Anticholium

Anticholium Wirkstoff Physostigmin ist ein Medikament welches aus dem Samen der Kalabarbohne (Physostigma venenosum). Es wird in der Medizin nur noch als Gegenmittel bei Vergiftungen mit parasympatholytisch wirkenden Substanzen eingesetzt.

Physostigmin ist ein Parasympathomimetikum (Cholinergikum), d. h. es verstärkt die Wirkung des parasympathischen Nervensystems im Körper. Physostigmin verzögert als Acetylcholinesterase-Hemmer den Abbau von Acetylcholin und wirkt durch die Erhöhung der Acetylcholinkonzentration am Rezeptor indirekt parasympathomimetisch.

Am Herzen führt es zu einer Frequenzsenkung, an den Augen zu einer Miosis (Engstellung der Pupille), an den Bronchien zu einer Verengung und am Darm zu einer Anregung der Peristaltik.

Auch an der motorischen Endplatte entfaltet es seine Wirkung. Physostigmin ist ein tertiäres Amin und kann auf Grund seiner Struktur im Gegensatz zu den quartären Aminen die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im ZNS seine Wirkung entfalten.

Anwendung

Physostigmin wird als Gegenmittel bei Vergiftung oder Überdosierungen von:

  • Alkohol
  • Atropin bzw. Hyoscyamin,
  • Amphetaminen,
  • Trizyklischen Antidepressiva,
  • Phenothiazinen,
  • Benzodiazepinen,
  • Antihistaminika

und zur Behandlung von zentralen anticholinergen Syndromen eingesetzt.

  • Einsatz in der Augenheilkunde als Miotikum zur Pupillenverengung nach Verabreichung von Atropin zur Pupillenerweiterung, als Antiglaukom-Mittel, zur Erniedrigung des Augapfel-Innendrucks.

Dosierung

initial 0,03mg / kgKG ( entspricht 1 Ampulle / 70 kg )
Wiederholung frühestens nach 30 Minuten

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen können auftreten:

anaphylaktische Reaktion

Bei Überdosierung:

  • Bradykardie
  • Hypersalivation
  • Erbrechen
  • Krampfanfall
  • Miosis

Gegenanzeigen:

  • Asthma bronchiale,
  • schweren peripheren Durchblutungsstörungen
  • koronarer Herzerkrankung
  • Verstopfung durch eine mechanische Ursache
  • mechanische Harnsperre.
  • Morbus Parkinson

Die gleichzeitige Gabe von anderen Cholinesterasehemmern muss wegen einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung unterbleiben.

Quelle : Wikipedia