Acetylcholinesterase (AChE)

Die Acetylcholinesterase (AChE) ist ein Enzym  welches den Neurotransmitter (Botenstoff) Acetylcholin  (ACh) in Acetat  und Cholin  spaltet und damit abbauen. Damit steht dieser Botenstoff Acetylcholin den Nervenzellen nichtmehr länger zur Verfügung und somit kann keine Übertragung mehr stattfinden.  Dieser Vorgang geschieht hydrolytisch. Dabei wirkt es vor allem im Zentralnervensystem ( ZNS ) an neuromuskulären Synapsen  (wie der motorischen Endplatte) sowie im vegetativen Nervensystem  da hier bevorzugt ACh als Neurotransmitter zur Exozytose verwandt wird. Die Acetylcholinesterase ist eines der schnellsten Enzyme überhaupt. Die große Geschwindigkeit ist erforderlich um von den Neuronen  übertragene Reize durch sofortigen Abbau des Neurotransmitters so kurz wie möglich zu halten. Dies ist entfernt mit der Taktfrequenz  eines Prozessors  zu vergleichen. Nur so wird komplexes  Denken  möglich.

Die Acetylcholinesterase wird u. a. durch das Insektizid Parathion (E 605, ein Insektizid) oder andere Organophosphorsäureester wie die chemischen Kampfstoffe Sarin, Tabun und Soman durch Phosphorylierung des Serins gehemmt. Das Enzym wird so unwirksam und ACh verbleibt in höherer Konzentration im synaptischen Spalt. Die Erhöhung des Parasympathikotonus führt zu Krämpfen u. a. des Magen-Darm-Traktes und kann zum Tod durch Atemlähmung führen. Weitere AChE-Hemmstoffe sind z. B. Strychnin, Diisopropylfluorophosphat (DIFP), Physostigmin, oder Neostigmin, das auch als Curare-Antagonist wirkt. Es durchbricht die Wirkung von Curare, das die ACh-Bindung an subsynaptische Rezeptoren verhindert. Physostigmin ist im Gegensatz zu Neostigmin ZNS-gängig.

Weitere Hemmstoffe der AChE sind Donepezil, Rivastigmin, Pyridostigmin, Tetrahydroaminoacridin und Galantamin, die allesamt für die symptomatische Behandlung der Alzheimerschen Erkrankung zugelassen sind.

Quelle : Wikipedia

Quelle : www.merz.ch