Dimenhydrinat

Dimenhydrinat ist ein hydrophiles, apothekenpflichtiges (als Injektionslösung verschreibungspflichtiges) Antihistaminikum. Es wirkt auf das zentrale Nervensystem und wird gerne zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei der so genannten Reisekrankheit (Kinetose) angewandt.

Nebenwirkungen

Während des Kauens von Dimenhydrinat-Präparaten kann es zu vorübergehendem Taubheitsgefühl im Mundbereich kommen. In Abhängigkeit von der individuellen Empfindlichkeit und der eingenommenen Dosis kann es u. a. zu Schläfrigkeit und Benommenheit kommen. Als sogenannte anticholinerge Begleiterscheinungen können Mundtrockenheit, Erhöhung der Herzschlagfolge, Gefühl einer verstopften Nase, Sehstörungen, Erhöhung des Augeninnendrucks und Störungen beim Wasserlassen kommen. Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom sollten auf eine Einnahme verzichten, da das QT-Intervall im EKG durch Dimenhydrinat bei entsprechender Veranlagung gefährlich verlängert werden kann.

Da sich Dimenhydrinat im Körper zu Diphenhydramin und 8-Chlor-theophyllin zersetzt, kann es ab einer Dosis von 400 mg halluzinogen und delirant wirken. In der Drogenszene wird es als DMH bezeichnet. Es wird insbesondere aufgrund des wirksameren Diphenhydramins kaum benutzt, gewinnt aber immer mehr an Bedeutung.