Aconitin

Aconitin gilt als eines der stärksten Pflanzengifte überhaupt, es ist wirksamer als Strychnin. Aconitin ist das Hauptalkaloid des Blauen Eisenhut. Aconitin ist in allen Pflanzenteilen enthalten. Aconitin und verwandte Alkaloide werden sehr schnell intestinal, aber auch über intakte Haut und Schleimhäute resorbiert. Aconitin verlangsamt die Inaktivierung des spannungsabhängigen Natriumkanals und verlängert dadurch den Einstrom von Natriumionen während des Aktionspotenzials. Es wirkt peripher wie zentral auf motorische wie sensible Nerven zunächst erregend, gefolgt von einer Lähmung. Kardiale Auswirkungen sind vor allem Arrhythmien sowie eine Bradykardie, die bei letaler Dosis zum diastolischen Herzstillstand führt.

Vergiftung

In erster Linie gilt es, eine Vergiftung zu vermeiden. Im Gegensatz zu anderen hochgiftigen Pflanzen, wie zum Beispiel der Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna), sieht weder die Pflanze Blauer Eisenhut, noch irgend welche Pflanzenteile von ihr aus, als würden sie zum Verzehr laden oder verführen. Dies macht sie für Kleinkinder schon ein ganzes Stück ungefährlicher. Jedoch kann bereits Hautkontakt zu Vergiftungen führen, was bedeutet, dass Kleinkinder mit ihrer zarten Haut beim Zusammenstellen von Blumensträußen besonders gefährdet sind, eine Kontaktvergiftung zu erleiden. Also sollte die Pflanze den Kindern so früh wie möglich als "Giftkraut" bekannt gemacht werden, denn bei allergischen Reaktionen kann selbst eine Kontaktvergiftung lebensbedrohliche Folgen haben. Außerdem ist dringend von einer Selbstmedikation ohne Beirat eines Arztes abzuraten, vor allem, wenn man sich selbst einen Tee oder ähnliches aus der Pflanze braut bzw. zusammenstellt. Bei sachgemäßer Handhabung mit der Pflanze (Schutzhandschuhe im Umgang mit der Pflanze tragen!) und mit pharmazeutischen und homöopathischen Mitteln sind Vergiftungen glücklicherweise selten.
Zu den Vergiftungserscheinungen: Bereits wenige Minuten nach einer akuten Vergiftung tritt ein Brennen im Mund und Kribbeln im ganzen Körper auf. Gleichzeitig beginnen heftige Schweißausbrüche aufzukommen, welche von einem Frösteln und Kältegefühl abgelöst werden. Weitere Vergiftungssymptome sind Übelkeit, starker Speichelfluss, Durchfall und Erbrechen. Danach werden die Gliedmaßen gelähmt und können beginnen abzusterben. Des Weiteren kann Bewusstlosigkeit auftreten und die Atmung wird sehr flach, weil auch die Atemmuskulatur und das entsprechende Nervensystem angegriffen wird. Der Tod tritt für gewöhnlich durch akutes Kreislaufversagen ein, oftmals bereits 20 Minuten nach der Vergiftung. Erste-Hilfe-Leistung muss sehr schnell erfolgen. Es ist sofort ein Notarzt zu verständigen. In der Zeit zwischen Benachrichtigen und Eintreffen des Notarztes ist der Magen zu entleeren, in dem eine Salzwasserlösung (1-2 Esslöffel Salz je Glas) getrunken wird und anschließend ein Finger auf den Zungengrund gedrückt wird. Danach sollte, wenn der Arzt immer noch nicht eingetroffen ist, 20 bis 30 Gramm medizinische Kohle oder Tierkohle aufgeschwemmt in Wasser zu sich genommen werden. Alle weiteren Maßnahmen übernimmt der Arzt.

Quelle : Wikipedia

Quelle : www.tierdoku.com