Krikoiddruck

Als Krikoiddruck (Cricoiddruck) oder Sellick-Handgriff bezeichnet man den mit der Hand gegen den Ringknorpel des Kehlkopfs ausgeübten Druck, der die Speiseröhre im Bereich der oberen Ösophagusenge während einer endotrachealen Intubation verschließen soll.
Ziel des Krikoiddrucks ist die Vermeidung einer Regurgitation von Mageninhalt in die Luftröhre und Aspiration in die Lunge während des Intubationsmanövers. Er kommt vor allem bei der Narkoseeinleitung des nicht-nüchternen Patienten, der Rapid Sequence Induction (RSI) (Ileuseinleitung) zur Anwendung. Der Nutzen des Krikoiddruckes wird kontrovers diskutiert.
1961 erfolgte die Erstbeschreibung des Krikoiddrucks durch Brian Arthur Sellick (1918 - 1996). Allerdings war schon 1774 in Großbritannien eine solche Technik zur Verhinderung des Erbrechens bei Ertrinkungsopfern beschrieben worden. Das BURP-Manöver (Backward Upwards Rightward Pressure) wird prinzipiell ähnlich durchgeführt, hat jedoch zum Ziel, die Intubationsbedingungen bei schwieriger Intubation zu verbessern.

Bei aktiven Erbrechen darf das Sellick – Manöver nicht durchgeführt werden! Durch die sonst sehr starke Druckerhöhung kann es im Oesophagus und Magen sonst zu Traumata bis hin zu Rupturen kommen. Bei passiver Regurgitation besteht diese Gefahr nicht!

Nur der Ringknorpel kann den Oesophagus komprimieren, denn die anderen Knorpelspangen sind an der hinteren Trachealwand nicht ausgebildet! Daher ist ein exakter Druck auf den Ringknorpel notwendig, um bei Maskenbeatmung eine Magenblähung zu mindern und bei Intubation das Aspirationsrisiko zu reduzieren!