hände einschließlich Fingerzwischenräume, Fingerkuppen, Daumen und Handgelenke verteilen, mindestens 30 s Einwirkzeit einhalten.

  1. Desinfektionsmittel auf die Handfläche geben und verreiben
  2. Handfläche auf Handrücken im Wechsel für beide Hände
  3. Handfläche auf Handfläche mit verschränkten, gespreizten Fingern
  4. Außenseite der Finger auf gegenüberliegende Handfläche mit verschränkten Fingern
  5. kreisendes Reiben der Daumen in der geschlossenen Handfläche für beide Hände
  6. kreisendes Reiben hin und her mit geschlossenen Fingerkuppen in der Hohlhand für beide Hände.

Es gibt eine Norm für die hygienische Händedesinfektion, die DIN EN 1500:1997-10 

Die hygienische Händedesinfektion dient der Abtötung von Infektionserregern.

  • Sichtbare grobe Verschmutzungen (z. B. durch Ausscheidungen) sind vor der Desinfektion mit Zellstoff oder einem desinfektionsmittelgetränkten Einmaltuch zu entfernen.
  • 3-5 ml des Präparates in die trockenen Hände einreiben, dabei Fingerkuppen, Fingerzwischenräume, Daumen und Nagelfalze besonders berücksichtigen. Während der vom Hersteller geforderten Einwirkzeit (in der Regel 1⁄2 Minute) müssen die Hände vom Desinfektionsmittel feucht gehalten werden.
  • Bei vorhersehbarem Kontakt mit Ausscheidungen und Blut sind Einmalhandschuhe zu verwenden.

Die hygienische Händedesinfektion ist erforderlich:

  • nach Schmutzarbeiten und pflegerischen Maßnahmen
  • nach Kontakt mit Stuhl, Urin, Erbrochenem, Blut, Körperausscheidungen und flüssigkeiten nach Kontakt mit infektiösen oder potentiell infektiösen Heimbewohnern
  • nach Ablegen der Handschuhe
  • vor Medikamentenverabreichung
  • vor dem Anlegen von Verbänden
  • vor invasiven Maßnahmen (Venenpunktion, Harnblasenkatheter u. ä.) oder Handhabungen an liegenden Kathetern u. ä.

Quelle : Pflegewiki

Quelle : Wikipedia