HWS-Schiene

HWS-Schiene bezeichnet eine Kunststoffmanschette, die die Halswirbelsäule (HWS) immobilisiert. Sie ersetzt einen Teil der Stützfunktion der HWS und setzt die teilweise Bewegungsfähigkeit außer Kraft. Der Kopf ruht auf der Schiene und sie sitzt auf den Schultern auf.

Für die HWS-Schiene hat sich der Produktname Stifneck (von engl. stiff neck, Genickstarre) der Firma Laerdal durchgesetzt. Ein weiteres bekanntes Produkt ist die Ambu Perfit bzw. Ambu Perfit Ace, die sich platzsparend flach lagern lässt und von der Firma Ambu hergestellt werden.

Präklinisch wird allen Patienten mit Verdacht auf eine Halswirbelsäulenverletzung, besonders bei Verdacht auf HWS-Fraktur, eine HWS-Schiene angelegt, beispielsweise nach einem Sturz aus großer Höhe oder Verkehrsunfällen. Sie wird entsprechend traumatisierten Patienten bereits vor der Rettung am Unfallort angelegt und solange belassen, bis eine knöcherne Verletzung ausgeschlossen ist. Das soll verhindern, dass eine möglicherweise bestehende Verletzung durch Bewegung des betroffenen Wirbels verschlimmert wird.

Entscheidet sich ein Rettungsdienstmitarbeiter eine Cervicalstütze anzulegen, so stellt er möglicherweise die Verdachtsdiagnose "HWS-Fraktur", da aus der (Fremd-)Anamnese Informationen über Gewalteinwirkungen auf die Halswirbelsäule hervorgegangen sein könnten, oder aber er legt die Cervicalstütze an, weil es ihm sein vorgegebener Algorithmus vorschreibt, bzw. er rein prophylaktisch handelt. Zu beachten ist dabei, dass eine Cervicalstütze nicht die komplette Halswirbelsäule vor Bewegung und somit Manipulation schützt, sondern nur die Halswirbelkörper I - V (1-5). Da die HWS aber aus insg. sieben Wirbelkörpern besteht und man präklinisch nicht diagnostizieren kann ob tatsächlich nur einer der ersten fünf Wirbel gebrochen ist, ist eine komplette Immobilisierung unumgänglich.

Der Alltag zeigt, dass dies nicht allen Mitarbeitern bewusst ist. Früher galt die Anlage einer Cervicalstütze als ausreichend zur Immobilisierung der HWS. Diese Meinung ist überholt.

Die HWS-Schienen gibt es in verschiedenen Größen für Babys, Kinder und Erwachsene. Inzwischen gibt es auch variable Modelle die in ihrer Größe der Halslängen angepasst werden können. Zur Auswahl der richtigen Größe denkt sich der Anwender zwei transversale Linien an Kinnspitze, Kopf in Neutralstellung, und über der Schulter, misst diesen Abstand mit seinen Fingern ab und überträgt ihn auf die HWS-Schiene.

Die HWS-Schiene schützt vor

  • einer Nervus phrenicus-Parese
  • dem Eintreten des Dens axis in die Medulla oblongata

Die Mehrfachverwendung der HWS-Schiene ist umstritten. Vermutlich aus wirtschaftlichen und haftungsrechtlichen Gründen geben viele Hersteller die Geräte nur zum Einmalgebrauch frei.

Quelle : Wikipedia

Handhabung

Die Kragengrösse am Patienten abmessen.  Dazu den Kopf mit nach vorne gerichteten Augen in die Neutralposition bringen, sofern dies möglich ist. Gemessen wird die Distanz zwischen Schulteransatz und Kinnunterkante.

Die richtige Kragengrösse für den Patienten ermitteln. Dabei von der harten Kunststoffkante des Kragens her messen, nicht vom Schaumgummi!

Den verstellbaren Kragen auf die entsprechende Grösse einstellen...

.. und durch Drücken der beiden Verschlusslaschen beide Seiten einrasten.
Auch darauf achten, dass auf beiden Seiten die gleiche Höhe eingestellt und der Kragen nicht schräg ist!

Den Kragen vorformen.

Die Kinnstütze weit unter das Kinn schieben, dann die Rückseite des Kragens festziehen. Den Kragen genügend fest anziehen (die hintere Lasche sollte ein wenig über die vordere lappen). Wichtig: Falls eine andere Grösse erforderlich ist, den Kragen unbedingt vom Patienten entfernen und die Grösse neu einstellen. Nie direkt am Patienten die Grösse verstellen!

Quelle : www.samariter-zofingen.ch