Übersicht Reanimationshilfen

Bei Patienten mit plötzlichem Herzstillstand ist nur eines sicher: ohne sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen zur Überbrückung der fehlenden Herztätigkeit geht es nicht.
 
Bei der manuellen Herzdruckmassage werden jedoch nur 10 – 20 % des normalen Blutflusses zum Herz und nur 30 – 40 % des normalen Blutflusses zum Gehirn erreicht – selbst wenn sie ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Und eine manuelle HLW (Herzlungenwiederbelebung) ist eine für den Helfer sehr anstrengende Sache. Die Effektivität lässt bereits nach mehreren Minuten merkbar nach.

Auch ist die HLW (Herzlungenwiederbelebung) in vielen Situationen schwierig durchzuführen, besonders :

  • Während des Transports eines Patienten zu einem Rettungsmittel wie Rettungswagen
  • Während des Transports in einem Rettungswagen oder Hubschrauber
  • Während der Übergabe eines Patienten vom Rettungsmittel in die Notaufnahme eines Krankenhauses

Deshalb gibt es seit mehr als 50 Jahren Bestrebungen Reanimationshilfen zu entwickeln. Leider bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Auch heute noch besitzen die meisten Rettungsmittel über keine Reanimationshilfen. Ausschlaggebend ist oft der Preis. So hat sich das Amerikanische Produkt AutoPulse® der Firma Zoll zwar in Berlin, München und besonders beim DRK Ulm durchaus bewährt. Ein Preis von 10.000 Euro ist aber ein wesentliches Handicap für einen flächendeckenden Einsatz dieses Geräts. Lediglich die Feuerwehr Berlin setzt in einem größerem Rahmen diese Geräte ein. Dabei scheint sich die Investition der Berliner zu lohnen. Berlin hat die beste Erfolgsquote bei Herzkreislaufstillständen in Deutschland, was die erfolgreiche Entlassung eines Patienten aus einem Krankenhaus betrifft.

Sicher ist: Reanimationshilfen müssen erschwinglich werden. So wie es bereits bei den Defibrillatoren der Fall ist. Ein AED ist heute schon für 500 Euro erhältlich. Vor wenigen Jahren kostete ein AED noch 3000 Euro.

Aber die Retter in Deutschland sind oft konservative Menschen. Es dauerte Jahrzehnte bis sich biphasische Defibrillatoren in Deutschland durchsetzten, obwohl dieser bereits in den Fünfzigern in der Sovietunion entwickelt worden sind. Auch die antiquierten Deutschen gesetze tragen nicht gerade dazu bei, daß sich Reanimationshilfen durchsetzen. Das Medizinproduktegesetz z.B. verhindert die Entwicklung von billigen Lösungen. Und der lediglich auf Bestand ihrer Previlegien ausgerichtete Bundesärztekammer tut ein weiteres daß eine effektive Reanimation in Deutschland wohl ein Wunschtraum bleiben wird.

Dabei zeigen Städte wie Seattle in Washington daß eine Erfolgsrate von 40% durchaus möglich ist, während diese in Deutschland mit 5% sehr bechämend wirkt. Natürlich spielen in Seattle noch andere Kriterien als Reanimationshilfen eine Rolle. Sicher spielt die dezentrale Stationierung von Rettungsmitteln eine entscheidende Rolle. Aber auch Reanimationshilfen dürften sicherlich einen Beitrag zu der hohen Erfolgsquote beitragen.

 

Verschiedene Reanimationshilfen

ACD-Thorax-Saugglocke

ACD-Thorax-Saugglocke Kardiopulmonale Reanimation mit aktiver Kompressions-Dekompressionstechnik (ACD-CPR). Hierbei erfolgt nach jeder Kompression des Thorax eine aktive Dekompression durch die am Brustkorb haftende Thorax-Saugglocke. Dies fördert den venösen Rückstrom und die folgende Kompression gewinnt an hämodynamischer Wirksamkeit.

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Animax®

Ein mechanisches Hilfsmittel für Thoraxkompression und Beatmung bei Kreislaufstillstand. Das Gerät arbeitet ohne externe Energiequelle wie Batterie oder Druckluft. Animax wird von der Firma AAT in Albstadt hergestellt und vertrieben.

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AutoPulse®

Automatische Wiederbelebungs - Reanimationshilfe der US-Amerikanischen Firma Zoll.

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Life-Stat®

Ein mechanisches Hilfsmittel für Thoraxkompression und Beatmung bei Kreislaufstillstand. Hergestellt wird Life-Stat® von der Firma Michigan Instruments, Inc. in Grand Rapids, Michigan. Im Gegensatz zum Deutschen System Animax® arbeitet das System mit Druckluft oder mit Sauerstoffflaschen. Für die Steuerung wird zusätzlich eine 9 Volt Batterie benötigt, während Animax® weder Sauerstoff noch elektrische Energie benötigt.

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LUCAS-CPR®

LUCAS-CPR® ist ein System zur mechanischen Thoraxkompression,das unterschiedliche Probleme überwindet, die von Kliniken während der Behandlung eines Herz-Kreislaufstillstands festgestellt werden. Dieses System fördert Kreislauf und Sauerstoffversorgung von lebenswichtigen Organen und stellt folglich mehr Zeit für die Wiederbelebung zur Verfügung.

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