Vasopressin

Vasopressin auch antidiuretisches Hormon, ADH genannt ist ein im Hypothalamus produziertes Peptidhormon mit diuresehemmender und gefäßverengenden (vasokonstriktorischer) Wirkung. Vasopressin wird als Pitressin® von der Firma Pfizer hergestellt. Vasopressin wird als stark blutdrucksteigernde Substanz erfolgreich bei Patienten im Schockzustand eingesetzt. Die Hoffnungen, die in Vasopressin als Alternative zu Adrenalin gesetzt wurden, haben sich jedoch bis jetzt nicht erfüllt. Mehrere große randomisierte Studien konnten keinen Überlebensvorteil bei der Gabe von Vasopressin (40 IU einmalig) nachweisen. Da die Datenlage insgesamt jedoch als ungenügend bewertet wird, gibt es in den aktuellen Reanimationsrichtlinien weder eine Empfehlung für noch gegen die Gabe von Vasopressin.

Info von www.notmed.info

Vasopressin (=ADH) wirkt über V1-Rezeptoren und verursacht eine Vasokonstriktion der Arteriolen der Haut und der inneren Organe mit besonderer Wirkung auf die Gefäße im Splanchnicusbereich (Pfortaderdruck sinkt) und auf die glatten Muskulatur von Darm und Uterus. Eine nur geringe Vasokonstriktion betrifft die Koronar- u. Nierenarterien.
Vasopressin (synthetisiert im Nucleus opticus) wirkt zusätzlich über V2-Rezeptoren antidiuretisch und F-VIII-freisetzend. Die gefäßverengende und uterusstimulierende Wirkung erfolgt über V1-Rezeptoren.
Wirkungen

In physiologischen Dosen wirkt Vasopressin ausschließlich antidiuretisch; in höheren Dosen auch vasokonstriktorisch. Nebenbei stimuliert Vasopressin die Faktor-VIII-Synthese! Die Halbwertszeit des physiologischen Vasopressins beträgt ca. 1 Minute.

Besonders bedeutungsvoll scheint die Vasodilatation der zerebralen Gefäße (im Gegensatz zu Adrenalin) unter Vasopressin. Im Tierversuch und laut ersten klinischen Reanimations-Studien werden unter Vasopressin höhere Überlebensraten und ein besseres neurologisches Ergebnis (=sekundärer Reanimationserfolg) erreicht als bei Adrenalin. Dabei wären 40 IE Vasopressin gleichberechtigt zu 1 mg Adrenalin.
Bei vasodilatatorischen Schock (Sepsis) kann mit 0,1 U/min Vasopressin eine dramatische Verbesserung des mittleren arteriellen Druckes erreicht werden, ebenso wird die Urinproduktion gesteigert.

Reanimation

Wir verwendeten Vasopressin i.v. im Rahmen der ERC Richtlinien anstelle der erstmaligen Gabe von Adrenalin und zwar in einer Dosierung von 40 Units einmalig bei Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie. Anschließend wurde bei fehlendem Erfolg Adrenalin wie bisher verabreicht. Anaphylaxie und Asytolie war nie eine Indikation für die Gabe von Vasopressin! Aufgrund der neuen ERC-Guidelines 2005 wird Vasopressin nicht mehr im Notarztdienst verwendet.
In den - ERC-Guidelines 2005 - findet sich dazu in einer Zusammenfassung der Hinweis, dass die Studien Adrenalin versus Vasopressin keinen überzeugenden Vorteil aufzeigen konnten und deshalb Adrenalin weiterhin das Mittel der ersten Wahl bei der CPR, bei der Anaphylaxie und beim cardiogenen Schock bleibt.

Quelle : www.notmed.info