Blutgruppen

Das menschliche Blut wird in Blutgruppen eingeteilt. Dabei bezieht man sich auf bestimmte Eingenschaften der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)
Das AB0-System der Blutgruppen wurde 1901 von Karl Landsteiner aufgestellt Es ist das wichtigste Blutgruppenmerkmal bei der Bluttransfusion und umfasst vier verschiedene Hauptgruppen: A, B, AB und 0. Zusätzlich wird das Blut nach dem Rhesusfaktor unterschieden. Auch der Rhesusfaktur ist eine Eigenschaft der roten Blutkörperchen.

Im deutschsprachigen Raum haben sich die Bezeichnungen A, B, AB und die Ziffer 0 (Null) durchgesetzt. Im angloamerikanischen Sprachraum wird dagegen der Buchstabe O geschrieben und gesprochen. Ein angehängtes Plus- oder Minuszeichen, beispielsweise A+, verweist auf den Rhesusfaktor D. Diese kompakte Bezeichnung bildete sich infolge der regelmäßigen Bestimmung dieser bedeutenden Faktoren seit den 1940er Jahren heraus.

Bei der Blutgruppe A sind Antigene vom Typ A auf den roten Blutkörperchen vorhanden, bei der Blutgruppe B Antigene vom Typ B. Menschen mit der Blutgruppe AB haben beide Arten von Antigenen, bei Blutgruppe 0 sind dagegen keine Antigene vorhanden. Umgekehrt besitzen Erwachsene immer Antikörper gegen die fehlenden Antigene, bei Blutgruppe A also Antikörper gegen B und umgekehrt, bei Blutgruppe AB keine Antikörper und bei Blutgruppe 0 Antikörper gegen A und B.

Bedside-Test

Als Bedside-Test werden „Labor-Untersuchungen“ bezeichnet, die unmittelbar am Patientenbett und im übertragenen Sinn in Patientennähe, ohne Versendung des Probenmaterials in ein Labor durchgeführt werden können. Der bedeutendste Beside-Test ist für die Blutgruppenbestimmung. Diese obligatorische ärztliche Maßnahme wird vor jeder Bluttransfusion durchgeführt, um jede Möglichkeit einer Verwechslung von Blutkonserven auszuschließen. Dabei wird die Blutgruppe des jeweiligen Empfängers mit der der verwendeten Blutkonserve verglichen. Die Grundlagen des Verfahrens gehen auf Reuben Ottenberg (Anfang des 20. Jhd.) zurück. Das Verfahren wird deshalb Bedside-Test (englisch: Bedside - Bettseite) genannt, da es ursprünglich für die Ausführung direkt am Bett des Patienten gedacht ist.

Ablauf

Der Bedside-Test wird auf einer kleinen kartonierten Karte durchgeführt, auf der sich drei Arten von Testfeldern, mit Anti-A-, Anti-B- und Anti-D-Serum befinden. Somit können die Blutgruppe im AB0-System sowie der Rhesusfaktor getestet werden. Das zu transfundierende Blut ist labortechnisch bereits vorbestimmt, wird jedoch zu Dokumentationszwecken ergänzend zum Blut des Empfängers geprüft. Auf jedes der oben genannten Felder kommt ein Tropfen Blut und wird mittels geeigneter Hilfsmittels (typischerweise beigelegten Kunststoffstäbchen) einzeln vermischt. Nach Beendigung des Testes wird die Testkarte mit einer Klebefolie überzogen, um das getrocknete Reaktionsgemisch vor dem Abblättern zu schützen (Haltbarmachung zur Archivierung).

Praktisches Beispiel: Bei Blut mit Blutgruppe A, Rhesusfaktor positiv agglutiniert („verklumpt“) es dem Feld Anti-A, bleibt wie es ist auf Anti-B und verklumpt bei Anti-D.

Die acht möglichen Blutgruppen in der Auswertung
Blutgruppe Anti-A Anti-B Anti-D
A Rhesus Positiv
A Rhesus Negativ
B Rhesus Positiv
B Rhesus Negativ
AB Rhesus Positiv
AB Rhesus Negativ
0 Rhesus Positiv
0 Rhesus Negativ