Geschäftsführung ohne Auftrag

Die Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) ist ein gesetzliches Schuldverhältnis, das in den §§ 677ff. des BGB geregelt ist.
Es dient dem Ausgleich von Vor- und Nachteilen, die dadurch entstehen, dass eine Person („Geschäftsführer“) eine Tätigkeit für einen anderen („Geschäftsherrn“) übernimmt und dadurch in dessen Rechts- und Interessenkreis eingreift, ohne von diesem beauftragt oder anderweitig dazu berechtigt zu sein.
Aus diesem Paragraphen lassen sich auch Schlußfolgerungen im Bezug auf "Erste Hilfe" ziehen. Eine Person mit einem Kreislaufstillstand ist nicht mehr in der Lage Entscheidungen zu fällen, Die Frage ist wie würde er entscheiden hätte er die Möglichkeit eine Entscheidung zu fällen. Was dient seinen Interessen? Eine Reanimation verspricht nur erfolgreich zu sein, wenn erweiterte Erste Hilfe Maßnahmen so schnell und effektiv wie möglich durchgeführt werden. Dazu gehört die Defibrillation,Intubation und die Gabe von Medikamenten. Die Frage ist, würde er auch nichtärztlichen Personal diese Maßnahmen zugestehen? Der gesunde Menschenverstand sagt: Er würde jeder Maßnahme zustimmen, die es ihm ermöglicht weiterzuleben, unabhängig davon ob Sie von einem Sanitäter oder von einem Arzt durchgeführt wird. Man kann davon ausgehen, daß ein Patient weiterleben möchte, und daß ein Sanitäter nach seinem Willen handelt, wenn er diese durchführt. Sicherlich wird er einen Arzt bevorzugen. Steht dieser aber nicht zur Verfügung, so wird er diese Maßnahme durch jeden gutheißen, der bereit ist diese durchzuführen.

§ 677 Pflichten des Geschäftsführers

Wer ein Geschäft für einen anderen besorgt, ohne von ihm beauftragt oder ihm gegenüber sonst dazu berechtigt zu sein, hat das Geschäft so zu führen, wie das Interesse des Geschäftsherrn mit Rücksicht auf dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen es erfordert.

§ 678 Geschäftsführung gegen den Willen des Geschäftsherrn

Steht die Übernahme der Geschäftsführung mit dem wirklichen oder dem mutmaßlichen Willen des Geschäftsherrn in Widerspruch und musste der Geschäftsführer dies erkennen, so ist er dem Geschäftsherrn zum Ersatz des aus der Geschäftsführung entstehenden Schadens auch dann verpflichtet, wenn ihm ein sonstiges Verschulden nicht zur Last fällt.

§ 680 Geschäftsführung zur Gefahrenabwehr

Bezweckt die Geschäftsführung die Abwendung einer dem Geschäftsherrn drohenden dringenden Gefahr, so hat der Geschäftsführer nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten.

§ 683 Ersatz von Aufwendungen

Entspricht die Übernahme der Geschäftsführung dem Interesse und dem wirklichen oder dem mutmaßlichen Willen des Geschäftsherrn, so kann der Geschäftsführer wie ein Beauftragter Ersatz seiner Aufwendungen verlangen. In den Fällen des § 679 steht dieser Anspruch dem Geschäftsführer zu, auch wenn die Übernahme der Geschäftsführung mit dem Willen des Geschäftsherrn in Widerspruch steht.